05.10.2014, 15:47 Uhr

"Der Abschied fällt mir schwer!"

Pfarrprovisor Pater Antonius Philipsky ist seit vier Jahren Pfarrer in Maria vom Berge Karmel - der Abschied im November fällt ihm schwer

Die letzte katholische Messe findet am 23. November 2014 hier statt. Es wird eine gemeinsame deutschsprachige und philippinische Feier sein.

FAVORITEN. Der Eigentümer des Stefan-Fadinger-Platzes, der Orden der unbeschuhten Karmeliten Bamberg, hat die gesamte Liegenschaft am 15. September 2014 an die syrisch-orthodoxe Kirche verkauft, jene Glaubensgemeinschaft, die derzeit durch die Angriffe der IS durch täglich neue Schreckensmeldungen in der Weltpresse aufscheint. Die syrisch-orthodoxe Kirche ist eine der christlichen Urkirchen, die ihre Entstehung auf die Missionstätigkeit der Apostel Paulus, Barnabas und Petrus in Antiochien und von Taddäus und Thomas in Edessa zurückführt. Die Liturgie wird bis heute hauptsächlich in aramäischer Sprache gefeiert, fallweise auch auf Türkisch und Arabisch. In Österreich werden ca. 4.000 Gläubige gezählt, die vor allem im Großraum Wien leben und die derzeit von der Pfarre St. Ephrem , der ehemaligen Lainzer Pfarrkirche im 13. Bezirk betreut werden. In Österreich wurde die syrisch-orthodoxe Kirche 1974 in den Ökumenischen Rat der Kirchen aufgenommen und 1988 staatlich anerkannt.

Messen finden noch in der Oberkirche statt

Derzeit wird der katholische Gottesdienst noch in der Oberkirche der Pfarrkirche Maria vom Berge Karmel am Stefan-Fadinger-Platz abgehalten, am Sonntag, 23. November 2014 wird der endgültig letzte Gottesdienst hier stattfinden. Die einheimische Pfarrgemeinde und Hunderte Gläubige der philippinischen Gläubigen verlieren damit ihr Gotteshaus. Der Kindergarten und Hort wurde als Mieter vom neuen Eigentümer übernommen und wird unverändert bleiben.

Ein Abschied mit großer Trauer

Pfarrprovisor Pater Antonius Philipsky, seit Jahresbeginn auch Pfarrer der Salvator-Kirche in der Wienerfeldgasse 11, hofft, dass viele Gläubige ihm dorthin nachfolgen werden: „Auch die drei philippinischen Pfarrer können künftig hier wohnen.“ Er war vier Jahre lang Pfarrer am Stefan-Fadinger-Platz und bedauert sehr, dass seine Kirche nun schließen muss: „Ich war sehr gerne hier und wurde gut aufgenommen.“ Es stehe jedem Gläubigen natürlich frei, sich künftig auch eine andere Kirche für seine Andacht zu wählen. „Für viele wird das mehrfache Umsteigen in die Wienerfeldgasse 11, wenn sie mit den Öffis kommen, natürlich zu schwer sein.“ 2015 soll aus mehreren Favoritner Kirchen eine neue katholische Pfarre Favoriten errichtet werden. Es sind dies die Katholische Kirche Zum hl. Franz von Sales am Holeyplatz 1, die Kirche Salvator am Wienerfeld und die Apostelpfarre am Salvatorianerplatz 1. „Wir werden dann gemeinsam auftreten, informieren und die Zeitung für unsere gestalten.“
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