12.06.2018, 21:35 Uhr

Flash-Mob vor Flüchtlingsheim St. Gabriel

Bei strömendem Regen hatten sich Hunderte Bürger neben Caritas-Generalsekretär Klaus Schwertner und Franz Helm, vorm. Generalsekretär der Superiorenkonferenz der männlichen Ordensgemeinschaften, in Maria Enzersdorf eingefunden, um gegen die Schließung des Flüchtlingsheims zu protestieren.
Maria Enzersdorf: Missionshaus St. Gabriel |

Bei strömendem Regen hatten sich Hunderte Bürger in Maria Enzersdorf eingefunden, um gegen die Schließung des Flüchtlingsheims zu protestieren.

Caritas-Generalsekretär Klaus Schwertner und Franz Helm, vorm. Generalsekretär der Superiorenkonferenz der männlichen Ordensgemeinschaften, war die Anspannung anzusehen: Beide hielten am Abend des 12. Juni beim Flash-Mob vor dem Caritasheim St. Gabriel in Maria Enzersdorf vor Hunderten Teilnehmern aus den umliegenden Gemeinden bis nach Wien leidenschaftliche Plädoyers an die Landespolitiker. „Diese Menschen haben ihr Leben riskiert, um an einem friedlichen Ort leben zu können. Lassen Sie sie hierbleiben, es sind unsere Nachbarn und Freunde!“, apellierte Caritas-Generalsekretär Klaus Schwertner an Landeshauptfrau Mikl-Leitner.

Müssen die Menschen umziehen?

FPÖ-Landesrat Gottfried Waldhäusl hatte zuvor angekündigt, die über 100 Bewohner, unter ihnen Familien mit Kindern, kranke und traumatisierte geflüchtete Menschen, aus der Obhut der Steyler Missionare an einen anderen Ort zu verlegen.

Wie berichtet, war es im Flüchtlingsheim vor kurzem zu einem Tötungsdelikt durch einen ehemaligen Heimbewohner gekommen: Der Mann war wegen Gewalttätigkeit polizeibekannt und aus dem Heim weggewiesen worden. Nachdem er sich unerlaubt wieder eingeschlichen hatte, kam es zu der Gewalttat. "Allerdings können die Bewohner unseres Flüchtlingsheimes nichts für die Tat eines Verbrechers - also gibt es wirklich keinen Grund, sie nun dafür zu bestrafen, indem sie ihre Unterkunft aufgeben müssen“, erklärte Franz Helm.

Auch der Vorstand der Österreichischen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik (ÖGPP) zeigte sich "aus fachlicher Sicht verwundert und bestürzt", dass die Einrichtung geschlossen werden soll. Man könne "daher nur warnen, auf diese Weise vorzugehen, da dies weder die Sicherheit der Bevölkerung erhöht noch den betroffenen Personen und Institutionen hilft."

"Schreiben Sie Landeshauptfrau Mikl-Leitner einen Brief oder eine eMail, und fordern Sie sie darin auf, unsere Freunde im Flüchtlingsheim St. Gabriel hier bleiben zu lassen, wo sie sich wohlfühlen!", schlug ein Teilnehmer der Demonstration in Maria Enzersdorf vor.

Menschenkette rund ums Flüchtlingsheim

Höhepunkt des friedlichen Flash-Mobs war eine Menschenkette rund um das Flüchtlingsheim St. Gabriel, die mit dem gemeinsamen Singen von „We shall overcome“ ihren Abschluss fand.
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Hermann Biber aus Scheibbs | 14.06.2018 | 19:37   Melden
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