13.10.2017, 06:40 Uhr

Nach dem Zirbenholz kommt Zirbenöl

Die Geschwister Christian, Edda und Lorenz (v.li.) sind bereits in frühen Jahren mit den Vorzügen des Zirbenöls vertraut (Foto: Martina Schurian)

Vor einem Jahr hat Christian Greiler die Zirbenöldestillation und Lärchenharzraffinerie in Kaindorf übernommen.

SIRNITZ (fri). Holz liegt der Familie Greiler aus Sirnitz in den Genen. Im Jahr 1961 wurde das Sägewerk vom Betriebsgründer Roman Greiler erworben. Schon er befasste sich von Beginn an mit dem Einschnitt von Lärchen- und Zirbenholz. Womit wir schon beim Thema wären.
2000 übernahm Christian Greiler den elterlichen Betrieb. Selbst nach einem Brand im Jahr 2005 gab er nicht auf, wagte einen Neuanfang und konnte sich mit heimischen Hölzern – allen voran Lärche und Zirbe – am Markt etablieren. Die über 50-jährige Tradition und Erfahrung mit Zirbenholz wird nun auch anderweitig genutzt.


Hochwertige Qualität

"Vor einem Jahr haben wir die Lärchenharzraffinerie, die Nikolaus Schusser 1919 in Kleinglödnitz gegründet hat, übernommen", sagt Firmenchef Christian Greiler. "Im Oktober des Vorjahres haben wir mit der Produktion von Zirbenöl und Lärchenharz begonnen. Vor allem das Zirbenöl liegt mir besonders am Herzen. Aus den Ästen und Nadeln lässt sich das wertvolle Öl gewinnen."
Für die Destillation wird nur heimisches Zirbenholz aus den Nockbergen, das von Ende Oktober bis März geschlagen wird, verwendet. Dort würde es das größte zusammenhängende Zirbenvorkommen der Ostalpen geben. Und diese Tatsache, dass es viele Zirben gibt, wirkt sich positiv auf die Qualität der Bäume aus.


Heimischer Rohstoff

"Ich habe mich intensiv mit diesem Thema beschäftigt und Studien ergeben, dass Bäume miteinander kommunizieren, sich warnen, wenn Feinde im Anzug sind. Unsere Bestände sind gesund und das ist die beste Voraussetzung für ein qualitativ hochwertiges Öl", so Greiler. "Ich habe mich sehr oft gefragt, wie es sein kann, dass Zirbenöl, das definitiv nicht aus heimischen Bäumen gewonnen wird, als regionales Produkt verkauft werden kann. Meines Wissens nach sind wir die einzige gewerbliche Raffinerie in Kärnten."


Öl mit Persönlichkeit

Um sein wertvolles Zirbenöl weiter aufzuwerten, hat Greiler gemeinsam mit dem Holztechniker Hannes Ofner aus Ebene Reichenau eine Marketing-Idee entwickelt. "Hannes Ofner fertigt uns aus Holz beliebige Modelle an, die je nach Wunsch auch gebrandet werden können. Diese bestücken wir mit einem Fläschchen Zirbenöl. Eine regionale Geschenksidee, die noch lange zu Hause mit ihrem unverwechselbaren und echten Geruch nachwirkt."


Stärkung für Körper, Geist und Seele

Das ätherische Zirbenöl wird gerne zur Stärkung und Aktivierung von Körper, Geist und Seele eingesetzt. Es weckt die Lebensgeister und belebt den gesamten Organismus. Nach einer Krankheit oder bei starken seelischen und körperlichen Belastungen kann ätherisches Zirbenöl gut in den Alltag integriert werden, um wieder zu Kräften zu kommen. Das Öl kann als Duft- und Massageöl, als Saunaaufguss, zur Mottenabwehr oder zur Inhalation verwendet werden.

Einfluss auf Atemwege

Auf seelischer Ebene gibt Zirbenöl Kraft und Halt. Es wirkt bei Mut- und Energielosigkeit sowie bei Depressionen. Wie alle Kieferngewächse hat die Zirbe einen positiven Einfluss auf die Atemwege. So wird das Öl gerne bei Erkältungskrankheiten, Grippe, Bronchitis, aber auch bei Lungenentzündung angewendet. Zudem verstärkt die Zirbe die Entgiftung über die Bronchien und die Haut.


Wertvolle Botenstoffe

Zirbelkiefer kann die Noradrenalin- und Dopamin-Produktion anregen. Diese sind chemische Botenstoffe, die für die Produktion von Glückshormonen verantwortlich sind. Notfall-Tipp: Ein bis zwei Tropfen reines Zirbenöl aufs Taschentuch. Ein paar Mal kräftig inhaliert hilft es beim Entspannen.
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