23.03.2017, 16:17 Uhr

Caritas Spar - Supermarkt gibt Langzeitarbeitslosen wieder eine Chance

Alina Bucur darf wieder kassieren.

Auf den ersten Blick ist es ein ganz normaler Supermarkt, doch dahinter verbirgt sich ein soziales Projekt der Caritas.

Arbeitslosigkeit kann zu einer großen Belastung werden, vor allem, wenn man längere Zeit keinen neuen Job findet. Der Weg aus der Langzeitarbeitslosigkeit und der Wiedereinstieg in einen Beruf erweist sich oft als schwer. Die Caritas eröffnete genau aus diesem Grund in Kooperation mit dem AMS und der Firma Spar einen sozioökonomischen Supermarkt in der Quellenstraße in Favoriten, wo langzeiterwerblose Menschen eine Chance und Perspektive bekommen. Alina Bucur ist eine von ihnen.

Traumjob Kassiererin

Nach 1 ½ Jahren ist Alina Bucur wieder da, wo sie immer sein wollte: hinter der Kassa in einem großen Supermarkt. Die gebürtige Rumänin ist ausgebildete Kassakraft und war jahrelang im Handel tätig. Nach einer schweren Krankheit und einer Operation schlitterte sie in die Arbeitslosigkeit und suchte lange nach einer Beschäftigung im Handel. Mithilfe von Caritas und Spar hat sie nun bessere Chancen auf einen regulären Job.

In Wien sind 75.059 (Stand: Jänner 2017) Personen langzeitarbeitslos. Eine Zahl die man erst verdauen muss und auch kreative Lösungen fordert. So wie das Projekt der Caritas und Spar, die nun 20 MitarbeiterInnen einen Transitarbeitsplatz bieten. Der Transitarbeitsplatz ist auf maximal 6 Monate befristet. Die MitarbeiterInnen arbeiten unter fachlicher Anleitung und werden rundum betreut, um die berufliche Eingliederung zu ermöglichen. Im Spar-Supermarkt in Wien Favoriten betreuen sechs Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen rund um Marktleiter Rudi Savic die neuen Transitarbeitskräfte.
Auf den ersten Blick sieht der Spar-Supermarkt in der Quellenstraße 185 wie ein ganz normaler Supermarkt aus. „Der einzige Unterschied ist, dass mehr Personen hier arbeiten und der kleine Caritas-Stand“, so Birigit Reingruber von der Caritas.

Alina Bucur ist Kassakraft mit Leib und Seele. Vor ihrer Krankheit war sie acht Jahre lang im Handel tätig, heute ist wieder in ihrem Element. „Ich liebe es Kassiererin zu sein, es ist mein Traumjob!“, sie schätze auch das Personal und das gute Arbeitsklima im Spar-Supermarkt der Caritas. „Mir gefällt es sehr gut hier, am liebsten würde ich hier für immer arbeiten“, so die zierliche Frau.

Es gibt erste Erfolge

Obwohl der Arbeitsplatz auf sechs Monate befristet ist, sind Erfolge und die Vermittlung der Langzeitarbeitslosen Ziel dieses Projekts. Erste Erfolgsgeschichten gibt auch bereits: drei Mitarbeiterinnen wurden vor Ablauf der Befristung von Spar in einer anderen Filiale übernommen.

Dass ständig neue Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen dazu kommen, nimmt Marktleiter Rudi Savic gelassen. Er fühlt sich geehrt, Teil dieses Projekts zu sein: „Ich bin Marktleiter mit einem Mehrwert, denn ich darf der Gesellschaft was zurückgeben und Langzeitarbeitslosen weiterhelfen.“ Neben der Spar-Filiale, gibt es auch andere sozioökonomische Betriebe der Caritas, beispielsweise das Restaurant „INIGO“, das „Salon Schönbrunn“ und ein Catering, wo Frauen und Männern eine Chance bekommen in den regulären Arbeitsmarkt einzusteigen. In Wien ist es die erste Kooperation dieser Art zwischen der Firma Spar und Caritas. Konkrete Pläne für weitere Kooperationen dieser Art gibt es noch nicht, „sind aber nicht ausgeschlossen“, so die Birgit Reingruber.
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