Künstliche DNA, um die Kabel zu schützen

BÜRMOOS (grau). 1,5 Tonnen Kupfergranulat stahlen drei Rumänen Anfang Jänner aus der Salzburger Metall- und Kabelverwertungs GmbH in Bürmoos. Nach gut zwei Wochen wurden sie geschnappt, als sie versuchten, das Diebesgut in Wien zu verkaufen. Wert ihrer Beute: rund 10.000 Euro.

Geschäftsführer Helmut Nagl ist nicht der erste, in dessen Firma Diebe Metall erbeuteten. Betroffen sind Altstoffhändler, Baufirmen und auch Privatpersonen, denen zum Beispiel die Alurahmen ausgetauschter Fenster direkt aus dem Container vor der Haustüre gestohlen werden. Seit etwa einen Jahr ist die Zahl dieser Delikte in die Höhe geschossen. „Oft werden sogar Metallteile direkt von frischen Baustellen abmontiert“, sagt Chefinspektor Markus Meisnitzer.

Sondereinheit: ARGE Metall
Die Polizeit hat eine Sondereinheit gegründet, die ARGE Metall. Ihr Mann aus Salzburg ist Chefinspektor Markus Meisnitzer. „Metalldiebstähle sind gut organisiert, da brauchen auch wir Leute, die sich gezielt darauf spezialisieren. Vorwiegend wird Kupfer gestohlen, doch in Salzburg ist es nicht leicht an den Mann zu bringen. Die Händler haben ein gutes Netzwerk, kontrollieren und haben ein internes Verständigungsschema.“

Helmut Nagl aus Bürmoos ist das allerdings noch nicht genug: „Die Händler müssen viel kritischer werden. Es genügt nicht, sich den Personalausweis des Verkäufers zu kopieren. Es ist sehr wichtig, bedenkliche Ware nicht zu kaufen. Wer keinen Käufer findet, kann sein Diebesgut nicht zu Geld machen.“

Das aus seiner Firma gestohlene Kupfergranulat stammte offensichtlich nicht von einer Privatperson, sondern aus industrieller Fertigung und so wurden die Diebe beim Versuch, es zu verkaufen, sofort erwischt.

Einbruch unmöglich machen
Nachdem die SMK vor einigen Jahren zum ersten Mal ausgeraubt wurde, installierte Nagl ein ausgeklügeltes Alarmsys­tem. „Zu Beginn hat es einige Male Alarm geschlagen. Das hat die Diebe abgeschreckt. Drei Jahre war Ruhe. Wie diese Bande es geschafft hat, einzubrechen, ist mir unverständlich. Wir tüfteln bereits, so etwas wird nicht mehr passieren.“

Diebstahl lebensgefährlich
Lebensgefährlich und das nicht nur für den Dieb wird Kupferdiebstahl, wenn es um Kabel der Bahn geht. Ein Thema vor allem in Deutschland und Ostösterreich, aber auch schon mehrmals in Salzburg passiert. „Kabeldiebstähle entlang der Bahnstrecke sind sehr risikoreich. Diebe begeben sich durch einen möglichen Elektroschlag in Lebensgefahr“, erklärt ÖBB-Sprecher Rene Zumtobel. „Das Kupfer selbst ist im Moment sehr viel wert, doch der Schaden für uns ist viel höher. Wir müssen neue Kabel verlegen und die betroffene Bahnstrecke komplett sperren. Aus Sicherheitsgründen müssen wir alles wieder neu ausrüsten, bevor der Bahnbetrieb wieder aufgenommen werden kann.“

Vergangene Woche wurden im deutschen Hanau 3,4 Kilometer Kabel im Wert von 19.000 Euro gestohlen. Die Deutsche Bahn plant daher, ihre Kupferkabel mit einer künstlichen DNA auszustatten. Jeder Händler bekommt ein UV-Gerät mit Lupe zur Verfügung gestellt und kann sofort erkennen, ob ihm Diebesgut angeboten wird.
Auch die ÖBB haben ihre Kabel bereits gekennzeichnet und jedes neu verlegte Kabel wird registriert, sein Ursprung kann somit nachverfolgt werden.

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Autor:

Ulrike Grabler aus Flachgau

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