Leon: ,Händel ist der richtige Stoff!‘

Donna Leon feiert im September ihren Siebziger, treibt täglich gut gelaunt mit amerikanischen Venedig-Touristen gerne Späße
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  • hochgeladen von Vanessa Pichler

Im Stadttheater Klagenfurt las Ende Februar die Autorin Donna Leon aus ihrem Band „Kurioses aus Venedig“, begleitet von dem jungen venezianischen, international besetzten Orchester „Il Pomo d’Oro“. Ihren Siebziger im September wird sie „on tour“ mit „Il Pomo d’Oro“ feiern.
Kurios sind die Geschichten und Legenden der Serenissima, kurios können aber auch die Fragen sein, die neugierige amerikanische Touristen stellen, wenn sie merken, dass sie die gebürtige Amerikanerin in ihrer Muttersprache über die Besonderheiten der Lagunenstadt aushorchen können.
Ob es denn in Venedig Waschmaschinen gebe, beantwortet die immer gut Gelaunte gerne mit einem Nein, da die Paläste und Häuser der Stadt den Vibrationen der Maschinen nicht standhalten würden. Daher gingen dienstags und donnerstags die venezianischen Hausfrauen mit Waschbrett bewaffnet zum Kanal, um dort ihre Wäsche zu reinigen ...
Den Humor und ihr positives Wesen hat sie vererbt bekommen: „Ich habe das Glücks-Gen und das Gesundheits-Gen von meinen Eltern und Großeltern geerbt. Ich wache am Morgen auf mit dem Gefühl ,Wow, ein neuer Tag, wie großartig!‘‘‘

Elvis, nein danke
Untypisch für eine Amerikanerin, die in den 1950er-Jahren Teenager war, schwärmte Leon nie für Elvis Presley oder Peggy Lee, sondern für Klassik. „Ich kenne alle Namen, Little Richard, Aretha Franklin, The Beatles usw., da ich über sie gelesen habe. Aber ich mag einfach den Sound nicht.“
„Meine Familie ist keine musikalische Familie. Ich entdeckte die Klassik zufällig, als ich noch ein Teenager war. Ich hörte diese Musik im Radio, mochte sie und wollte mehr und mehr davon hören. In den Sechzigern, als ich mit dem Studium fertig war, sah ich in New York eine Händel-Oper, ,Giulio Cesare‘, und es war anders als alles, was ich davor gehört habe. Es machte mich auf Anhieb zu einer Händel-Süchtigen. Ich habe zwar keinen Vergleich, da ich nie Drogen probierte, aber das war für mich der richtige Stoff.“

Ihre Händel-Sucht ausleben konnte Leon allerdings erst, als sie in Europa zu arbeiten begann, denn in Amerika stand Händel selten auf den Spielplänen der Opern- und Konzerthäuser. Was die Magie Händels ausmacht, gesteht sie, kann sie nicht erklären, nur fühlen: „Ich bin keine Musikerin und gebe auch nicht vor, eine zu sein. Ich kann keine Noten lesen, aber mich erfüllt seine Musik mit Freude und Glück.“

Das Leon-Jubeljahr:
20 Jahre Commissario Brunetti, 70 Jahre Donna Leon: Im Juni erscheint Donna Leons Roman „Reiches Erbe“, der 20. Fall für Commissario Brunetti in deutscher Sprache. Zum Jubiläum sowie zu Leons 70er am 28. September gibt der Verlag Diogenes im Juni die Fälle 1 bis 18 in einer einmaligen Sonderausstattung heraus.

Im April erscheint der Stadtführer „Mit Brunetti durch Venedig“ von Toni Sepeda und Leon in Neuauflage, im Juni eine Neuauflage des literarischen Kochbuches „Bei den Brunettis zu Gast. Rezepte von Roberta Pianaro und kulinarische Geschichten von Donna Leon“. Jeweils mit einer CD mit Aufnahmen von „Il Complesso Barocco“ ausgestattet sind die Bände „Tiere und Töne. Auf Spurensuche in Händels Opern“ und „Kurioses aus Venedig“ (Musik: Vivaldi).

Autor: Christian Lehner

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