02.09.2014, 12:01 Uhr

Urbane Kunst aus Feldkirchen

Norbert Wabnig gehört zu den renommiertesten Graffitikünstlern Wiens.

WOCHE: Wo haben Sie in Feldkirchen angefangen zu sprühen?
WABNIG: Das einzige Bild von mir in Feldkirchen, zu dem ich einen persönlichen Bezug hatte, war auf dem Fahrradgeschäft Salbrechter. Links von mir waren Bilder von Gerhard Drach (alias: iove). Seine Bilder waren der Grund für mich damit anzufangen. Der damalige Besitzer ließ mich nach Anfrage daneben malen. Das war 2002.
Wie waren die Reaktionen?
Beobachten konnte ich Bewunderung bis Verachtung. Wenn man jünger ist, will man der Batman sein, der sich nachts rumtreibt und am nächsten Tag reden darüber die Leute. Irgendwann wird man älter und möchte vielleicht davon leben, dann geht das in dieser Form nicht mehr.
Was waren die heftigsten und schönsten Reaktionen auf deine Kunst in der Heimat?
Die Reaktionen reichten in Kärnten vom Bauer mit der Schrotflinte bis zu einer Frau, die mir erzählte, sie sammle alle meine Bilder.
In Feldkirchen werden Züge besprüht, wie stehen Sie dazu?
Bilder auf vorbeifahrenden Zügen haben mich dazu bewegt, selbst mit dem Malen anzufangen. Graffiti wurde durch bemalte U-Bahnen in New York der 70er und 80er und in Europa zu dem, was es heute ist. Ich persönlich finde vieles, was man auf Zügen zu sehen bekommt, visuell sehr ansprechend. Besitzer dieser Züge argumentieren natürlich anders.
Hat es so eine urbane Kunst schwer am Land?
Da gibt es die gleichen Diskussionen wie in der Stadt. Ich glaube nicht, dass es wirklich Unterschiede gibt. In der Stadt ist das Thema aufgrund der Dichte an Bildern präsenter, das kann von Vorteil sein, wenn man auch Geld verdienen will.
Wird das Klischee der „Schmierereien“ am Land noch mehr bedient als in der Stadt?
Gefühlt ja. Das hängt aber nur mit der Dichte der Bilder zusammen. Wenn man sich Zeitungsartikel oder Fernsehberichte ansieht, die zum Beispiel in Kärnten oder Salzburg zu sehen sind, sind das meist überwiegend schlechte Nachrichten. Vor allem diese einseitige Berichterstattung zeichnet leider auch ein sehr subjektives, einseitiges Bild.Mir ist in den letzten Jahren aufgefallen, dass ich fast ausschließlich über vandalisierte Züge gelesen habe, nicht aber über die doch vorhandenen Kunstprojekte.

ZUR PERSON

Name: Norbert Wabnig

Graffiti-Tag: „Stone one“

Graffiti seit 1997

Wohnt seit 2006 in Wien

Beruf: Fotograf

Stil: 3d Graffiti

Einflüsse: M.C. Esher, Shok1, Hapz, Daim, Suspekt/Simple

Graffiti: http://e5711.blogspot.co.at

Foto: http://nwfoto.tumblr.com
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