Tag der Entscheidung: Metaller bleiben hart!

Heißer Beginn der Herbstlohnrunde: Karl Proyer (l., GPA) und Rainer Wimmer (r.) fordern kräftige Lohnerhöhungen
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Vergangene Woche waren die Gewerkschafter und die Vertreter der Arbeitgeberseite sehr weit von „weißem Rauch“ entfernt. Vielmehr zogen dunkle Gewitterwolken auf: Grund war die Forderung des Metallerchefs Rainer Wimmer von 5,5 Prozent mehr Lohn. Dies ließ den Chefverhandler der Arbeitgeber, Christoph Hinteregger, verärgert zurück: „Das überfordert die Unternehmen.“

Messlatte Metallabschlüsse
Doch die Kampfansage der Gewerkschafter begründet Wimmer so: Energie, Treibstoffe, Nahrungsmittel, Schulkosten, aber auch Wohnungsmieten seien empfindlich teurer geworden. „Der tägliche Einkauf reißt ein Loch in das Geldbörsel der Österreicher“, fährt Wimmer auf. Daher müsse die Inflationsbelastung abgegolten und der Produktivitätszuwachs honoriert werden. Das Angebot einer Einmalzahlung lehnt die Gewerkschaft ab. Die Branche habe in diesem Jahr sehr gute Gewinne erzielt, „nun ist es an der Zeit, dass die Arbeiter davon auch etwas abbekommen“, so Wimmer. Kommt es heute, Mittwoch, zu keiner Einigung, droht die Gewerkschaft mit längeren Betriebsversammlungen und schließt Streiks nicht aus. „Wir stellen uns auf eine harte Auseinandersetzung ein. Es muss für die 165.000 Beschäftigten einen spürbaren Reallohnzuwachs geben“, lautet die Devise der Arbeitnehmervertreter.

Arbeitgeber verärgert
Die Arbeitgeber hingegen sind darüber empört, dass Forderungen über die Presse ausgerichtet worden seien: „Das ist ein Bruch in der Sozialpartnerschaft“, kritisiert Hinteregger.

Kärntner sind bereit zum Kampf
Die Kärntner Gewerkschafter unterstützen die Forderung nach 5,5 Prozent Erhöhung voll und ganz. „Sie ist nicht überzogen“, stellt Winterthur-Betriebsratsvorsitzender Günther Klammer klar. „Wir fordern die Abgeltung der Inflation von 3,15 Prozent und der Produktivitätssteigerung.
In dieselbe Kerbe schlägt AK-Präsident Günther Goach: „Die Forderung als überzogen zu bezeichnen ist hysterisch“, sagt er. Die Zahlen würden eine andere Sprache sprechen. „Vergangenes Jahr wurden 2,5 Mrd. Euro an Gewinnausschüttungen ausgezahlt“, so Goach. Auch heuer sei diese Summe geplant. „Die 5,5 Prozent Erhöhung kosten 240 Millionen Euro – es bleibt noch ein riesiges Feld für die Wirtschaft.“
Beide Gewerkschafter hoffen auf vernünftige Verhandlungen. Aber: „Wir sind zu Kampfmaßnahmen bereit, falls von den Arbeitgebern wieder solche Angebote kommen“, kündigt Klammer klar an.

Autorin: Karin Strobl

Autor:

Vanessa Pichler aus Klagenfurt

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