Hohe Wogen bei Thema Apotheke
Negativer Bescheid der BH Feldkirch löst Empörung und Unverständnis aus

Im Herzen, wo gerade ein neues Ortsbild mit dem Projekt „Tosters am Platz“ entsteht, wäre der ideale Standort für eine Apotheke
  • Im Herzen, wo gerade ein neues Ortsbild mit dem Projekt „Tosters am Platz“ entsteht, wäre der ideale Standort für eine Apotheke
  • Foto: Bandi Koeck
  • hochgeladen von Bettina Kogler

Die kürzlich ausgesprochene Ablehnung seitens der Bezirkshauptmannschaft Feldkirch zum Ansuchen, eine Apotheke in Feldkirch-Tosters anzusiedeln, ließ die Wogen hoch gehen.

„Zu recht“, wie Vizebürgermeister Wolfgang Matt erklärte. Laut Matt sei es absolut notwendig, dass Tosters und Nofels eine Apotheke erhalten. „Die Bevölkerungszahlen in Feldkirch wachsen stetig und zudem wäre mit dem derzeit in Bau befindlichen Projekt „Tosters am Platz“ der ideale Standort gefunden, mitten im Zentrum.“ Auch der Sprecher der Bürgerbewegung „Apotheke für Tosters“, Christian Fiel, sowie der Obmann des Krankenpflegevereins Walter Fontana gaben eine sehr detaillierte Stellungnahme zur Abweisung des Ansuchens der BH Feldkirch.

Letztere begründet ihren negativen Bescheid dahingehend, dass die Voraussetzungen für eine Apotheke auf Grund von fünf im Umkreis von ca. 5 km bestehenden öffentlichen Apotheken nicht erfüllt wären. Weiters heißt es im Bescheid, dass die beiden bestehenden öffentlichen Apotheken in Feldkirch (Clessin`sche Stadtapotheke und Herz-Jesu Apotheke) unter das Mindestversorgungspotential von 5.500 bzw. 11.000 zu versorgenden Personen fallen würden.
„Die Abweisung der Behörde ist aus mehreren Gründen für uns Bürgervertreter nicht nachvollziehbar“, sagen Fiel und Fontana unisono. In Punkt 1 weisen sie auf das positive Gutachten seitens der Apothekerkammer hin: „Sie weisen darauf hin, dass die Zahl der zu versorgenden Personen je Apotheke unterschritten werden kann.“ Beachtlich sei überdies, dass die Zahl der zu versorgenden Personen gemäss Gutachten nur ganz knapp unterschritten wurde und die Zahlen dafür aus dem Jahr 2017 stammten und somit veraltet wären. Weiters heißt es, dass diese Zahl (5.500 zu versorgende Personen) verringert werden kann, wenn besondere örtliche Verhältnisse vorliegen. Für Tosters zutreffend ist das stetig entwickelnde Siedlungsgebiet und die größere medizinische Einrichtung bzw. das LKH Feldkirch im näheren Umkreis. Weiters sehen Fiel und Fontana keinen Konflikt zwischen Nofels und Tosters, „da sich für eine größere Anzahl an Personen die Wegstrecke zwischen ihrem Wohnsitz und der nächsten öffentlichen Apotheke verkürzen und somit eine Verbesserung der Versorgung bewirken würde“.

„Es wäre aus unserer Sicht ein massiver volkswirtschaftlicher Schaden, wenn diese Chance zur Arzneimittelversorgung für die Tostner Bevölkerung an diesem Standort nicht genutzt werden würde“, so Fiel zu Punkt 4 in der Stellungnahme betreffs Zentrumsverbauung „Am Platz“. Er sieht in dieser Zentrumsverbauung für Tosters eine einmalige Chance, welche im Gegensatz zu anderen Apothekenstandorten genügend ober- und unterirdische PKW-Abstellplätze, die Zufahrts- und Verkehrssituation ideal macht. Interessant ist auch die Schätzung, dass auf Grund von Besorgungsfahrten für Medikamente ca. 75 Fahrten pro Arbeitstag von Tosters in die anderen Ortsteile durchgeführt werden. „Die Verkehrsproblematik in Feldkrich rund um die Illbrücke beim Ardetzenbergtunnel und den Kreisverkehr in Nofels sind allseits bekannt. Im Sinne einer Stadt der kurzen Wege wünschen wir uns auch deshalb eine Apotheke in Tosters“, so die beiden Bürgervertreter.

„Die erstinstanzliche Abweisung der BH Feldkirch ist für uns daher aus diesen sechs Hauptgründen unverständlich und nicht nachvollziehbar“, sagen Fiel und Fontana. „Wir hoffen sehr, dass die nächste Instanz, das Landesverwaltungsgericht, zu einer anderen, positiven Entscheidung – für die Bürger von Tosters – kommt.“ Die Stadt Feldkirch unterstützt die Bürgerbewegung „Apotheke für Tosters“ zusammen mit dem Krankenpflegeverein Tosters.

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