Feierliche Ehrung von Erzbischof Alois Kothgasser

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„Diese elf Jahre meines Hirtendienstes in der Erzdiözese Salzburg waren für mich eine erfüllte und gesegnete Zeit“, sagte der Apostolische Administrator und scheidende Erzbischof Alois Kothgasser am Sonntag in seiner Predigt im Dom. Anlässlich des Dankgottesdienstes für seine Amtszeit wies Generalvikar Hansjörg Hofer auf viele Stärken Kothgassers hin. „Unser Erzbischof ist ein Kontaktgenie“, sagte er. Hofer dankte für viele pastorale Impulse wie zum Beispiel die Begegnungswoche „Offener Himmel“.

„Der Dom ist voll“, freute sich Domdechant Hans Walter Vavrovsky. „Ich habe mich und alle meine Mitarbeiter in den elf Jahren nicht geschont“, sagte Erzbischof Kothgasser in der Predigt. Er dankte im Besonderen allen Menschen in der Erzdiözese für die Begegnungen und den hauptamtlichen und ehrenamtlichen Mitarbeitern für die gute Zusammenarbeit. „Es gibt hier viele, die ihre Zeit und Kraft für die Kirche einsetzen. „Wir brauchen diese Zeugnisse lebendiger Verkündigung, damit Salzburg als Zentrum des Geistes wachsen kann“. Er habe es als sein Programm gesehen, die tragenden Säulen der Kirche – Verkündigung, Liturgie, Diakonie und Koinonia/Gemeinschaft - zu stärken.

„Als Sprecher des Diözesanvolkes“ sagte Generalvikar Hansjörg Hofer dem scheidenden Erzbischof „Vergelt´s Gott tausendmal“. Kothgasser sei auf die Menschen zugegangen und habe ihnen zugehört: „Den Mitarbeitern hast du viel Vertrauen geschenkt“. Pfarrliche und diözesane Gremien habe er gestärkt und aufgewertet. „Du hast nie ausgegrenzt sondern immer integriert“, betonte der Generalvikar. Der Erzbischof sei den Menschen auf Augenhöhe begegnet und habe ausgleichend gewirkt.

Tausende Gläubige, darunter etliche Gruppen aus Tirol und der Steiermark, feierten den Gottesdienst mit. Neben dem Apostolischen Nuntius, Erzbischof Peter Stephan Zurbriggen, waren auch der Münchner Kardinal Reinhard Marx, der Erfurter Bischof Joachim Wanke und mehrere Diözesanbischöfe nach Salzburg gekommen. Der Domchor und das Domorchester intonierten unter der Leitung von Domkapellmeister Janos Czifra Mozarts Credomesse.

Rund 400 Angehörige von Schützenkompanien und verschiedenen Vereinen salutierten dem scheidenden Erzbischof vor der Residenz. Unter der Begleitung der Militärmusik Salzburg und der Musikkapelle aus St. Stefan im Rosental, dem Heimatort Kothgassers, marschierte die Ehrenkompanie auf. Den Ehrensalut feuerten die Bauernschützen aus St. Johann im Pongau und die Schützen aus Angath/Tirol ab.

Landeshauptmann Wilfried Haslauer überreichte in der Residenz Erzbischof Kothgasser das Großkreuz des Ehrenzeichens des Landes Salzburg, die höchste Landesauszeichnung. „Sie haben Licht in eine krisengeschüttelte Kirche gebracht und vielen Menschen Hoffnung geschenkt“, sagte der Landeshauptmann. Kothgasser sei ein Glücksfall für Salzburg gewesen, der es nie gescheut habe, mutig für Ethik in Wirtschaft und Politik einzutreten.

"Wenn einer, wie Alois Kothgasser, seinem Wappenspruch gemäß 'Die Wahrheit in Liebe' tun will, dann hat er sich wohl das höchste Ziel gewählt, das sich ein Mensch überhaupt setzen kann. Ein solches Ziel erfordert ungeheuer viel Energie und es erfordert vor allem etwas ganz Fundamentales: Gottvertrauen. Alois Kothgasser hatte und hat beides. Er wurde damit zum Segen für seine gesamte Erzdiözese und er bleibt es weit über den Tag hinaus", betonte Haslauer.

Biographie von Alois Kothgasser:
Alois Kothgasser wurde am 29. Mai 1937 in Lichtenegg im Bezirk Feldbach (Steiermark), wo er auch die Volksschule besuchte, geboren. 1951 trat er in das Aufbaugymnasium der "Salesianer Don Boscos" in Unterwaltersdorf, Niederösterreich, ein, das er 1957 mit der Matura abschloss. Bereits 1955 (mit 18 Jahren) legte er die ersten Ordensgelübde ab. Von 1957 bis 1960 absolvierte Alois Kothgasser ein dreijähriges Erzieherpraktikum in Unterwaltersdorf und in Klagenfurt und anschließend philosophisch-theologische Studien an der päpstlichen Hochschule in Turin-Corcetto. Am 9. Februar 1961 wurde er in Turin zum Priester geweiht. Es folgten weitere Studien in Rom an der ordenseigenen "Pontificia Ateneo Salesiano" (PAS) und 1968 die Promotion zum Doktor der Theologie. In den 1970er-Jahren lehrte er als Gastprofessor für Dogmatik in Benediktbeuern (Diözese Augsburg) und zwei Semester lang an der Salesianer-Hochschule in Bethlehem. Ab 1982 war er in verschiedenen akademischen Funktionen (u.a. als Rektor) an der Salesianer-Hochschule Benediktbeuern in Augsburg tätig. Neben seiner wissenschaftlichen Arbeit engagierte sich Kothgasser besonders in der spirituellen Begleitung junger Ordensleute und als Leiter von Kursen zur pastoralen und theologischen Fortbildung. Am 10. Oktober 1997 hat Papst Johannes Paul II. den damals 60-jährigen Pater Dr. Alois Kothgasser zum "Dritten Bischof von Innsbruck" ernannt. Im November 1998 wurde Bischof Kothgasser zum Honorarprofessor der Stiftungsfachhochschule München ernannt. Am 23. November 2002 wählte das Dom- und Metropolitankapitel zu Salzburg Bischof Dr. Alois Kothgasser zum "Erzbischof von Salzburg". Papst Johannes Paul II. bestätigte am 27. November 2002 diese Wahl. Die Amtsübernahme erfolgte am 10. Jänner 2003. Er ist damit der 89. Nachfolger des heiligen Rupertus und der 78. Erzbischof von Salzburg. Vor Vollendung seines 75. Lebensjahres im Mai 2012 reichte er wegen Erreichung der Altersgrenze bei Papst Benedikt XVI. seinen Rücktritt ein, der am 4. November 2013 von Papst Franziskus angenommen wurde. Am 10. November 2013 hat das Salzburger Domkapitel aus einem Dreiervorschlag den steierischen Weihbischof Dr. Franz Lackner zum neuen Erzbischof von Salzburg gewählt, der am 12. Jänner 2014 offiziell in das Amt eingeführt wird. Bis zu dieser offiziellen Emeritierung ist Erzbischof Dr. Alois Kothgasser noch Apostolischer Administrator der Erzdiözese Salzburg.

Fotos: Franz Neumayr

Autor:

Stefanie Schenker aus Salzburg-Stadt

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