Ossiacher See wird heuer nicht "autofrei"!

Start am Feldkirchner Hauptplatz 2015: Laut Bgm. Martin Treffner hätten sich von Jahr zu Jahr mehr Radler eingefunden
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OSSIACHER SEE (fri). 15.000 bis 17.000 Radler haben in den vergangenen Jahren den "autofreien" Tag genutzt, um ohne Autoverkehr den Ossiacher See zu umrunden. Heuer findet dieser Tag nicht statt. "Wir haben diese Veranstaltung seit 2004 jedes Jahr organisiert", sagt Veranstalter Martin Widrich. "Die Terminfindung hat sich meist ziemlich schwierig gestaltet und es ist vermehrt Kritik seitens des Tourismus gekommen. Das Argument: Der Tag bringt nichts. Das ist zu respektieren und darum haben wir die Absage vom Tourismusverband Gerlitzen Alpe – Ossiacher See zur Kenntnis genommen und uns zurückgezogen." Rund 50.000 Euro, rechnet Widrich vor, hätte der Tag gekostet. "Den Großteil haben wir über Sponsorengelder finanzieren können. 8.000 Euro wurden von Tourismusverband gezahlt. Die einzelnen Gemeinden haben sich ebenfalls mit Beiträgen beteiligt."

Wenig Nutzen

Über fehlende Begeisterung bei den Wirten kann die Obfrau des Tourismusverbands Gerlitzen Alpe – Ossiacher See Veronika Zorn-Jäger berichten. "Wir müssen unsere Finanzen sinnvoll und zielgerichtet einsetzen und es geht darum einen touristischen Nutzen aus einer Veranstaltung zu ziehen", sagt Zorn-Jäger. "Viele Hoteliers haben sich darüber beschwert, dass die Gäste am "autofreien" Tag nicht zufahren können. Und wir müssen uns die Frage stellen, wie buchungsrelevant die Veranstaltung ist." Die heurige Absage bedeutet allerdings nicht, dass die Aktion ganz "gestorben" sei. "Vielleicht gelingt es uns in Kooperation mit anderen Seeregionen Packages zu schnüren und damit ein attraktives Angebot für Touristen zu schaffen. Man muss sich die strategische Lage des Sees ansehen und dafür einen anderen Modus finden."

Bürgermeister bedauern

Äußerst bedauerlich findet der Bürgermeister der Gemeinde Ossiach Johann Huber (FPÖ) die Absage des "autofreien" Tages. "Wir haben diese Aktion als Gemeinde Ossiach stets begrüßt, unterstützt und unseren Beitrag geleistet", so Huber. "Das Argument, dass Tagesgäste für die Gastronomie- und Tourismusbetriebe ohne Bedeutung sind, finde ich lächerlich. Wenn man sich die "Kärnten Card" anschaut, dann ist das eine Erfolgsgeschichte. Der Tagesgast ist absolut wichtig für uns."
Ganz ähnlich sieht das auch das Stadtoberhaupt von Feldkirchen, Bgm. Martin Treffner (ÖVP). "Ich finde es sehr schade, dass man sich nicht einigen kann. Wir haben als Stadtgemeinde Feldkirchen gerne unseren Beitrag geleistet und registriert, dass die Beteiligung und Begeisterung zugenommen hat." Beim Start am Hauptplatz wären, so Treffner, von Jahr zu Jahr mehr Radler gekommen. "Es war ein Tag für die Familien. Vielleicht können wir für nächstes Jahr ein neues Konzept auf die Beine stellen."

Gespräch suchen

Das sieht auch der Steindorfer Bürgermeister Georg Kavalar (Liste Kavalar) so. "Der "autofreie" Tag war für alle eine Möglichkeit den Ossiacher See in Ruhe zu genießen. Das Argument, dass vorwiegend Einheimische dabei waren, lasse ich nicht gelten. Denn für mich ist jeder Bürger ein Botschafter für die Region. Die Bilder, die hier gemacht wurden, gingen um die Welt und waren Werbung für die Region Ossiacher See und ganz Kärnten." Kavalar betont, dass er das Gespräch mit den Bürgermeistern der betroffenen Gemeinden suchen werde, um die Veranstaltung in den nächsten Jahren wieder einzuführen.

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