28.09.2016, 06:55 Uhr

Hacker haben Firmen im Visier

Gruppeninspektor Harald Gratzer ist Betrugs-Experte: "Betrugsdelikte im Internet nehmen immer weiter zu" (Foto: Mares Kohlmayr)

Immer öfter werden Daten auf Firmenservern verschlüsselt. Darauf folgt eine Zahlungsaufforderung.

FELDKIRCHEN (fri). Der Marktplatz Internet wird immer öfter von Internet-Betrügern missbraucht und die Anzeigen häufen sich. Aber nicht nur Privatpersonen sind die Opfer, in letzter Zeit mehren sich die Angriffe auf Firmen.
"Wir verzeichnen vermehrte Angriffe auf Firmenserver", weiß Gruppeninspektor Harald Gratzer von der PI Feldkirchen. "In den letzten Wochen sind die Daten einiger Feldkirchner Betriebe verschlüsselt worden. Darauf folgt eine Zahlungsaufforderung mit dem Hinweis, dass nach Einlangen des gewünschten Betrages die Daten wieder decodiert werden."

Übertragung per E-Mail

Die Vorgehensweise sei immer die gleiche: Mittels E-Mail gelangen Viren auf den PC und damit in das System. Leider sei für den Benutzer nicht sofort offensichtlich, dass es sich dabei um schädliche Dateien handelt. Darum sei eine gute Sicherheitsausstattung für den Computer oberstes Gebot. "Der beste Schutz ist eine aktuelle Antiviren-Software und eine Firewall. Für Schutzprogramme, Betriebssysteme und Internet-Browser werden regelmäßig von den Herstellern Aktualisierungen – Updates – angeboten. Wir empfehlen diese umgehend zu installieren und die Daten regelmäßig zu sichern", appelliert Gratzer an die Eigenverantwortung der Computernutzer. Aber nicht nur Betriebe, sondern auch Privatpersonen sollten ihre Daten schützen. Auf der Jagd nach sogenannten Internet-Schnäppchen vergessen viele die Gefahren und tappen oft in die Falle.


Domain überprüfen

"Sehr oft ist dann nicht nur das Geld, sondern auch die Internet-Seite weg und Mails kommen unbeantwortet zurück."
Bei unsicheren Online-Portalen empfiehlt der Betrugs-Experte immer sich zuerst die Domain genauer anzusehen und eventuell Näheres in Erfahrung zu bringen. "Grundsätzlich sollte mit Kreditkarten-Nummern sehr behutsam umgegangen werden und nur wirklich seriösen Firmen sollten die Nummern bekannt gegeben werden. Eine weitere Variante sind Zahlungen über ein Pay Pal-Konto." Eine gute Alternative zur Zahlung mit der Kreditkarte sei die Lieferung per Nachnahme. "Das ist zwar meist etwas teurer, dafür aber sicher, denn der Kunde bezahlt erst, wenn er das Paket schon in den Händen hält."

Internetmeldestelle im Bundeskriminalamt: against-cybercrime@bmi.gv.at

Zehn Tipps, wie Sie sich und den PC vor Gefahren schützen können:
Schutz des PC: Gute Sicherheitsausstattung mit Antiviren-Programm und Firewall. Es wird empfohlen Updates umgehend zu installieren.
E-Mails & Chats: Nur E-Mails von vertrauenswürdigen Absendern öffnen. Dubiose E-Mails sofort löschen. Vorsicht bei E-Mails von Kreditinstituten: Banken bitten Kunden nie per Mail vertrauliche Daten einzugeben.
Software: Regelmäßige Updates. Vorsicht bei Gratis-Downloads.
Tauschbörse: Wer im Internet unbekannte Dateien tauscht, riskiert eine Infektion des PCs mit Schadprogrammen. Urheberrechte beachten!
Online-Shopping: Zeichen für die Seriosität eines Onlins-Shops sind ein Impressum mit Nennung und Anschrift der Firma, des Geschäftsführers oder einer Umsatzsteuer-Identifikationsnummer sowie klare Geschäftsbedingungen.
Bezahlung im Web: Vorsicht ist bei Vorauskasse geboten. Konto- oder Kreditkartendaten nur über verschlüsselte Verbindungen übertragen. Sichere Webseiten sind auch an einer grün hinterlegten Adresszeile erkennbar.
Online-Banking: Die offizielle Adresse der Bank immer direkt eingeben oder über eigene Lesezeichen, so genannte Favoriten, abrufen. PC-Nutzer sollten ihre Bank fragen und das modernste verfügbare Verfahren wählen.
Private Infos, Fotos & Passwörter: Vorsicht bei der Weitergabe von privaten Fotos und persönlichen Daten. Einmal veröffentlicht können Fotos negative Auswirkungen auf das weitere Leben haben – Mobbing, Erpressung, sexueller Missbrauch, ...
Angebote als Waren- oder Finanzagenten: Angebote im Internet oder per E-Mail als Waren- oder Geldvermittler zu arbeiten sind konsequent abzulehnen. Der Vermittler dient den Tätern zur Verschleierung ihrer Identität.
Apps- & Abofallen: Apps können Kosten verursachen und sensible Nutzerdaten übertragen. Nur Apps über offizielle App-Shops installieren.
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