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Geregelte Wolfsjagd wird europaweit möglich

Wölfe sind streng geschützte Großraubtiere. Wegen ihrer steigenden Anzahl steht eine kontrollierte, streng geregelte Jagd zur Debatte.
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Salzburg beteiligt sich an den Lösungsansätzen zum Wolfsmanagement in Europa. Um mit der ansteigenden Wolfpopulation in Europa richtig umzugehen, wird auch eine streng kontrollierte Jagd besprochen, welche nun in der Europäischen Union möglich ist.

SALZBURG/BRÜSSEL. Wie soll man mit der wachsenden Wolfpopulation in Europa umgehen? Auch der alpine landwirtschaftliche Raum Salzburgs ist von Schäden betroffen.
Für David Scallan vom Europäischen Jagd- und Erhaltungsverband (FACE) ist eindeutig, dass die Politik sich mit der aktuellen und zukünftigen Situation auseinandersetzen und Entscheidungen treffen muss. Dieser Meinung ist auch die Salzburger Landtagspräsidentin Brigitta Pallauf.

Die Situation verstehen

Es sei wichtig alle betroffenen Parteien zu berücksichtigen, Landwirte, Jäger, Bewohner und Umwelt, erklärt Scallan.

Ein komplettes Abschussverbot führt meist zu vermehrten illegalen Tötungen.

Scallan verweist auf Finnland als Beispiel für eine mögliche Handhabung des Wolfwachstums. Dort wurden detaillierte Sozialstudien in den betroffenen Gegenden durchgeführt, um die Einstellungen und Bedürfnisse der Menschen dieser Regionen zu verstehen. Dies führte zu einem besseren Verständnis der Ausgangslage, was auch für Pallauf ein Schlüsselelement ist.

Jagd nur unter Kontrolle

Ergebnisse von soziologischen Studien in Finnland zeigten, dass es eine höhere Akzeptanz von Großraubtieren bei der betroffenen Bevölkerung gibt, wenn diese nicht machtlos ist. Ein an die Lage angepasster Managementplan würde den Menschen eine gewisse Kontrolle geben. Diesbezüglich gab es gerade am Europäischen Gerichtshof (EuGH) auf Ansuchen des Obersten Finnischen Verwaltungsgerichtes eine wichtige Vorabentscheidung.

So verkündete FACE nach dem Urteil, dass es laut europäischem Gesetz erlaubt sei, bei streng geschützten Großraubtieren eine kontrollierte Jagd durchzuführen, sollten alle zuvor streng vorgegebenen Konditionen eingehalten sein.

Zu diesen zählt etwa eine festgelegte, stetig wachsende Grundanzahl der Tiere. Finnland selbst muss nun ein Urteil zu seinem Gerichtsverfahren fällen und kann diesen EuGH-Beschluss dazu als Anhaltspunkt verwenden. Er kann nun auch von anderen EU-Ländern – etwa als gute Unterstützung für das Finden einer zufriedenstellenden Lösung der Betroffenen in Salzburg – eingesetzt werden.

Almwirtschaft schützen

Landtagspräsidentin Pallauf weißt darauf hin, dass die Salzburger Almwirtschaft sehr wichtig für Mensch und Umwelt sei, wie etwa zur Verhinderung von Naturkatastrophen. Daher sollte sie unbedingt geschützt werden. Jedoch erklärte Pallauf beim Ausschuss der Regionen in Brüssel, welcher sich um eine Lösung der Wolfsituation in der Europäischen Union (EU) bemüht:

"Eine einzige Lösung für den ganzen EU-Raum gibt es nicht, da überall unterschiedliche Voraussetzungen herrschen."

So sind etwa in Österreich Hirten und Hirtenhunde wegen der touristischen Nutzung der Almen nicht gut einsetzbar. Es könnten Probleme zwischen Hunden und Wanderern auftreten, wie auch Scallan anmerkt.

"Ein guter Austausch ist wichtig, aber individuelle Lösungen müssen zugelassen werden", sagt Pallauf.

Autor:

Bettina Buchbauer aus Flachgau

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