Demo im Süden Favoritens
Ein Bus für die Dorfgemeinschaft

Von Senioren bis zu Kindern wurde für einen sicheren Schulweg und eine sichere Busverbindung demonstriert. Mit dabei Rudi Wieselthaler (mit Mikro) und ÖVP-Nationalratsabgeordneter Nico Marchetti.
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  • Von Senioren bis zu Kindern wurde für einen sicheren Schulweg und eine sichere Busverbindung demonstriert. Mit dabei Rudi Wieselthaler (mit Mikro) und ÖVP-Nationalratsabgeordneter Nico Marchetti.
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Rudi Wieselthaler und die Bewohner der südlichen Dörfer Favoritens demonstrierten für mehr Sicherheit am Schulweg und einen Bus für die Dörfer. Zum Einkaufen oder für den Arzt müssen die meisten nun ein bis zwei mal umsteigen.

FAVORITEN. "In einer Viertelstunde bin ich jetzt von Zuhause beim Stephansdom. Wenn ich aber unsere Oberlaaer Kirche besuchen möchte, dann brauche ich länger und muss öfter umsteigen", ärgert sich Rudi Wieselthaler. Er formuliert damit den Ärger, den die meisten Bewohner im Süden Favoritens haben.

Um ihren Unmut kundzutun hielten die Oberlaaer, Unterlaaer und Rothneusiedler eine Demo ab. Als Ort suchten sie sich die 17A-Station Leopoldsdorfer Straße aus, nicht besonders gut in Schuss gehalten wird.

Ein Einkauf, drei Busse

Trotz Eiseskälte kamen rund 200 Personen, die die Laaerberg Straße zwischen Oberlaaer Straße und dem Kreisverkehr besetzten. "Bei uns ist es besonders schlimm: Wir müssen zwei mal umsteigen, wenn wir einmal einkaufen fahren", ärgert sich Johanna Berger, die aus Krankheitsgründen mit zwei Krücken unterwegs ist.

"Und wer denkt an die Jugend", fragt ihr Mann Wilhelm? "Die Wiener Linien nicht, denn bei uns muss eine Mutter mit Kinderwagen und Kind zweimal mit umsteigen, um zu Schule oder Kindergarten zu kommen." Sie alle fordern eine durchgehende Buslinie von Unterlaa bis nach Rothneusiedl und retour.

Mit 96 Jahren in Oberlaa

"Trotz meiner 96 Jahre bin ich noch fleißig in Rothneusiedl unterwegs", meint "Tante Rosa" stolz. Aber seit der U1-Verlängerung und der Bus-Umstellung fällt es ihr schwer einzukaufen, zum Arzt oder zum Apotheker zu gehen.
Sie muss mit dem Bus zumindest einmal umsteigen, um Lebensmittel zu kaufen, berichtet sie. Beinahe wäre sie schneller, wenn Sie ins Bezirkszentrum fährt. Denn Anbindungen zur U-Bahn gibt es genug. Aber in der Dorfgemeinschaft Oberlaa, Unterlaa und Rothneusiedl schätzt man es, den Nachbarn zu kennen. Und man kauft ein, wo man einander kennt und grüßt.

Begonnen hat der Unmut in Oberlaa, Unterlaa und Rothneusiedl, als die U-Bahn-Verlängerung einen neuen Bus-Fahrplan notwendig machte. Die Ausrichtung wurde von den Wiener Linien in Richtung Stadt-Mitte angelegt, ärgern sich die Bewohner. So gibt es keinen einzigen Bus, der von Unterlaa über Oberlaa bis nach Rothneusiedl fährt.

"Für diese kurze Strecke muss man zweimal umsteigen", so Wieselthaler. Er weiß, dass sich vieles gebessert hat. So kann man etwa mit einmal umsteigen bis in die Innenstadt fahren. "Aber wenn man zum Arzt muss, in die Kirche gehen will oder zum Friedhof, dann hat man große Probleme mit den Öffis", vermutet Wieselthaler, dass viele wieder aufs Auto umgestiegen sind.

Gespräche gehen weiter

"Wir sind in Gesprächen mit den Wiener Linien, um die Situation zu verbessern", so Gerhard Blöschl (SPÖ), Vorsitzender der Favoritner Verkehrskommission. Bislang gab es aber keinen Lösungsvorschlag, der alle drei Dörfer verbunden hätte. "Wir führen die Gespräche weiter", sucht Blöschl nach einer zufriedenstellenden Einigung.

Die Wiener Linien würden immer wieder Verbesserungen vornehmen – wie etwa beim 17A, wo man zusätzlich zu den Schulzeiten Busse eingeschoben habe, so ein Sprecher. Es werde auch immer wieder versucht zu verbessern. Zurzeit würde aber nichts auf der Agenda stehen.

"Wir sind hier offensichtlich die Stiefkinder der Öffis", ärgert sich Rudi Wieselthaler. So seien zwei Busse zu Schulbeginn und zwei zu Schulende zu wenig. Wenn sich ein Kind einmal kurz verträumt, muss es schon zu Fuß gehen – bis zu einen halben Kilometer. "Wenn unsere Demo nichts bringt, dann werden wir sie wiederholen müssen", so der Rothneusiedler.

Autor:

Karl Pufler aus Favoriten

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