"Der zehnte Teil" - Christliche Bauern helfen

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SEEKIRCHEN (lin). Es gibt Christen und Christen. Die Bauern-Familie Öschlberger aus Seekirchen gehört zu jener Sorte, die die Bibel ernst nimmt. Und dort steht sinngemäß, du sollst den zehten Teil deines Einkommens spenden, weggeben, verschenken. Jenen Menschen zur Verfügung stellen, die weniger haben, Unterstützung brauchen.

Am Zachhiesenhof in Huttich leben und arbeiten 49 Menschen. Es gibt eine Kapelle mit täglichen Andachten, eine Schule mit 22 Schülern, ein Seminarzentrum und natürlich eine Landwirtschaft, in der vom Aussterben bedrohte "Arche"-Arten gezüchtet werden. Das Tiroler Grauvieh, die Pinzgauer Ziege oder das Sulmthaler Huhn zum Beispiel. Vor allem aber gibt es die Gemeinschaft der "werktätigen Christen". Und die will nicht Güter anhäufen, sondern weitergeben.

"Weggeben macht reicher"
"Es sind die glänzenden Augen der Leute, mit denen wir unser Essen teilen oder auch finanzielle Unterstützung geben", sagt Altbauer Josef Öschlberger, für den die BSE-Krise vor gut 15 Jahren den Anstoß zum Umdenken gegeben hat. "Wir wissen, dass wir durch das Weggeben reicher geworden sind."

"Der Zehnte ist einfach praktisch"
"Man kann auch gelegentlich spenden", sagt Sohn Thomas Öschlberger, der den Zachhieserhof seit gut einem Jahr führt. "Aber wenn der zehnte Teil des monatlichen Einkommens von Anfang an für den sozialen Dienst reserviert ist, dann kalkuliert man erst gar nicht mit diesen Beträgen." Sein Vater gibt ihm recht und ergänzt: "Man muss schon auch deutlich sagen, dass wir sehr sparsam mit unseren Mittel umgehen."

Das Flüchtlingsheim in Kotgumprechting, einige Sozial-Initiativen und viele Privat-Personen und Vereine merken von "sparsam" nichts. In die Salzburger Wärmestube zum Beispiel kommt Josef Ölschberger jede Woche mit seinem Lieferwagen aus Seekirchen und bringt gestriges Brot und Süßigkeiten der Bäckerei Leihmüller sowie Milchprodukte, Gemüse und Fleisch vom Hof. "Ein Segen für uns" sagt Edi Pichlmaier, Unternehmer und freiwilliger Koch in der Wärmestube. "Wir geben täglich bis zu 200 Essen an Bedürftige aus und bekommen keinerlei öffentliche Unterstützung. Was glauben Sie, wie froh wir sind, dass es Leute wie die Christen vom Zachhiesenhof gibt."

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