Den Segen bringt uns der Buschen!

Wie kommt der Palmbuschen in Zeiten von Corona zum Segen „von oben“? Diese Frage beschäftigt Kirchenmänner und wohl auch noch einige Frauen und Männer aus dem Kirchenvolk, wie Berichte über Online-Gottesdienste mit Palmbuschen-Segnung oder eine Segens-Anleitung der Kirche für die Familien daheim zeigen.

„Der Pfarrer soll sich seinen Segen sparen!“, so spricht ein Bergknappe aus dem Gasteinertal in der Sage „Ein zauberischer Perchtenlauf“ aus dem Salzburger Sagenbuch von Josef Brettenthaler. Er weiß auch, warum er das fordert, denn nachdem er, so wie ihm ein altes Weib gesagt hatte, „vierzehn Tage vor dem Perchtenlauf kein Wort gebetet und kein Kreuz gemacht hatte“, erlebte er einen Perchtenlauf, bei dem er „sich hoch in die Lüfte erhob und über dem nahen Wald schweben blieb“ – solange, bis der Pfarrherr erschien und diesem „höllischen Blendwerk“ durch den Segen mit dem Allerheiligsten ein Ende setze und der Bergknappe „gleich einem Stein zu Boden stürzte“.

Aus war es also mit der schamanischen Reise, als der Pfarrherr mit seinem Segen auf der Bildfläche des Perchtenlaufs erschien. Aus ist es auch mit der potenten Grünkraft des Kräuterbuschens - welcher in vorchristlichen Zeiten als Phallussymbol des „Grünen Mannes“ angesehen wurde - seit die Kirchenmänner daraus den „Palmbuschen“ gemacht haben, welcher nun an Jesus erinnern sollen. Jesus „aufersteht“ nun zwar auch bald wieder „von den Toten“ und kommt aus der Höhle im Erdenbauch hervor, wie dies jahrtausendelang der „Grüne Mann“ zu Frühlingsbeginn tat und wie dies in den Ritualen zum Frühlingsbeginn lustvoll und ausschweifend gefeiert wurde.

Doch Jesus muss seinen Körper zurücklassen und er muss dann auch bald darauf die Erde ganz verlassen, um „ins Himmelreich“ aufzufahren. So körperlos und in höhere Sphären entschwebt wird es schwierig werden mit der „grünen Potenz“, die es nun auf den Feldern und Äckern braucht, damit es ein in vielerlei Hinsicht fruchtbringendes Jahr der Erde werden möge.

Einem Phallus gleich stecken die Bäuerinnen und Bauern hier in meiner Salzburger Heimat die Palmbuschen bis heute auf ihre Wiesen, in ihre Gärten. In einem Radio-Salzburg-Beitrag an einem Palmsonntag vor einigen Jahren hat ein Mann aus dem Tennengau erzählt, dass in seiner Jugendzeit beim Kirchgang am Palmsonntag genau geschaut wurde, welcher der Burschen „den Längsten und den Größten“ hatte. Er sprach vom Palmbuschen…

Diese grünen Kraftbündel aus der Natur brauchen den Segen des Pfarrers nicht, ganz im Gegenteil! Der Buschen ist der Segen! Die wiederkehrende, grüne Natur ist der Segen für uns...

Mehr erfahren über die ursprüngliche Bedeutung unserer Bräuche: www.wildmohnfrau.at

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