01.09.2014, 09:40 Uhr

Warnung vor Spiel mit Angst

Die Anzahl der Streifen wird in der Landespolizeidirektion laufend überprüft, um umfassende Bewachung zu gewährleisten

Erneute Kritik an der Schließung von Dienstposten. Die Polizei-Direktorin warnt vor Debatte.

Von enormer Steigerung der Anzahl von Einbrüchen sprach zuletzt der Liebenfelser Bürgermeister Klaus Köchl. Als Ursache vermutet er die Schließung der Polizeiinspektionen Anfang Juli.
Die erneute Kritik an der Reform will die Kärntner Polizei-Direktorin Michaela Kohlweiß so nicht stehen lassen. "In Kärnten sind die Zahlen rückläufig", sagt sie. Derzeit nehme die Kriminalität um rund zwei Prozent ab; die Aufklärungsquote steige leicht.

Kritik an Kritikern
Gibt es in einem Gebiet signifikante Steigerungen bei bestimmten Delikten, reagiert die Polizei sofort. "Wir haben da aber ein sensibleres Instrumentarium", kritisiert Kohlweiß die Kritiker. "Allein zu sagen, es gebe drei Einbrüche mehr, ist zu wenig", so Kohlweiß. "Einbruch ist nicht gleich Einbruch."
Der Polizei stehen – auch tagesaktuell – unterschiedlichste Analysen zur Verfügung. Sie bringen Delikte, Tatzeiten und auch Gebiete miteinander in Verbindung. Kohlweiß: "Eine ganze Abteilung beschäftigt sich ausschließlich damit – wir planen auch unsere Streifen nach den Daten."

Gefahr von Trittbrettfahrern
Die Polizei-Direktorin müsse "immer schmunzeln, wenn Bürgermeister bei der Verbrechensbekämpfung mitreden" wollen. Nicht zu lachen findet es Kohlweiß allerdings, wenn die Debatte öffentlich wird. "Es ist unverantwortlich mit der Angst der Bürger zu spielen", findet sie klare Worte. "Weil durch die wiederholten Meldungen auch die Gefahr von Trittbrettfahrern steigt."
Kohlweiß rechnet damit, dass der anstehende Wahlkampf um die politische Verteilung in den Gemeinderäten vermehrt Kritiker an der Reform auf den Plan rufen wird. "Sicherheit ist immer ein Thema", weiß sie. Allerdings: "Es ist jeder gut beraten, dass Thema nicht öffentlich zu spielen."

Mehr Streifen unterwegs
Ähnliches gelte – laut Kohlweiß – auch für die Präsenz der Streifen in den Gebieten, die von der Schließung der Polizeiposten betroffen sind. Auch über mangelnde Präsenz von Polizisten kam zuletzt Kritik von Personen auf. "Das ist das subjektive Empfinden von einzelnen Menschen", meint die Polizei-Direktorin. "Wir planen aber nach Daten." Ständig werde die Streifentätigkeit in Kärnten überwacht. "In allen Bereichen gibt es eine Steigerung der Präsenz", zitiert Kohlweiß aus den Zahlen. Eine detaillierte Evaluierung laufe derzeit.
Großes Augenmerk legt man derzeit auf die Dämmerungseinbrüche. Ein Paket mit zwölf Maßnahmen ist in Ausarbeitung. "Das wird im Oktober schlagend", so Kohlweiß. Dann beginnt die Saison für solche Delikte.

Zur Sache
37 Prozent der Kriminalität in Kärnten verzeichnet die Polizei in der Landeshauptstadt Klagenfurt.

Mehr als die Hälfte aller Delikte in Kärnten werden im Großraum Villach und Klagenfurt zur Anzeige gebracht.

Intern verwenden die Beamten mehrere Analyse-Methoden und Vergleichszeiträume, um bei Spitzen reagieren zu können. Auch tagesaktuelle liegen jederzeit auf.

Die Streifentätigkeit wird laufend überprüft. "In allen Bereichen gibt es eine Steigerung", so Kohlweiß.

Interne Zahlen der Polizei verzeichnen insgesamt einen Rückgang der Kriminalität in Kärnten.

Auch heuer geht die Anzahl der Delikte leicht zurück – derzeit um zirka zwei Prozent.

Gleichzeitig steigt die Aufklärungsquote in Kärnten leicht. Veröffentlicht werden die Zahlen erst nach Ablauf des Jahres.
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