09.11.2016, 06:36 Uhr

"Kraut und Ruabn" in Steuerberg

Der Kulturverein Steuerberg sorgt dafür, dass bäuerliche Traditionen aufrecht erhalten werden.

"Die Aufgabe des Kulturvereines besteht darin, das bäuerliche Brauchtum aufrecht zu erhalten und wenn möglich mit Zeitzeugen nachzustellen", erklärt Josef Rainer, Obmann des Kulturvereines. Wir haben jedes Jahr ein anderes Thema und heuer haben wir uns entschlossen Kraut einzuschneiden wie anno dazumal.

Von der Saat zum Sauerkraut
Im Frühjahr wurden 280 Krautpflanzen von uns gesetzt und das ganze Jahr über betreut, das heißt vom Unkrautjäten bis zur Ernte. Bruno Klingspiegel vom Marienhof hat uns eigens dafür einen Acker zur Verfügung gestellt.

Mit Pferd und Leiterwagen
Geerntet wurde wie vor 50 Jahren, mit Pferd und Leiterwagen, und auch das Einschneiden wird von Hand mit dem Krauthobel erledigt. "Wichtig beim Krauteinlegen ist das Stampfen", erzählt Rainer. Das geschnittene Kraut muss im Schaffl Schicht für Schicht gestampft, gesalzen und gewürzt werden, bis eine Schicht Saft über dem Kraut steht. Abschließend mit großen Krautblättern abdecken und mit Steinen beschweren. Nach vier bis sechs Wochen ist das Sauerkraut fertig. Vor Weihnachten werden dann alle Mitglieder des Kulturvereines zu einem Schlachtschmaus eingeladen, bei dem das frische Sauerkraut verkostet wird. Der Rest wird unter den Mitgliedern aufgeteilt, damit jeder beim traditionellen Weihnachtsessen, dem Gselchten, sein eigenes, selbst eingelegtes Sauerkraut hat.

Wichtiger Vitaminlieferant
Früher versorgte das Weißkraut und das daraus auf traditionelle Art und Weise hergestellte Sauerkraut gerade in den Wintermonaten die Menschen mit den nötigen Vitaminen und Mineralstoffen. Denn Sauerkraut galt nicht nur als hervorragender Lieferant von Vitamin B, C und K, sondern war auch wegen seiner vielen Ballaststoffe beliebt.
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