27.06.2017, 10:31 Uhr

Kajak, Floß und Badeschiff: Die Geschichte des Hafens in der Kuchelau

Freizeitparadies Kuchelau: In der Bildmitte sieht man das Badeschiff. (Foto: Bezirksmuseum Döbling)

Der Kuchelauer Hafen wurde fast von Beginn an nicht nur wirtschaftlich, sondern auch sportlich genutzt.

DÖBLING. Den Döblinger Gemeinden an der Donau, Nussdorf und dem Kahlenbergerdorf, brachte der Fluss sowohl Zerstörung als auch Wohlstand: Auf der einen Seite wurden die Dörfer regelmäßig überschwemmt, andererseits war Nussdorf ein wichtiger Umschlagplatz für Waren aller Art: Die großen Schiffe wurden hier ausgeladen und die Güter wurden auf kleinere Boote, Flöße oder Fuhrwerke verladen. Das war notwendig, weil die großen Lastschiffe zu sperrig für die engen Kanäle der noch unregulierten Donau in Wien waren.

Nach der Donauregulierung von 1870 wurde dann in den Jahren 1901 bis 1903 der Kuchelauer Hafen errichtet. Hier warteten Schiffe darauf, in den Donaukanal eingeschleust zu werden. Vielleicht ebenso wichtig, erzählt Brigitte Trinkl vom Bezirksmuseum Döbling, war das Gebiet rund um den Hafen aber auch für die aufkeimenden Sport- und Freizeitbedürfnisse der Wiener: "1898 hat ein Badeschiff eröffnet. Es war eine zwölf Meter lange Hütte auf Schwimmkörpern, die statt einem Boden einen Korb hatte, der ins Wasser reichte. Darin konnte man schwimmen gehen. Zunächst wurde noch nach Geschlechtern getrennt, doch bald durften alle gemeinsam ins Wasser." Das Boot wurde erweitert und fasste bis zu 3.000 Badende am Tag.

In diese Zeit fällt auch die Gründung zahlreicher Sportvereine, die noch heute existieren und so auf eine stolze Tradition zurückblicken können. Der 1900 gegründete Wiener Ruderverein Austria hatte ab 1905 seinen Sitz in der Kuchelau – das ist auch heute noch so. 1924 wurde der Wiener Kajakklub gegründet.

Ans Wasser, ins Grüne

Das Ufergebiet rund um den Kuchelauer Hafen war bis ins 20. Jahrhundert recht dünn besiedelt. Das änderte sich mit der aufkeimenden Schrebergärtenbewegung. Viele Wiener richteten es sich am Donauufer schön gemütlich ein, um ihre Wochenenden hier zu verbringen. Und auch wenn der Kuchelauer Hafen und Nussdorf die wirtschaftliche Bedeutung von einst längst nicht mehr haben: Als Freizeitparadies sind sie nach wie vor ein sehr beliebtes Ausflugsziel.
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