Flughafen Salzburg: Weniger Passagiere aber mehr Lärm für den Flachgau

Bilanz Pressekonferenz des Flughafen Salzburg  Landeshauptmann-Stellvertreter Christian Stöckl und GF Roland Hermann
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BEREGHEIM/ANIF (lin). Die Bilanz ist durchaus positiv: Zwar hat der Flughafen im Jahr 2016 mit knapp 64 Millionen Euro um 4,3 Prozent weniger Geld umgesetzt. Dennoch konnte Geschäftrsführer Roland Hermann ein Ergebnis von plus fünf Millionen Euro verkünden. Alles in allem aber sieht es nicht besonders gut aus. Weder für den Flughafen selbst, noch für die lärmgeplagten Anrainer.

Weniger Flieger, weniger Gäste

Terrorismus, Brexit, die Krisen in der Türkei und die wirtschaftlichen Turbulenzen rund um Air Berlin und NIKI haben zu einem Rückgang der Passagier-Zahlen geführt. Statt 1,74 Millionen wurden nur noch rund 1,66 Millionen Menschen abgefertigt. Die Zahl der Flieger sank sogar um fast zehn Prozent. 2016 waren es demnach nur noch rund 54.500 Starts und Landungen von Linie, Charter, Militär, Schulungen, Rettung, Polizei oder Privatfliegerei in kleinen Flugzeugen. 2015 waren es um insgesamt 5.400 Flugbewegungen mehr. Das klingt nach weniger Anrainer-Belastung. So ist es aber nicht.

Anif und Bergheim im Lärm

Knapp 90 Prozent der großen Linien- und Charter-Flieger landen aus Richtung Deutschland. Bayern verlangt seit vielen Jahren vehement, die Zahl der Flüge über Freilassing drastisch zu reduzieren. Oft war von 50:50 die Rede. Das ist geografisch und wettertechnisch kaum möglich, aber einer deutsch-österreichische Arbeitsgruppe hat Vorschläge zur Verbesserung für Bayern ausgearbeitet.

Politische Zustimmung fehlt

Die Ergebnisse liegen in den Ministerien zur nicht öffentlichen Beratung, aber Christian Stöckl, LHStv. und Flughafen-Aufsichtsratsvorsitzender aber stellte schon jetzt klar: "Wenn wir eine Route entlasten wollen, bedeutet das zwangsläufig eine Mehrbelastung für einen andere Route. Konkret: Anif und Bergheim werden bis zu 20 mal am Tag häufiger überflogen als bisher. Aber das nur an Spitzentagen. Im Schnitt rechne ich mit zusätzlich zwei bis drei Flugbewegungen pro Tag."

Lebensbedrohlich

Der Flughafen sei ein Wirtschaftsmotor für die gesamte Region, betont Stöckl: "Und zwar auf beiden Seiten der Salzach. Bayern schneidet sich mit dem Kampf gegen den Flughafen also ins eigene Fleisch. Immerhin stammen 40 Prozent der Fluggäste aus dem Nachbarland." Sollte sich Bayern voll durchsetzen und den Flugbetrieb über deutsches Gebiet wie angekündigt drastisch einschränken, dann wäre das Überleben des Salzburg Aiport "ernsthaft bedroht", so Stöckl: "Also müssen wir uns weiterhin um einen Kompromiss und um gute Gesprächsbasis bemühen."

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