ÖBB-Uniformen: Jetzt ermittelt Staatsanwalt

Neuer Vorwurf: Ex-ÖBB-Chefs Huber (l.) und Nigl seien für die Bestellung von schlechter ÖBB-Dienstkleidung verantwortlich
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Nun droht den Ex-ÖBB-Vorständen Martin Huber und Franz Nigl weiteres Ungemach. Wie die BEZIRKSBLÄTTER in Erfahrung bringen konnten, nimmt jetzt die Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) die einstige Vergabe von ÖBB-Dienstkleidung unter die Lupe.
Genau geht es um jenen Millionen-Vertrag aus dem Jahr 2008, der bereits für Schlagzeilen gesorgt hat. Damals wurde bekannt, dass die ÖBB – unter ihrem damaligen Management – mit dem Bruder von Event-Manager Hannes Jagerhofer, Christian Jagerhofer, einen Rahmenvertrag über die neuen Uniformen abgeschlossen hatten. Pikant dabei ist, dass Ex-ÖBB-Generaldirektor Martin Huber mit dem Event-Manager befreundet ist. Die Auftrags-Entscheidung sollten die ÖBB bitter bereuen. Zwar bezahlten die Bundesbahnen für die Uniformen 1,3 Millionen Euro. Dafür bekam das Unternehmen jedoch minderwertige Ware: Die Bekleidung sei teils beschädigt, teils beschmutzt bei der Bahn angekommen, so ein Gutachten. Die ÖBB forderten die geleistete Zahlung zurück. Vergebens. Denn Christian Jagerhofers Unternehmen „Foccini“ (später „Bardi“) ging 2009 in Konkurs. Die ÖBB blieben auf Kosten wie Ware sitzen.

Moser vermutet „Packelei“
Grünen-Abgeordnete und Ex-Vorsitzende des U-Ausschusses, Gabriele Moser, stellte schon 2011 mehrere parlamentarische Anfragen dazu. Sie wollte wissen, warum eine bis dato unbekannte Firma solch einen Millionen-Auftrag an Land ziehen konnte und vermutet dahinter „Freunderlwirtschaft“. Die Firma soll zwar gute Kontakte zur ÖBB-Spitze gehabt haben, doch keinerlei Erfahrung bei Dienstkleidungen. Darüber hinaus soll „Foccini“ schon 2008 starke Bonitätsprobleme aufgewiesen haben. Dass dieser fast vergessene Fall nun bei den Korruptionsjägern liegt, begrüßt die Politikerin: „Jede Aufklärung in Sachen ÖBB ist sinnvoll“, so Moser.
Ex-ÖBB-Chef Huber dementiert die Vorwürfe massiv: Er sei für die Uniform-Beschaffung nicht verantwortlich gewesen.

Zur Sache:
Die ÖBB zahlten 2008 einer unbekannten Firma 1,3 Mio. Euro für minderwertige Uniformen. Nun liegt eine Anzeige bei den Korruptionsjägern vor. Ex-ÖBB-Manager Huber und Nigl weisen den Vorwurf der „Freunderlwirtschaft“ zurück.

Autorin: Karin Strobl

Autor:

Vanessa Pichler aus Klagenfurt

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