Corona-Virus
"Asylwerber in dieser Zeit nicht hin- und herschieben"

Die Ankunft von Asylwerbern in Ossiach sorgte für Verunsicherung und stieß in Ossiach auf Unverständnis.
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Kritik aus Kärnten kommt an der Verschiebung von Flüchtlingen durch das Bundesministerium für Inneres.

OSSIACH. Scharfe Kritik übt die in Kärnten für Flüchtlings- und Asylagenden zuständige Landesrätin Sara Schaar am Österreichischen Innenministerium. Grund
dafür: „Die völlig unkoordinierte und chaotische Herumschieberei von Flüchtlingen quer durch ganz Österreich“. Die WOCHE hat berichtet Ankunft von Asylwerbern im Erstaufnahmezentrum Ossiach.


"Einschränkungen werden hier nicht eingehalten"


Dass vollbesetzte Busse mit Flüchtlingen quer durch Österreich transportiert werden, dann in bereits jetzt sehr gut ausgelastete Quartiere, wie jenes des Bundes in Ossiach, untergebracht werden, sei an sich schon kritisch zu hinterfragen. „Dass aber weder das Land Kärnten noch die Gemeinde geschweige denn die Bevölkerung informiert wird, ist einfach nicht akzeptabel“, macht Schaar deutlich. Dazu komme, dass während für alle anderen in Österreich lebenden Menschen strikte Regeln zur Eindämmung des Coronavirus gelten, sie von der Polizei kontrollierten Abstand zueinander halten müssen, Flüchtlinge nebeneinander in Busse verfrachtet werden, und dann wie in Ossiach bei nahezu Vollbelegung engsten Kontakt pflegen müssen.

Verständnis für Sorgen der Bürger

„Angesichts derartiger Vorgangsweisen verstehe ich die Sorgen der Bevölkerung voll und ganz“, so Schaar, die alle Parteien auffordert, von populistischen überzogenen Maßnahmen Abstand zu halten. „Wenn via Flugblätter dazu aufgerufen wird, alle Bewohner Ossiachs sollen die Corona-Hotline des Landes, die in dem Bereich Null Zuständigkeit hat, anrufen, besteht die Gefahr, dass die Leitung so für Mitbürger, die berechtige Fragen zum Thema Corona haben, blockiert wird“, erklärt die Landesrätin.

Informationspflicht wahren

Sie fordert Innenminister Karl Nehammer auf, von der bis jetzt gewählten Vorgangsweise des Drüberfahrens über Länder, Gemeinden, die Bevölkerung und über alle Regeln zur Eindämmung des Coronavirus Abstand zu nehmen. Schaar nimmt auch Bundeskanzler Sebastian Kurz in die Pflicht: „Herr Bundeskanzler, ich fordere Sie im Interesse eines friedlichen und solidarischen Miteinanders in einer für uns alle äußerst schwierigen Lage auf, als Chef der Bundesregierung Sorge dafür zu tragen, dass sämtliche Informationspflichten und abzustimmende Vorgangsweisen auch seitens Ihrer Regierungskollegen jedenfalls einzuhalten sind.“

Darmann warnt vor Asylgroßquartieren

FPÖ-Chefs Klubobmann Gernot Darmann warnt: „Es darf keine Reaktivierung von Asylgroßquartieren in Kärnten geben." Man sei gegen jedes Aufsperren von stillgelegten Asylquartieren durch die Bundesregierung. Darmann fordert von Bundeskanzler Kurz und Innenminister Nehammer auch Antworten auf die offenen Fragen im Fall Ossiach: „Bis heute gibt es keine offizielle Information des Innenministeriums, woher die Asylwerber gekommen sind und ob ausgeschlossen werden kann, dass es unter ihnen eine Coronavirus-Infektion gibt! Daher muss es zum Schutz der Gesundheit der Bevölkerung eine polizeilich kontrollierte Quarantäne im Asylquartier Ossiach geben."

Die Ankunft von Asylwerbern in Ossiach sorgte für Verunsicherung und stieß in Ossiach auf Unverständnis.
Landesrätin Sara Schaar
Autor:

Isabella Frießnegg aus Feldkirchen

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