05.09.2014, 12:41 Uhr

Die Wälder sind noch grün

Michael Kristof als Soldat Jakob Lindner in "Die Wälder sind noch grün", ab 12, 9. im Kino (Foto: Artdeluxe)

Ab 12. September im Kino: ein Anti-Kriegsfilm mit Schauplatz Julische Alpen im 1. Weltkrieg.

Am 12. September läuft eine österreichisch-slowenische Kinoproduktion mit starkem Kärnten-Anteil in den Lichtspielhäusern in ganz Österreich an: Der Rosentaler Schauspieler Michael Kristof spielt in „Die Wälder sind noch grün“ seine erste Kino-Hauptrolle, der Produzent ist Robert Hofferer, gebürtiger Klagenfurter und (unter anderem) Manager von Andrè Heller.
„,Die Wälder sind noch grün‘ ist ein Anti-Kriegsfilm. Ein sehr intimer Film. Ein filmisches Kammerstück“, beschreibt Hofferer, der gemeinsam mit dem slowenischen Regisseur Marko Nabersnik auch das Drehbuch verfasste. Der Film ist ein Beitrag zum 100 Jahre-Gedenken an den Ausbruch des Ersten Weltkriegs, der Schauplatz ist die Isonzofront in den Julischen Alpen während der 11. Isonzoschlacht.

Originalgetreu bis in Details

Gedreht wurde an Originalschauplätzen, in 2.200 Meter Höhe. „Wir hatten mit genau jenem Wetter umzugehen, wie die Soldaten dort im Spätsommer 1917, wie wir aufgrund von Recherchen wissen. Sonne, Regen, Sturm, Nebel, Schneegestöber, Blitz, Donner, Wind, Hitze und Kälte. Im Wechsel von oftmals nur wenigen Minuten“, erzählt Hofferer von den Dreharbeiten. Genauso original wie die Schauplätze sind Ausstattung und Bauten des Films: entweder originalgetreu nachgebaut oder aus Museen bzw. von Privaten geliehene Kriegsausrüstung. „Jedes Detail im Film wurde genau recherchiert. Wir haben auch etliche Original-Tagebücher von Soldaten gesichtet und uns in den Drehbuchtexten an deren Sprache orientiert.“

Erste Film-Hauptrolle

„Ich war so tief in der Rolle, dass ich mich im Kostüm sogar zum Schlafen gelegt habe“, erzählt Hauptdarsteller Kristof von den Dreharbeiten. Kristof ist 1981 in Bach im Rosental geboren und absolvierte das Schauspielstudium an der Akademija za gledališče, radio, film in televizijo/Akademie für Theater, Radio, Film und TV in Laibach. Seit 2008 ist er als freiberuflicher Schauspieler vor allem in Klagenfurt, Wien und Laibach tätig; er arbeitet als Synchronsprecher für die BBC und den ORF und war in Slowenien bereits in mehreren Film- und TV-Projekten engagiert.
In Klagenfurt war der Rosentaler zuletzt in der „Junges Theater Klagenfurt“-Produktion „Bernarda Albas Haus“ zu sehen (Regie: Angie Mautz). Ein kleiner Auszug weiterer Engagements: Peter Handkes „Immer noch Sturm“ in der neuebuehnevillach (2012, Regie: Bernd Liepold-Mosser), Wolkenflug-Produktion „Magdalena Sünderin“ (2013, Regie: Ute Liepold), klagenfurter ensemble-Produktion von Handkes „Publikumsbeschimpfung“ (Regie: Marjan Štikar) und viele mehr.

„Menschheit vor Feuerschlünden …“

Die Inspiration zum Drehbuch lieferte das Gedicht „Menschheit" von Georg Trakl: „Menschheit vor Feuerschlünden aufgestellt, Ein Trommelwirbel, dunkler Krieger Stirnen (…)“, heißt es darin.
Inmitten der Kriegshölle in den Hängen des Rombon sind der böhmische Hauptmann Jan Kopetzky (dargestellt vom slowenischen Schauspieler Simon Serbinek) und der Kärntner Handwerkersohn Jakob Lindner (Kristof) die einzigen Überlebenden eines Artillerieangriffs der Italiener. Der Hauptmann ist schwer verwundet und der junge, unerfahrene Soldat wurde erst kürzlich zur Front eingezogen. Da die nächste Angriffswelle der Italienischen Armee unmittelbar bevorsteht, dürfen die beiden ihren strategisch wichtigen Beobachtungsposten nicht verlassen. Jakob bleibt mit dem sterbenden Hauptmann alleine auf Posten. Die einzige Verbindung nach außen ist das Feldtelefon.

Würde und Menschlichkeit

„,Die Wälder sind noch grün‘ ist ein Film über Freundschaft, Würde und Menschlichkeit inmitten der Hölle und völligen Irrationalität des ersten industrialisierten Krieges der Weltgeschichte“, erklärt Regisseur und Drehbuch-Co-Autor Nabersnik. „Über den Krieg zu erzählen, ist immer eine heikle Angelegenheit. Der Film ist eine Aufforderung, sich darüber im Klaren zu sein, dass der Krieg per se, unabhängig von Zeit und Ort, niemals etwas anderes ist, als das erbärmliche Ergebnis des politischen Versagens der jeweiligen Machthaber.“

„Die Wälder sind noch grün“ läuft ab 12. September in Klagenfurt im Wulfenia-Kino (http://content.wulfeniakino.at/) sowie im Stadtkino Villach (http://www.cineplexx.at/center/stadtkino-villach/).
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