Kinderstipendium
Kinder-Stipendium: Schafft es Probleme?

Kinderstipendium wird ab Herbst erhöht
  • Kinderstipendium wird ab Herbst erhöht
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Kinder-Stipendium wird weiter angehoben. FPÖ ortet finanzielle Schwierigkeiten für Gemeinden.

BEZIRK FELDKIRCHEN (sas/chl). Seit September 2018 vergibt das Land Kärnten das Kinder-Stipendium für Kärntner Familien. Mit Beginn des Kindergartenjahres 2019/2020 wird diese Elternförderung von 50 Prozent des durchschnittlichen Elternbeitrages auf 66 Prozent angehoben. 

FPÖ ortet Probleme

Eine "gewaltige Schieflage" für die Gemeinden in der Finanzierung der Kinderbetreuung ortet der Vizepräsident des Kärntner Gemeindebundes, FPÖ-Bürgermeister (Afritz), Nationalrat Maximilian Linder. Ab Herbst erhalten Eltern vom Land für einen Kindergartenplatz zwei Drittel eines Durchschnittsbeitrages, ca. 83 Euro pro Monat, rückerstattet. Der Anteil, der von den Gemeinden zu bestreiten ist, beträgt 100 bis 200 Euro pro Kind und Monat. "Die SPÖ gaukelt der Öffentlichkeit einen beitragsfreien Kindergartenplatz vor, für die Gemeinden sieht die Kostenwahrheit jedoch anders aus", so Linder. Für viele Gemeinden seien die Kosten kaum mehr zu stemmen, denn durch den finanziellen Anreiz für Familien steige der Bedarf an Plätzen; Linder fordert ein entsprechendes Förderprogramm des Landes.

Tarife erhöhen?

Da die Gemeinden immer bestrebt waren, die Ganztagesbetreuung in den Kindergärten leistbar zu gestalten, stehen laut FPÖ derzeit viele vor der Situation, dass der Ganztageskindergarten durch die Landes-Förderung um 20 bis 30 Euro billiger als der Halbtagskindergarten sei. "Um dieses Kuriosum zu beseitigen, sehen sich nun viele Gemeinden gezwungen, ihre Ganztages-Tarife entsprechend zu erhöhen."
Die WOCHE hörte sich im Bezirk um, wie Problem und Bedarf eingeschätzt werden.

Feldkirchen: Mehrbelastung für die Stadt

Der Feldkirchner Stadtrat und Kindergarten-Referent Herwig Tiffner bestätigt das ungleiche Verhältnis zwischen Ganztags- und Halbtagsbetreuung. "Das Kinderstipendium ist gut für die Eltern", sagt Tiffner. Da aber immer häufiger beide Elternteile arbeiten gehen müssen oder wollen, steige der Bedarf an Betreuung und speziell jener an Ganztagsbetreuung. "Das wiederum belastet die Stadt, da diese für mehr Betreuung sorgen muss", erklärt der Kindergarten-Referent. Neue Tarife seien derzeit aber noch nicht beschlossen.

Steindorf: ab Herbst ausgebucht

Elfriede Augustin vom Meldeamt Steindorf am Ossiachersee bestätigt ebenfalls einen Mehrbedarf. "Für die Eltern wird die Kinderbetreuung günstiger, daher geben immer mehr Eltern schon Dreijährige in den Gemeinde-Kindergarten Bodensdorf", berichtet Augustin. Für Herbst sei man bereits ausgebucht. Im Steigen seien auch die Anmeldungen für die Ganztagesbetreuung.

Himmelberg: schon immer ausgelastet

Die Kinder in Himmelberg werden im Caritas-Pfarrkindergarten versorgt. "Die Tarife", informiert Bürgermeister Heimo Rinösl, "werden vom Kindergarten-Kuratorium beschlossen und wurden etwas erhöht." Grundsätzlich sei für Rinösl das Kinderstipendium eine "wichtige Entlastung der Familien".
Durch die oft notwendige Berufstätigkeit beider Elternteile sei ein vermehrter Bedarf an Kinderbetreuung auch in den Landgemeinden gegeben. "Unser Kindergarten war auch schon vor dem Kinderstipendium immer ausgelastet", informiert Rinösl. Im Schuljahr 2019/2020 sei man bereits wieder ausgebucht.

Glanegg: Keine Engpässe

"In Glanegg gab es bislang keine Engpässe in Kindergarten und wir erwarten auch keine durch eine Erhöhung des Kinderstipendiums", berichtet Bürgermeister Guntram Samitz. Der Bedarf an einem Kinderbetreuungsplatz ergebe sich aus der Notwendigkeit, dass beide Elternteil heutzutage arbeiten gehen müssen, "aber nicht, weil es eine finanzielle Unterstützung dafür gibt". Daher begrüßt Samitz grundsätzlich die finanzielle Unterstützung der Eltern und betont die Verpflichtung der Gemeinden für Betreuungsplätze zu sorgen.
In Glanegg besuchen außer gemeindeeigenen auch Sprösslinge von Einpendlern den Kindergarten.

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