Pandemie
Die Kuh und der Tod

  • Foto: https://www.oeaw.ac.at/detail/news/impfgegner-fuehrten-damals-religioese-motive-an
  • hochgeladen von Elisabeth Anna Waldmann

Ihr erinnert euch vielleicht, ich habe hier schon davon berichtet, dass Maria Theresia 2 ihrer Kinder an Pocken verloren hatte. Eine weitere Tochter, Marie Elisabeth wurde mit 24 Jahren, 1767, durch die Krankheit so verunstaltet, dass die nicht mehr verheiratet werden konnte. Statt einer Ehe mit dem französischen König Ludwig XV. musste sie sich im Kloster verstecken. - Maria Theresia ließ deswegen ihre anderen Kinder mit der in Europa damals brandneuen Pocken-Impfung behandeln. Genauer: es war keine Impfung, es war Vakzination. Die Impfung war noch nicht erfunden und technisch nicht möglich. Vakzinierung bedeutet, dass der Ausfluss aus den Pockenbläschen auf die angeritzte Haut geschmiert wird und so in den Blutkreislauf gerät. Das haben Ende des 18.Jh.-s mehrere englische Landärzte entdeckt, die beobachtet hatten, dass Melkerinnen nicht an Pocken sterben, sondern wenn überhaupt, nur einen milden Verlauf der Krankheit haben. Sie zogen den logischen Schluss, dass offensichtlich ihr Kontakt mit den Kuhpocken sie vor der tödlichen Menschenkrankheit Pocken schützt.
Kuh heißt lateinisch „vacca“, daher das Wort Vakzine, heute generell für Impfstoff verwendet.
Eine englische Diplomatengattin, Lady Montagu, hat diese Beobachtung unterstützt. Sie lebte im Osmanischen Reich, in Istanbul, wo es längst üblich war, das Sekret der Kuhpocken in die menschliche Haut zu ritzen und so eine gewisse Immunität zu erzeugen. Durch diplomatische Kreise geriet dieses Wissen auch nach Dänemark, wo 1770 auch die Kinder des Königs vakziniert wurden.
Im 19.Jh. war diese Technik bereits recht verbreitet. In Wien wurden die, die sich der Vakzination verweigert und so die ganze Gesellschaft gefährdet hatten, dadurch bestraft, dass sie kein christliches Begräbnis bekamen und so nicht in den Himmel kommen konnten. In tiefreligiösen Zeiten eine große Bedrohung.
Das beigefügte Bild habe ich aus Wikimedia und darf es gratis verwenden. Es stammt von der Webseite der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und zeigt, wovor sich Vakzinationgegner gefürchtet haben: dass sie sich in Kuh-Monster verwandeln würden...
Die Pocken konnten erst 1980 weltweit besiegt werden, dank modernen Impfstoffen.
Das hätte ich früher unter „spannendes unnötiges Wissen“ eingeordnet. Heute ist es Stoff zum Nachdenken. Die einen werden nicht zu Kuh-Monstern, die anderen werden nicht unfruchtbar und "gechippt".
Leute, geht impfen!

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