"Das Vertrauen ist angekratzt"

RLB-Vorstand Peter Gauper: „Am Vertrauen noch ein Stück weit arbeiten“
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Das Vertrauen der Menschen zu regionalen Banken sei in der Krise sogar gestiegen: „Wir haben an Vertrauen gewonnen“, ortet Peter Gauper, Vorstand der Raiffeisenlandesbank (RLB). Zudem sei es der RLB 2010 gelungen, die Marktposition zu stärken und in Teilmärkten auszubauen.
2009 hatte die Raiffeisenbankengruppe eine Bilanzsumme von 8,1 Milliarden Euro, die RLB steuerte davon alleine drei Milliarden Euro bei. Die Bankensteuer wird ab 2011 nur die RLB zu zahlen haben – die 47 selbstständigen Kärntner Raiffeisenbanken liegen unter der Grenze von einer Milliarde Euro. Kosten wird dies die RLB rund eine Million Euro. Die Kunden sollen laut Gauper nicht zur Kasse gebeten werden: „Primäres Ziel ist es, den Betrag durch Effizienzsteigerungen zu kompensieren.“

2011 rechnet Gauper mit steigenden Zinsen. Kurzfristig werden diese um 0,1 Prozent wachsen, mittel- bis langfristig könnten die Zinsen 2011 sogar um einen Prozent zulegen. Das betrifft sowohl Kredit- als auch Sparzinsen. Inflationsgefahr sieht der RLB-Chef keine. „Inflation wäre dann aktuell, wenn es zu einem starken Nachfrageanstieg kommen würde – danach schaut es heute aber nicht aus.“ Eine Gefahr bestehe „bei einem Anspringen der Nachfrage und Investitionen. Dann könnte sich die Spirale zu drehen anfangen.“ Doch das sei für die nächsten ein, zwei Jahre nicht zu sehen.
Frankenkreditnehmer versucht Gauper zu beruhigen: „Wir glauben, dass der Franken im jetzigen Umfeld überbewertet ist.“ Die Schweizer Währung gelte als sicherer Hafen und legt in turbulenten Zeiten zu. „Im Laufe des Jahres 2011 wird sich der Franken wieder abschwächen.“ Kunden rät er zu „keinen überhasteten Reaktionen“. Wenn Tilgungsträger schlecht performen, sei ein Stopp der Investition in den Tilgungsträger zu prüfen – das angesparte Kapital kann direkt zur Schuldentilgung verwendet werden.
Gauper glaubt, allen Unkenrufen zum Trotz, dass der Euro eine stabile Währung bleibt, die Budgetsünder würden sich nun strikter Haushaltsdisziplin unterwerfen: „Dazu gibt es keine Alternative.“ Und: „Der Euro hat sich bewährt.“ Die Situation der Wirtschaft habe sich im Allgemeinen zwar stabilisiert – „aber von einem Aufschwung sind wir weit entfernt“.

Das Vertrauen in die Wirtschaft ist jedenfalls geschwächt: „Zur Wiederherstellung des Vertrauens werden wir noch ein Stück weit arbeiten müssen.“ Je komplexer eine Struktur, desto höher die Skepsis der Menschen: „Das Vertrauen ist jedenfalls angekratzt.“ – und er stellt fest: „Auch Nachhaltigkeit kann spannend sein.“ Das Thema Hypo tue im übrigen „weder dem Bankplatz noch dem Land gut. Es wäre wichtig, wenn möglichst rasch eine langfristige Lösung für das Thema gefunden wird“, mahnt er zur Eile. sommersguter

Autor:

Vanessa Pichler aus Klagenfurt

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