04.11.2017, 00:00 Uhr

Die Kreta wird zur Musterstadt

Grüne Fassaden wie hier in der Ankerbrotfabrik sind das Ziel von Vera Einzi und Gerold Steinbauer von "Grünstattgrau".

Fassaden und Dächer sollen in den nächsten Jahren vermehrt begrünt werden.

FAVORITEN. "Wir möchten vor allem die Natur in die Stadt zurückbringen", fasst Vera Enzi von "Grün statt Grau" ihr Ziel in einem Satz zusammen. In den nächsten fünf Jahren wird das Team um Enzi und Geschäftsführer Gerold Steinbauer die dicht verbaute Kreta begrünen.

Allen voran werden geplante Dachgärten und Fassadenbepflanzungen im Grätzel bei der Umsetzung unterstützt. Flachdächer können einfach mittels extensiver Dachbegrünung durch Pflanzung von Kräutern und Sukkulenten revitalisiert werden.

Lebende Wände

Auch bei den Fassaden weiß das Team von "Grün statt Grau" Alternativen zu Veitschi oder Efeu: Man kann etwa durch Living Walls Pflanzen und Substrat ohne einen Bodenanschluss direkt an die Außenwand bringen. "So können viele Pflanzenarten vor dem Fenster eine Heimat finden", so Enzi.

Die Aktionen von "Grün statt Grau" haben aber nicht nur eine optische Auswirkung. Dachgärten und grüne Fassaden wirken sich auch positiv auf das Mikroklima aus. "Mit Begrünungen können Hitzewellen wirksam abgemildert werden. So heizen sich etwa grüne Dächer und Fassaden um bis zu 60 Grad weniger auf als Standardbauweisen wie Schwarzdächer und verputzte Wände", sagt Steinbauer. Und mit den richtigen Pflanzen könne man sogar sein Gemüse selbst anbauen.

Mobile Teststrecke

Auch das Regenwasser werde dadurch gespeichert und vor Ort wieder verdunstet. Dabei werden Kanäle entlastet. Besonders bei den häufigen Starkregen bringe das eine Erleichterung.

Der Startschuss für die grüne Musterstadt Kreta ist bereits gefallen: Das Team von "Grün statt Grau" berät bereits Hausbesitzer im Grätzel. Schon im nächsten Frühjahr soll eine digitale Plattform rund ums Grün online gehen. Dann wird auch eine mobile Teststrecke durchs Viertel touren: Ein begrünter Schiffscontainer zeigt, wie die Bepflanzung von Dach und Fassade funktionieren kann.

Zur Sache

"Grün statt Grau" ist Österreichs erste Kompetenzstelle für Bauwerksbegrünung. Vom Dachgarten bis zur Fassadenbepflanzung sammelt das Team im Innovationslabor Informationen und koordiniert Forschungen. Dieses Know-how wird an Bewohner und Hausbesitzer weitergegeben. Infos erhalten Interessierte auf www.gruenstattgrau.at
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Renate Blatterer aus Favoriten | 05.11.2017 | 11:33   Melden
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Martin Weber aus Favoriten | 07.11.2017 | 01:16   Melden
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Gabriele Hovezak aus Favoriten | 10.11.2017 | 18:34   Melden
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