Freiwilligen Dienst beim Roten Kreuz: Mehr Bereicherung als Belastung

<f>Bezirksstellenleiter Gerhard Mainhard</f> mit einigen Freiwilligen: Eva-Maria, Verena, Marlies, Sonja und Antia (vorne)
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Auf Freiwilligen-Basis funktionieren Rot-Kreuz-Bezirksstellen. Lokalaugenschein in Feldkirchen.

FELDKIRCHEN (fri). Es ist relativ ruhig in der Rot-Kreuz-Bezirksstelle in Feldkirchen. Aber, das wissen alle, die hier ihren Dienst versehen, das kann sich schlagartig ändern und man ist bereit. Die vielen Freiwilligen, die die hauptberuflichen Mitarbeiter bei ihrer täglichen Arbeit unterstützen, leisten unverzichtbare Arbeit. Ohne sie wären viele Leistungen in dieser Quantität und Qualität einfach nicht machbar. Das weiß auch Bezirksstellenleiter Gerhard Mainhard und ist stolz auf seine Truppe.

Aufwand steigt

"Die Freiwilligkeit ist ein wesentlicher Grundwert, auf den unsere Organisation aufbaut", sagt Mainhard. "Wir haben in Feldkirchen glücklicherweise einen hohen Freiwilligen-Anteil. Allerdings ist auch der Aufwand in den letzten Jahren enorm gestiegen." Erklären könne man das mit vielen Kranken-Transporten, bei denen Patienten zur Dialyse, Strahlentherapie und ähnlichen Behandlungen gebracht werden.
Dennoch, die Stimmung im Helfer-Team in Feldkirchen ist unglaublich positiv. Als Außenstehender hat man fast das Gefühl: Hier ist eine Familie am Werk. Und so beschreiben es auch die engagierten Freiwilligen. Mit Anita Dörfler, die Gerhard Mainhard als Bezirksstellenleiter-Stellvertreterin zur Seite steht, kommt gleich eine langgediente Helferin zu Wort. "Ich bin jetzt seit 25 Jahren dabei", sagt Dörfler und erinnert sich an den Grund ihres Engagements. "Damals war ich es, die Hilfe gebraucht hat. Es hat mich motiviert auch selber einen Beitrag zu leisten. Daran hat sich bis heute nichts geändert."

Rettungsdienst & Teddybären-Ambulanz

Verändert hat sich das Leben der 26-jährigen Verena Löschenkohl mit dem Tag, als sie den ersten Schritt über die Schwelle des Rot-Kreuz-Gebäudes tat. "Ich habe einen Kurs besucht und die Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenschwester gemacht. Der Dienst ist für mich zu einem Teil meines Lebens geworden, den ich nicht missen möchte", sagt Löschenkohl, die nicht nur im Rettungsdienst aktiv ist, sondern auch die Teddybären-Ambulanz leitet. "Wir sind ein Team, eine große Familie und jeder leistet seinen Beitrag."

Aus Liebe zu Menschen

Wie aus einem Mund kommt die Antwort auf die Frage: Warum engagiert man sich freiwillig beim Roten Kreuz? von Marlies Uhr und Sonja Graier: "Aus Liebe zu den Menschen!" Und das, betonten die beiden Sanitäterinnen, seien nicht nur "leere Worte", sondern Tatsache. "Man bekommt von den Menschen, denen man hilft, so viel zurück und man wird ein wenig demütig und sieht vieles im Leben mit anderen Augen. Was man früher als wichtig erachtet hat, wird angesichts von Leid und Krankheit manchmal total nebensächlich."
Das sieht auch Eva-Maria Mainhard, die immerhin schon seit 16 Jahren dabei ist, so. "Die Liebe zu den Menschen verbindet uns auch als Team. Das macht uns stark und sehr oft sind es die Kleinigkeiten, die uns begeistern und noch mehr zusammenwachsen lassen", sucht die Lehrbeauftragte für Erste Hilfe und Organisations-Referentin nach den richtigen Worten.

Für jedes Talent gibt es was zu tun

Das Rote Kreuz sucht Freiwillige. Unter dem Motto: „Wir haben die passende Jacke für dich!“ sollen möglichst viele Menschen angesprochen werden, das Rote Kreuz durch ihre Mitarbeit zu unterstützen.
Ausgeräumt soll auch der weit verbreitete Irrglaube werden, dass man für eine Mitarbeit beim Roten Kreuz unbedingt im Rettungsdienst tätig werden muss. Das Rote Kreuz bietet die vielfältigsten Möglichkeiten einer Mitarbeit in all seinen Leistungsbereichen – für jeden Freiwilligen gibt es quasi die richtige Jacke, die er oder sie sich für den Einsatz überziehen kann.

Mensch im Mittelpunkt

Ob jemand sich in der Jugendarbeit oder in der Arbeit mit Senioren engagieren will, ob jemand an der Mitarbeit im Katastrophenhilfsdienst oder an der Erweiterung seiner eigenen sozialen Kompetenz interessiert ist, vielleicht möchte sich jemand ganz klassisch im Bereich des Rettungsdienstes einbringen – den Rettern ist jedes Talent willkommen. Alle Interessen und Talente vereinen sich beim Roten Kreuz zur Grundidee: den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen und ihm gemäß seinen Bedürfnissen und seinem Maß der Not Hilfe anzubieten.

Freiwilligen-Hotline: Tel. 050 9144-9144, www.passende-jacke.at

Zahlen & Fakten

Rot-Kreuz-Bezirksstelle Feldkirchen
384 Mitarbeiter: Davon sind 124 im Rettungsdienst tätig, der Rest in anderen Bereichen.
45 hauptberufliche Mitarbeiter: 17 im Rettungsdienst, 25 im Gesundheits- und Sozialdienst, 3 in der Verwaltung.
Einsatzfahrzeuge: fünf Rettungswägen, ein Kranken-Transportwagen, ein Notarztwagen
Leistungen 2017
Stunden: 114.097, davon 33.339 von Freiwilligen
Transportierte Personen: 13.317
Notarzteinsätze: 829
Zurückgelegte Kilometer: 754.773

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