Keine Preis-Erhöhung

Kelag-Vorstand Hermann Egger: „Wir brauchen neue Netz-Strukturen“
  • Kelag-Vorstand Hermann Egger: „Wir brauchen neue Netz-Strukturen“
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Das Jahr 2010 ist für die Kelag sehr erfolgreich verlaufen – mit mehr als 1,5 Milliarden Euro Umsatz. Das berichtet Kelag-Chef Hermann Egger, seit 22 Jahren im Vorstand des Paradeunternehmens. „Wir merken, dass die Wirtschaft wieder angesprungen ist.“ Ein wichtiger Pluspunkt 2010: Die Wasserführung der Flüsse betrug im Jahresschnitt 97 Prozent; budgetiert worden waren – als Mittelwert der letzten fünf Jahre – 90,5 Prozent. Im nassen Jahr 2009 waren es übrigens über 108 Prozent. 2010 wurde um 1,5 Prozent mehr Strom an Haushaltskunden verkauft, 2011 geht man erneut von einem Zuwachs von 1 bis 2 Prozent aus. Für Egger erfreulich: nur 0,5 Prozent der Kunden wechseln im Jahresschnitt. Insgesamt ist die Kelag laut Egger „auf dem Ergebnisniveau des Vorjahres“ – 2009 betrug das Konzernergebnis 74 Millionen Euro. 2010 wurde deutlich mehr investiert als vorgesehen – über 170 Millionen Euro, u. a. für Reißeck II (45-Prozent-Beteiligung). Zudem wurde viel mehr Stromhandel betrieben als erwartet. Die Speicherkraftwerke – sie speichern Strom und liefern diesen bei Bedarf innerhalb von Minuten– sind für Egger das Asset der Kelag schlechthin – „und das Potenzial des Wirtschaftsstandortes Kärnten“. Das Kraftwerk an der Gailitz in Arnoldstein wird im Frühjahr 2011 in Betrieb gehen, noch in den Feiertagen soll zum ersten Mal die Turbine gedreht werden, so Egger.

Herausforderung fürs Netz
Enorme Herausforderungen ortet Egger für das Stromnetz – der Grund: Regenerative Erzeugungsstätten liegen meist fernab der Industriezentren. Die Kelag hat 2010 über 50 Millionen Euro in die Netze investiert – und plant dies auch in Zukunft. Das vorhandene Netz ist jedoch im Wesentlichen vor 50 Jahren geplant worden – für ganz andere Erzeugungs- und Verbrauchsstrukturen. „Es geht um Verstärkungsmaßnahmen, aber auch um generell neue Netzstrukturen.“ Denn ein Plus an sauberer Energie helfe nicht, wenn die Netzgebühr so hoch werde, dass der Wirtschaftsstandort unattraktiv wird: „Das ist die große Herausforderung der Zukunft.“ Außerdem: Unter dem Stichwort „Smart home“ – ein intelligenter und effizienter Energieeinsatz im Heim - warten weitere komplexe Herausforderungen auf die Stromwirtschaft, ebenso in Sachen Elektromobilität.

Das slowenische Tochterunternehmen Interenergo, ein Start-up, das sich mit der Entwicklung von Kleinwasserkraftwerken und dem Stromhandel beschäftigt, laufe prächtig. Eine Reihe von Wasserkraftwerken wurde inzwischen am Balkan gekauft, aktuell sind Kraftwerke in Bosnien im Bau. Egger: „Dieses kleine Unternehmen handelte heuer Strom im Ausmaß von 1,5 Mrd. kWh – wir sind extrem erfolgreich.“

Am Programm der Kelag steht 2011 die Sanierung des Headquarters am Arnulfplatz in Klagenfurt. Die Fassade des 60er-Jahre-Gebäudes soll rundum erneuert werden – auch aus sicherheitstechnischen Gründen: „Die Aluminiumplatten an der Fassade sind in Eisen eingehängt. Eisen, das angerostet ist – wir müssen aufpassen, dass keine Platte runterfällt; aber es ist keine Gefahr in Verzug.“
Übrigens: Eine Erhöhung des Strompreises sei derzeit „kein Thema – wenn es einmal notwendig ist, dann werden wir die Gründe dafür erklären.“

Autor: Uwe Sommersguter

Autor:

Vanessa Pichler aus Klagenfurt

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