Komplizierte Sache: Zankapfel Radfahrer

FELDKIRCHEN/OSSIACH (pdk). Rad- und Autofahrer sind sich selten einig. Vor allem in urbanen Zentren häufen sich die Beschwerden auf beiden Seiten. Die Autofahrer ärgern sich über scheinbar gesetzlos agierende Fahrradrowdies und umgekehrt.

Nebeneinander funktioniert
Ein Fahrrad Hot-Spot im Bezirk ist der Ossiacher See mit seinen weitläufigen Radwegen. Michael Lamprecht, Gruppeninspektor der Polizeiinspektion Bodensdorf, erklärt im Gespräch mit der WOCHE, dass es trotz hoher Frequenz relativ wenig Probleme zu beklagen gibt. Das liegt nach Lamprecht vor allem daran, dass die Radfahrer durch die ausgebauten Radwege nur "minimal mit dem fließenden Kraftfahrzeugverkehr in Berührung kommen".

Trügerische Sicherheit
In diesem Zusammenhang macht der Gruppeninspektor auf eine ganz andere Problematik aufmerksam: "Jedoch stellen wir fest, dass Menschen sich auf einem Radweg oftmals zu sicher fühlen und daher auf Helme und Schutzbekleidung verzichten". Dieses Gefühl von Sicherheit müssen jedes Jahr einige Pedaltreter mit schweren Verletzungen vor allem im Kopfbereich bezahlen. "Erst vor kurzem hatten wir wieder einen Unfall mit schweren Kopfverletzungen zu beklagen", so Lamprecht.

Konfliktherde
Die typischen Berührungszonen zwischen Auto- und Radfahrern befinden sich am Ossiacher See vor allem bei Campingplätzen und Privateinfahrten, wo Autos den Radweg überqueren müssen. "Hier kommt es hin und wieder zu Kollisionen", erklärt Lamprecht. Das größe Konfliktpotenzial sieht Lamprecht in der Problematik der Trainingsfahrten und der damit verbundenen Frage des "Nebeneinanderfahrens". Radfahrer, die sich auf Trainingsfahrt befinden, sind von der Radwegbenützungspflicht ausgenommen und dürfen auch nebeneinander fahren. So weit die Theorie, in der Praxis kennen viele Autofahrer dieses Gesetz nicht, wodurch es immer wieder zu Auseinandersetzungen kommt. Lamprecht appelliert dabei aber auch an die Vernunft der Radfahrer: "Viele Radfahrer, die sich auf Trainingsfahrt befinden, wissen über ihr Recht gut Bescheid und wollen sich dieses auch nicht nehmen lassen. Ich würde mir dabei aber wünschen, dass seitens der Radfahrer auch etwas mehr Rücksicht auf die Autofahrer genommen wird."

Schwammiges Gesetz

Die Gesetzgebung, die das Nebeneinanderfahren bei Trainingsfahrten legitimiert, ist dabei so schwammig definiert, dass selbst die Polizei sich bei der Einhaltung dieser schwer tut: "Wenn ein Radfahrer mir sagt, er trainiert und er ist dementsprechend ausgerüstet, dann muss man das auch so akzeptieren", bringt Lamprecht den Knackpunkt der derzeitigen Rechtslage auf den Punkt. "Natürlich ist das ein sehr schwammiges Gesetz. Ein Ausweis würde helfen, oder ein Gesetz mit mehr Konturen", schließt Lamprecht.

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