18.11.2016, 00:00 Uhr

Puppen modellieren gegen den Burnout

Irene Zinke zeigte bei der Miniaturenbörse in Meidling ihre kleinen Kunstwerke.

Irene Zinke modelliert unglaublich winzige Dinge fürs Puppenhaus. Auch die Untouchables hat die Künstlerin angefertigt, in Taschengröße.

FAVORITEN. Obwohl sie ihrem Hobby noch nicht all zu lange nachgeht, beweist Irene Zinke großes Talent und viel Fingerfertigkeit. Die kleinen Figuren der Favoritner Rockband Untouchables schauen ihren großen Vorbildern wahnsinnig ähnlich.

"Ich habe schon viele Konzerte mit ihnen gesehen, und ich habe mir viele Youtube-Videos angesehen. Ich wollte sie sehr authentisch machen", so Irene Zinke. Das ist ihr auch sehr gut gelungen, mit viel Liebe fürs Detail und nach einem halben Jahr Arbeit.

Viel Liebe steckt die Favoritnerin auch ins Detail: So hat sie das Hemd des Favoritners Herbert Novacek aus Seide genäht, die sie vorher eingefärbt hat. Und die Haare von Sänger Bernhard Rabitsch wurden mit Haarfärbemittel gefärbt, damit sie den richtigen Ton haben.

Beim Jubiläums-Konzert zum 30er hat die Künstlerin den Musikern ihre kleinen Ebenbilder gezeigt. "Sie waren sehr gerührt", freut sich auch Zinke. "Einmal stelle ich sie noch aus, dann überreiche ich jeden einzelnen seine Figur.".

Puppen-Künstlerin

Begonnen hat die geborene Favoritnerin mit ihrer Leidenschaft vor zwei Jahren. "Ich war zu Besuch auf der Wiener Miniaturenbörse."

Sie war begeistert und hat gleich mit dem Modellieren mit der Modelliermasse Fimo begonnen. Zuerst fertigte sie winzige Punschkrapferln, Wurstsemmerln, Donuts, Krapfen oder Schoko-Nikoläuse und Krampusse. Teilweise sieht man die Bissspuren, wo ein Pupperl abgebissen hat… Denn Puppen modellliert die 59-Jährige auch.

"Eine der Ausstellerinnen hat mich vor einem Jahr gefragt, ob ich ihr nicht eine Puppe machen könnte. Sie bastelt gerne verschiedene Szenen, aber keine Puppen. Und so habe ich meine erste modelliert: Eine nackte Frau auf dem Massagetisch", erzählt Zinke.

Modellieren als Therapie

Aus der einen Puppe wurden immer mehr. "Fängt man einmal damit an, lässt es einem nicht mehr los. Es ist so eine medidative Arbeit, auch eine therapeutische. Ich hatte ein schweres Burnout, eine Erschöpfungsdepression. Durch die kreative Arbeit kam die Lebensfreude wieder", so Zinke.

Mittlerweile tummeln sich bei ihr besonders viele Baby- und Kinderpuppen. Oft gibt sie ihnen einen Namen. "Der schlaue Fritzi hat einen Hut auf, den ich eigentlich für den Herbert Novacek gemacht habe. Der war aber zu klein, jetzt hat er ihn auf", lacht sie.

Besonders fein sind ihre Barbie-Puppen, die so wie alles andere im Maßstab 1:12 gefertigt sind. "Ich hab da einmal eine mit einem Abendkleid gesehen, die musste ich unbedingt nachmachen.". Und es ist ihr gelungen, wie so alles, das sie zum Modellieren in die Hand nimmt. Es gibt bereits Anfragen, reale Menschen zu modellieren. "Ich war sehr gerührt, als eine Dame zu mir kam, die gerne ihren verstorbenen Vater als Puppe hätte", so die Künstlerin.
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