24.06.2017, 00:00 Uhr

Der Erfinder der Badewannen-Tür

Matthias Marvan zeigt die Badewannen-Türe, die sich individuell einbauen lässt.

Bereits in vierter Generation findet Installateur Marvan optimale Lösungen in Sachen Bad und Heizung. Voriges Jahr feierte der Traditionsbetrieb sein 120-jähriges Bestehen in Favoriten. Der Familienbetrieb entwickelte das weltweite Patent für ein "barrierearmes" Bad.

FAVORITEN. Das Familienunternehmen Marvan wurde bereits 1896 gegründet und hat seinen Sitz seit damals in der Gellertgasse 55. "Der Schauraum für unsere Kunden am Reumanplatz 18 ist erst später dazugekommen", erzählt Matthias Marvan, der bereits in vierter Generation am Unternehmen beteiligt ist.

Obwohl ihm alle Türen offengestanden wären, hat er sich ebenso wie sein Bruder Christoph dazu entsschieden, das Installateurs-Handwerk zu erlernen. "Es gibt hier so viele Möglichkeiten. Das Schönste ist, wenn ein Projekt zur vollsten Zufriedenheit des Kunden abgeschlossen ist", so der Junior-Chef. Sein Vater Ferdinand arbeitet ebenfalls noch im Betrieb mit, Mutter Regina ist bereits in Pension.

Nur Schwester Angelika wurde abtrünnig. Sie heiratete einen Bauern und hat mit ihm den Angus-Bio-Hof gegründet. "Wir unterstützen sie dabei, und so kann man bei uns die Fleischwaren bestellen und auch abholen, wenn gewünscht.".

Barrierefreies Bad

Die Familie Marvan ist von je her sehr innovativ. "Ursprünglich was das Unternehmen eine Bauspenglerei, weil es den Beruf Installateur erst seit den 1920er Jahren gibt. Damals kümmerten sich die Bauspengler um Wasserhähne und -leitungen. Die Spenglerei gibt es nicht mehr, sie hat sich zum Installateurbetrieb entwickelt", so Matthias Marvan.

Und sie blieb immer am Zeitgeist. "Mein Vater hat sich schon immer sehr um seine Kunden bemüht. Und so ist ihm aufgefallen, dass viele ältere Kunden sich ihre Badewannen zu Duschkabinen umbauen lassen. Das liegt daran, dass es für für viele von ihnen zu beschwerlich ist, in und aus der Wanne zu steigen. Die Leute haben auch Angst, dass sie sich dabei ausrutschen und sich verletzen können. Und so entwickelte er die Idee, eine Türe in die Wanne zu bauen."

Technisch umgesetzt hat die Idee dann Christoph Marvan. Er hat das Patent entwickelt, das die Firma heute unter dem Namen "Magic Bad" betreibt.

Test in Mamas Bad

Das war vor etwa zehn Jahren. Ausgetestet wurde es an der Wanne der Mutter. "Sie wollte sowieso ein neues Bad. Es hat hervorragend geklappt.". Und auch die Kunden haben die Idee gut aufgenommen. An die 6.000 Wannentüren wurden so bereits nachträglich in bestehende Badewannen eingebaut, die auch für Familien mit Kindern eine Erleichterung bringen.

Jede Wanne ist geeignet

Der Vorteil von "Magic Bad" ist, dass es für alle Wannen die individuelle Lösung gibt. "Wir können die Türe einbauen, wo sie gewünscht ist. Und das ohne Schmutz und großen Aufwand. Die Türe ist absolute Maßarbeit. In einem Tag sind wir damit fertig. Man kann dabei gut auf die restliche Ausstattung des Bades eingehen und muss keine Waschmaschinen oder Möbel umstellen. Und die Türe ist absolut wasserdicht", so Matthias Marvan.

Die Erfindung von Ferdinand Marvan funktioniert bei allen Wannenarten, egal ob es sich um Sitzbadewannen, Eckbadewannen oder einfache, gerade Wannenmodelle handelt. Auch die Fliesen an den Wannen werden nicht beschädigt. Selbst die Farbe kann man sich aussuchen - von Knallrot über dezentes Beige bis Durchsichtig aus Glas. Aber auch bereits Wannen mit fertig eingebauten Türen bietet das Unternehmen an - so wie alle anderen Dienstleistungen, die es bei Installateuren gibt.

Die von der Familie Marvan entwickelte Badewannentür wurde von TÜV-Austria getestet und hat den Anforderungen problemlos bestanden. Sie wurde außerdem von der Wirtschaftskammer mit dem Innovationspreis ausgezeichnet.

Verbesserungen in Arbeit

Die Brüder arbeiten auch an einer weiteren Innovation. Ihnen ist Barrierefreiheit wichtig. Diese ist bei den Wannen mit Türen nicht ganz gegeben: "Wir nennen es barrierearm, aber natürlich gibt es noch eine Stufe."

Bei Duschen gibt es bereits die Möglichkeit, sie barrierefrei einzubauen. Aber auch bei Wannen möchte es der Famillienbetrieb möglich machen. "Wir arbeiten daran, wissen aber noch nicht, wann und ob es uns gelingen wird", so Marvan.

Infos: www.marvan-installateur.at
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