Droht dem "Nannerlmuseum" das Aus?

Das Mozarthaus in St. Gilgen.
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Ohne Hilfe der Gemeinde ist die Zukunft des "Nannerlmuseums" in St. Gilgen ungewiss. Die Betreiber warten dringend auf eine Antwort seitens der Politik.

ST. GILGEN (big). „Das Mozarthaus, oder „Nannerlhaus“ wie es umgangsprachlich genannt wird, ist Fotomotiv Nummer Eins in St. Gilgen. Die finanzielle Situation des Museums ist derzeit aber schwierig, die Zukunft ungewiss - wir brauchen eine Lösung mit der Gemeinde“, betont Gernot Fritsch, Geschäftsführer vom Kulturverein Mozartdorf St. Gilgen, die Dringlichkeit. Seit 2002 kümmert sich der gemeinnützige Verein um das historische Gebäude, seit der Übernahme wurden gut drei Millionen Euro investiert.

Unter anderem entstand in den oberen Stockwerken ein Veranstaltungsraum, der auch gerne für Hochzeiten gebucht wird. „Ohne diese Zusatzfunktion könnten wir nicht überleben“, so Fritsch. Schwierig wird es, wenn es um die finanzielle Seite des „Nannerlmuseums“ geht. Beleuchtet wird hier die Geschichte der Schwester von Wolfgang Amadeus Mozart – durch ihr langes Leben eine Zeitzeugin von höchstem Wert.

Öffnungszeiten gekürzt

Fritsch: „Allein 800.000 Euro haben wir in die Museumsrenovierung gesteckt, das Geld sind hauptsächlich EU-Fördermittel.“ Was bei Fritsch auf Unverständnis stößt: „Wir müssen der Gemeinde pro Jahr 2000 Euro zahlen, das ist sehr ungewöhnlich. Als wirtschaftliche Notwendigkeit mussten wir die Öffnungszeiten des Museums jetzt drastisch kürzen, Einlass ist nur noch Samstag und Sonntag von 10 bis 12 Uhr.“

Auch will der Geschäftsführer mit dieser Aktion die Bevölkerung auf die Situation hinweisen. „Es gibt bereits seit Jahren Verhandlungen zu einem neuen Vertrag, bis Juli 2016 wurde der gemeinsam ausverhandelt. Es fehlt nur noch die Unterschrift der Verantwortlichen.“

Kulturausschuss entscheidet

Amtsleiter Andreas Jocher hingegen weiß nichts von einem derartigen Vertrag: „Wir haben im März dieses Jahres über einen Vertrag gesprochen, der Betrag ist aber noch nicht fixiert. Es ist nur ein Entwurf, die Gemeinde hat diesen dem Kulturausschuss zur Bearbeitung gegeben – die Sitzung darüber ist noch im Mai. Außerdem hat die Gemeinde Anfangs entsprechend zugezahlt.“

„Stimmt“, so Fritsch, „bei der Renovierung haben wir 100.000 Euro erhalten. Aber ohne regelmäßige Förderung können wir das Nannerlmuseum in der gewünschten Form nicht betreiben. Wir hoffen, dass wir bis zur Frist Ende Juli mit einem Signal rechnen dürfen.“

2000 Euro an den Museumsverein

Auch kann Jocher keine Zahlung von 2000 Euro an die Gemeinde bestätigen: „Ich kenne keine Rechnung über die entsprechende Summe, vielleicht wird diese an den Museumsverein gezahlt.“
Fritsch: „Damit hat Herr Jocher Recht, meines Wissens wird der Museumsverein aber von der Gemeinde untersützt.“

Fritsch‘ Forderung an die Gemeinde: eine jährliche Förderung von 20.000 Euro. „Ideal wären auch Museumsführer, die von der Gemeine bezahlt werden. An anderen Stellen gibt es keine finanziellen Engpässe, und bei uns gibt es wegen ein paar Euro ein Problem.“

Bisher kein Wegweiser

Interessant sei auch, dass es keinen Wegweiser zum Mozarthaus gibt. Fritsch: „Wir würden uns so ein Schild sehr wünschen, ich habe auch vor Jahren einen Antrag gestellt, wir sind da sehr auf die Gemeinde angewiesen.
Bis Redaktionsschluss war Bürgermeister Otto Kloiber für eine Stellungnahme nicht erreichbar, Fortsetzung folgt.

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Autor:

Birgit Gehrke aus Flachgau

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