"Eheringe müssen nicht gleich sein"

Für die Neumarkter Goldschmiedemeisterin Charlotte Edtmayer-Scheibe stehen die Individualität ihrer Produkte und persönlciher Service im Vordergrund.
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  • hochgeladen von Manuel Bukovics

NEUMARKT (buk). "Ein Ring muss gefallen, das hat oberste Priorität", ist Goldschmiede-Meisterin Charlotte Edtmayer-Scheibe überzeugt. Vor allem bei Eheringen hält sie von Trends nichts: "Das Schmuckstück muss einfach zum Träger passen und sollte auch nach zehn Jahren noch gefallen – ohne Kompromisse." Sie setzt mit ihrer Neumarkter Werkstatt "Unikatschmuck" bereits seit fast 16 Jahren auf Individualität.

"Vom Einzelnen zum Wir"

Dass sich Paare sehr oft nicht einig sind, wenn es um die Ringe geht, ist nicht ungewöhnlich. "Häufig finden die angehenden Lebenspartner nichts von der Stange und fangen dann bei mir zu diskutieren an", schmunzelt die Goldschmiedin. Ihre Aufgabe ist es dann, einen gemeinsamen Nenner zu finden. Dass beide Ringe exakt gleich sein müssen, ist nicht zwingend nötig – solange erkennbar ist, dass es sich um ein Ring-Paar handelt. "Hier kann man etwa den Innenring individuell gestalten und den Außenring optisch gleich anfertigen. Dadurch kommt man vom Einzelnen zum Wir."

Unbegrenzte Möglichkeiten

So unterschiedlich wie die Paare selbst sind auch die Aufträge der Kunden. Vor 30 Jahren hat es noch weniger Alternativen zum klassischen Gelb- und Weißgold gegeben. Mittlerweile sind die Möglichkeiten fast unbegrenzt. "Das beginnt schon beim Material", weiß Edtmayer-Scheibe. Hier sind, neben klassischem Gelbgold, vor allem Weißgold, das hochwertige Platin und das günstigere Palladium gefragt. Auch Rotgold und Grüngold sind als farbliche Alternativen möglich – sofern sie zum Träger passen. "Generell geht fast alles. Für ein Taucherpärchen habe ich einmal Ringe mit Haifischen in Aussäge-Technik hergestellt", sagt die Goldschmiedin.

Verlobungsring als Teil des neuen Schmuckstücks

Damit Verlobungsringe nicht in irgendeiner Schublade verschwinden, können auch diese in einen neuen Ring eingepasst werden. Auch Familienerbstücke können Teil eines neuen Schmuckstücks werden. "Hier habe ich einmal in einem neuen Weißgoldring innen eine Aussparung geschaffen, in die dann die Gelbgoldringe der Großeltern des Bräutigams eingesetzt worden sind. Von oben sieht man davon nichts, aber die Ringe haben auf der Innenseite eine besondere Seele."

Japanische Schmiedetechnik

Wirklich außergewöhnlich wird es bei der gut 300 Jahre alten Schmiedetechnik "Mokume Gane". Diese stammt aus Japan und geht ursprünglich auf Damaszenerstahl zurück, der bei Schwertern eingesetzt wird. "Wiederentdeckt" wurde sie vor rund 30 Jahren in den USA. Den Weg nach Europa hat die Technik vor etwa 25 Jahren gefunden. Durch Verdrehen, Einfeilen und Schmieden können hier unzählige Muster in bis zu vier unterschiedlichen Farben geschaffen werden. "Das sind mindestens 15 Schichten, die dann durch Druck miteinander verschweißt werden", erzählt Edtmayer-Scheibe. Durch Tordieren, Feilen, Fräsen und anschließendes Schmieden können hier unzählige Muster in zahlreichen Farben geschaffen werden. "Die ersten Jahre mit dieser komplizierten Technik waren manchmal sehr frustrierend", gibt die Goldschmiedin zu. "Aber einzigartiger als Mokume-Gane geht es fast nicht."

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