Turniertanzsport
Über die Hintertreppe in die Tanzschule

Andrzej Selerowicz und John Clark
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Da der Vienna Dance Contest 2019 eine Turnierpause einlegt, wir aber dem Equality-Tanz an Bedeutung  geben wollen was ihm zusteht, lassen wir euch in wenig hinter die Kulissen dieses Tanzgenres schau’n:

FAVORITEN (rc). Um es gleich vorweg zu nehmen, um mit einem gleichgeschlechtlichen Partner zu tanzen, muss man nicht zwangsläufig homosexuell sein. In konstanter Ermangelung des anders geschlechtlichen Tanzpartners, ist das als zusätzlich großes Glück für die Tanzgemeinde zu werten. Es brachte auch eine noch nie da gewesene Lockerheit in die Szene. Seit 2017 dürfen auch zur Wiener Walzer Konkurrenz, die im Rahmen der Austrian Open Championships ausgetragen wird, Equality-Paare starten, aber das war nicht immer so.

Wien zog mit

In der zweiten Hälfte der 1980er wurde in Holland und Deutschland der Trend gesetzt, auch für Schwule und Lesben Tanzabende, Kurse, Bälle und Turniere zu veranstalten. In Wien entwickelte sich dieser Boom zeitgleich, allerdings nur für Damen.
Als Ballroomdancing für Same-Sex-Paare turnierreif war, nahmen bereits drei Damenpaare aus Wien bei den „Euro-Games 1995“ in Frankfurt teil.
Bei den „Gay Games 1998“ in Amsterdam ging auch das erste Wiener Männerpaar, zwei Tanzlehrer, an den Start.
Die aufgeschlossene Atmosphäre und das verstärkte Interesse führten dazu, dass die Wiener Tanzschule Stanek es wagte, 1997 auch Männerpaare zu Kursen zuzulassen. Damenpaare durften da ja bereits einige Jahre früher tanzen.

Pionierarbeit

Aber nun nochmal zurück zu den Gay Games 1998 in Amsterdam.
Das eher zufällig anwesende Paar Andrzej Selerowicz und John Clark war sprachlos beim Anblick der eleganten Tanzpaare. Ohne vom Tanzen eine  Ahnung zu haben, verkündete der Amerikaner John spontanes Interesse für diese Sportart. „Eigentlich war Bridge unsere erste Wahl, aber soeben haben wir das Rauchen aufgegeben und ohne Zigaretten kann man ohnedies nicht Karten spielen“, erinnert sich Andrzej mit unterschwelligem Sarkasmus.
Zurück in Wien meldeten sich die Herren sofort bei dem ersten Kurs für Herren- und Frauenpaare an, den die Tanzschule Stanek gerade organisierte.
Um von niemanden gesehen zu werden, wurde dieser Kurs erst kurz vor Mitternacht abgehalten...

Da geht noch mehr

Aber eine Tanzschule alleine war keine langfristige Turniervorbereitung, also stieß das Paar auf der Suche nach einem Trainingsort auf Herbert Brunda vom TSK Floridsdorf. Herbert war die Präsenz eines Männerpaares in seinem Klub völlig egal. Die anfänglichen Berührungsängste legten sich rasch und Freundschaften entstanden. Herbert bot einfache Choreographien und korrigierte gröbste Tanzfehler.
Andrzej und John raunzten aber ständig herum, weil in Österreich keine Turniere für sie statt fanden und sie  dafür ins Ausland mussten. Also ermunterte Herbert das Duo, mit seiner Unterstützung den „Blue Danube Cup“ zu veranstalten. 2001 war es dann soweit. Es war „Das Medienereignis“ in dieser getragenen, Österreichischen Tanzlandschaft.

Am Zenit

Andrzej und John entwickelten sich weiter, andere Trainer wurden hinzugezogen. Sie bereiteten sich auf die „Gay Games 2002“ in Sidney vor und holten da dann auch die allererste Goldmedaille für Österreich.
Jetzt fühlte sich das Paar gefestigt genug und heuerte in der neu eröffneten „La-Bi Academy“ an. Der ehemalige Standardweltmeister Lasse Odegaard und Bibi Jung ermöglichte ein Training ebenso unbürokratisch, wie ihr Vorgänger Herbert Brunda.
„Wir bekamen den nötigen Feinschliff, unser Tanz wurde nicht nur besser, was Pokale und Medaillen belegten, sondern machte auch wesentlich mehr Spaß“, erzählt Andrzej rückblickend auf seine Tanzkarriere und die Entwicklung der Equality Tanzszene in Österreich.

Zum Thema

Wer etwas mehr über die dieses Tanzgenre in Erfahrung bringen möchte, studiert am Besten, den nachstehenden Link. Es sind die kleinen Details, die dem geneigten Leser vielleicht noch fehlen und auf die es ankommt.
https://bit.ly/2UatMnD

Autor:

Tanzsport Seitenblicke aus Wien

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