Umgekehrter Weg mit Biomasse anstatt Gas

In Topolcany: Max Felsberger (l.) und Gerhard Klemenz vor einem der Hackschnitzel-Berge
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Kärntner Know-how macht es möglich, dass mittlerweile zwei slowakische Städte von russischem Gas unabhängig sind. Das Kärntner Team mit Holzkaufmann Gerhard Klemenz, der Firma Riegler & Zechmeister sowie Urbanz aus Völkermarkt zeigt, wie eine mögliche Alternative zum Gasdampfkraftwerk aussehen kann. Eines der Biomassekraftwerke befindet sich in Topolcany (28.000 Einwohner). Es erzeugt Fernwärme und Strom, was sich für die Betreiber durchaus rechnet: 40 Mio. Euro Jahresumsatz in den Werken sprechen für sich. Klemenz: „Wir garantieren Heizkosten, die um zehn Prozent billiger sind als mit Gas.“ Das Holz wird aus einem Umkreis von rund 60 Kilometern bezogen, die Wertschöpfung bleibt in der Region.

Nicht nur Strom und Wärme
In Topolcany kaufte „Bioenergy Topolcany“ (die Kärntner Betreiber mit zwei slowakischen Partnern) die ehemalige Hausverwaltung „Toma“ und ist damit für Wärmeproduktion und -distribution verantwortlich. In Bardejov – dort ging das Werk schon 2009 ans Netz – nehmen die dortigen „Stadtwerke“ die Wärme ab und vertreiben sie. Der Strom wird jeweils ins Netz eingespeist. Die Werke produzieren jedoch nicht nur Strom und Fernwärme. Abwärme könnte in Zukunft in Topolcany für die Pelletserzeugung genutzt werden. Die Restasche des verbrannten Holzes finde als Düngemittel Verwendung.
Klemenz erklärt den Umwelt-Pluspunkt: „Durch doppelte Rauchgasreinigung werden am Ende nur 20 Prozent der zulässigen Schadstoffmenge ausgestoßen – in Form von heißer Luft. Im Winter sieht man Wasserdampf, der entsteht, wenn die heiße Abluft mit kalter Außenluft in Berührung kommt.“
Der nach Topolcany mitgereiste Bürgerinitiativen-Sprecher Max Felsberger zeigte sich begeistert: „Ein ähnliches Biomassekraftwerk in Verbindung mit dem bestehenden am Südring wäre für die Grundlast auch in Klagenfurt eine sinnvolle Alternative. Für Spitzen gebe es etwa die Möglichkeit eines Warmwasserkessels.“

Zur Sache - Die Biomassekraftwerke in der Slowakei:
In die Werke in Topolcany und Bardejov investierten die Kärntner 70 Mio. Euro. Es sind die effizientesten Kraftwerke dieser Art in Europa und sie erwirtschaften damit einen Jahresumsatz von 40 Mio. Euro. Die Bauzeit betrug jeweils nur ca. neun Monate.

In Topolcany werden seit April 2011 9.000 Haushalte versorgt. Die Jahresproduktion: 160.000 MWh Wärme und 65.000 MWh Strom. Die Leistung der Dampfturbine beträgt 8,2 Megawatt. Der Holzverbrauch beträgt rund 100.000 Festmeter im Jahr.

Punkten konnten die Kärntner in der Slowakei mit folgenden Argumenten:
• Unabhängigkeit von russischem Gas;
• Wertschöpfung bleibt in der Region;
• Betreiber-Garantie: Heizkosten sind gegenüber Gas um zehn Prozent billiger.

Funktion: Durchs Verbrennen des Hackguts wird Wasser erhitzt, bis es verdampft. Eine Dampfturbine treibt einen Generator an, der Strom erzeugt. Mit dem Abdampf aus der Turbine wird über einen Wärmetauscher Wasser für die Fernwärme erhitzt.

Autor:

Vanessa Pichler aus Klagenfurt

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