Central European University
Ein favorisierter Uni-Zuzug

Die CEU ist im Herbst 2019 nach Favoriten übersiedelt.
  • Die CEU ist im Herbst 2019 nach Favoriten übersiedelt.
  • Foto: CEU
  • hochgeladen von Katharina Kropshofer

Im Herbst 2019 ist die Central European University nach Wien Favoriten gezogen. Was bedeutet das für Lehrende und Studierende? Ein Besuch in der Quellenstraße.

FAVORITEN. Noch hat die Gegend rund um Wiens jüngsten Universitätszuwachs kaum den Charme und die Eigenschaften eines Studierendenviertels angenommen: Keine Enzis, die wie am Uni Campus im Alten AKH zum Abschalten und Lernen einladen; kein Beisl wie das TÜWI an der Universität für Bodenkultur. In der Quellenstraße 51 steht ein sechsstöckiges Gebäude mit kühlen Glasfronten. Früher beherbergte es eine Bank. Jetzt machen die drei großen Buchstaben klar, dass hier im zehnten Wiener Gemeindebezirk eine neue Uni ihren Standort gefunden hat: "CEU", Central European University, kann man schon von weitem lesen.

Die Straßenbahnlinie 6 bringt einen von der U-Bahnstation Reumannplatz direkt vor die Eingangstüre. Die Umgebung der CEU ist zwar nicht unbedingt pulsierend, doch das hat keinerlei Auswirkung auf die Stimmung der rund 1.300 Studierenden und 360 Mitarbeiter*innen, die seit Ende September hier ihren zweiten Standort aufgebaut haben.

Von Budapest nach Wien

1991 wird die CEU in Budapest von dem aus Ungarn stammenden Milliardär und Philanthrop George Soros mitgegründet. Das Ziel: die Förderung offener Gesellschaften in postkommunistischen Ländern. Mit einem Fokus auf Geistes- und Sozialwissenschaften gewinnt die Uni wegen ihrer Exzellenz schnell einen guten, internationalen Ruf – und gerät in das Visier der ungarischen Regierung unter Viktor Orbán mit seinen totalitären und nationalistischen Vorstellungen eines illiberalen Staates. Unter dem Vorwand bürokratischer Anpassungen versucht die ungarische Regierung der CEU die Existenzgrundlage zu entziehen. 2018 greift der damalige Wiener Bürgermeister Michael Häupl zum Hörer und bietet Wien als neue Heimat an. Und so begann der Umzug in den 10. Bezirk. Inzwischen wird mit der Stadt Wien ein fixer Standort am Areal des Otto-Wagner-Krankenhauses in Penzing erörtert.

„Wir haben lange wie auf einer Insel der Seligen gelebt. Und wir sind sicher nicht freiwillig gegangen“ sagt Natalie Sebanz, Professorin für Kognitionswissenschaften an der CEU. Als die Angriffe durch die Regierung Orbánsbeginnen, folgt zuerst eine Welle internationaler Solidarisierung: „Es war ein wahnsinnig tolles Gefühl, Briefe aus der ganzen Welt zu bekommen, darunter Nachrichten von Nobelpreisträgern, die sich für die Uni einsetzten“, erinnert sie sich. Vorerst sei noch unklar gewesen, wie ernst die Situation war.

Viele der Forschenden, sowie Michael Ignatieff, Präsident und Rektor der CEU, versuchen den Wechsel nach Wien positiv zu interpretieren: „Auch wenn die besonderen Umstände unseres Umzuges ein Unikat in der Geschichte der EU sind, verspricht unsere Ankunft den Beginn eines neues Kapitels in der eintausend Jahre alten Tradition des intellektuellen Austausches und der Inspiration zwischen Ungarn und Österreich“. Die Grundidee hinter der CEU sei leicht zu verpflanzen, meinen die einen. Etwa für Sebanz, die aus Tirol stammt und schon mehrere internationale Forschungsstationen wie München, Nijmegen in den Niederlanden und Newark (New Jersey) hinter sich hat. Für sie sei der Standort Wien mit vielen Vorteilen verbunden – angefangen beim Gesundheitssystem, bis hin zu guter Kinderbetreuung und einer hohen Lebensqualität.

Auch der neue Wiener Bürgermeister Michael Ludwig sieht den Umzug positiv: „Wir sind sehr froh, daran mitzuwirken und freuen uns darauf, uns mit Kolleg*innen zu vernetzen, von ihnen zu lernen und zu ihrer Arbeit beizutragen.“ Für die Mitarbeiter*innen hat die Wirtschaftsagentur Wien ihr Beratungsteam für Expats aufgestockt, um sie bereits vor der Übersiedlung zu unterstützen.
Für die anderen ist es zentral, dass die CEU in Osteuropa verortet ist, um dort vor allem lokalen Studierenden ihre Ideen weiterzugeben. „Ich habe viele ungarische Kolleg*innen, die sehr stolz darauf sind, dass sie es geschafft haben in Ungarn eine derartige Institution aufzubauen “, analysiert Sebanz. Dementsprechend schwierig sei für die Kolleg*innen der Umzug gewesen. Ein wenig so, als würde man die Hoffnung aufgeben und ins Exil gehen. Doch kann das Prinzip akademischer Freiheit und die Wahrung demokratischer Werte nicht auch 240 Kilometer weiter westlich verteidigt werden? Um es in den Worten George Soros zu sagen: „Der Kampf geht weiter.“

Von Juliane Fischer und Katharina Kropshofer

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