Lesepaten wollen die Lust an Büchern wecken

Lespatin Marlies Braun mit Philipp aus der Schulkindgruppe Seekirchen.
  • Lespatin Marlies Braun mit Philipp aus der Schulkindgruppe Seekirchen.
  • Foto: Rotes Kreuz Salzburg
  • hochgeladen von Julia Hettegger

SEEKIRCHEN. Seit bald einem Jahr ist Marlies Braun Lesepatin in der Schulkindgruppe Seekirchen. Mit einem Mädchen aus der zweiten und einem Junge aus der dritten Klasse macht es sich die 73-Jährige regelmäßig im Raum "Oase" bequem.

"Dort sitzen wir auf zwei Kinderstühlen, es ist ruhig und entspannt", sagt Marlies Braun. Ein Mal pro Woche schlagen sie dann die Seiten eines Buches auf. Pro Kind wird eine halbe Stunde gelesen.

Das ist kein Unterricht

"Das Buch dürfen sich die Kinder selbst aussuchen. Manchmal holen sie sich eines aus der Bibliothek, ein anderes Mal nehmen sie eines von daheim mit", sagt die Pensionistin, die keine strenge Lehrerin sein will.

"Die Kinder haben schon stundenlang Unterricht hinter sich und auch schon ihre Aufgabe gemacht. Da brauchen sie keinen Leseunterricht mehr. Bei uns geht es um die Lust am Lesen und Vorlesen. Natürlich besser ich mal was aus, oder helfe weiter, wenn ein Wort schwer ist, aber vor allem erfreuen wir uns gemeinsam an der Geschichte", sagt Braun, eine von 38 Lesenpatinnen des Jugendrotkreuzes in Salzburg. Die Lesekompetenz verbessert sich dabei ganz von alleine.

Lesen als Basis der Bildung

"Die beiden Schüler sind in diesem Jahr sehr viel bessere Leser geworden. Vielleicht brauchen Sie meine Unterstützung nach diesem Schuljahr gar nicht mehr", sagt Braun. Aber dann warten schon die nächsten Kinder auf ihre Lesepatin.

Das sich viele Kinder beim Lesen schwer tun, wundert die ehemalige Sekretärin nicht: "Die Bedeutung des Lesens hat in den Familien abgenommen. Selten wird den kleinen Kindern noch vorgelesen. Dazu kommt, dass durch die Berufstätigkeit beider Eltern oft wenig Zeit bleibt, diese Kompetenz zu fördern, oder Lesen als schöne Freizeitaktivität zu vermitteln."

Beim Jugendrotkreuz sieht man die Lesekompetenz auch als Basis für den weiteren Werdegang und die Bildungschancen der Kinder. Das Angebot richte sich dennoch nicht explizit an lernschwache Kinder.

Angebot ausbauen

Diese Aktion des Jugendrotkreuzes soll auf alle Bezirken ausgeweitet werden. Daher sucht das Rote Kreuz weitere Freiwillige. "Wer gerne mit Kindern zusammen ist, tagsüber Zeit und selbst Spaß am Lesen hat, ist der Richtige für diese Tätigkeit", sagt Braun. Voraussetzung ist dann nur noch ein zweitägiger Workshop (an einem Wochenende), der vom Roten Kreuz durchgeführt wird. Übrigens: Es gibt auch zwei männliche Lesepaten in Salzburg.

Lesepate werden

Interessierte können sich unter lesepaten@s.roteskreuz.at oder beim Österreichisches Jugendrotkreuz in der Ulrich-Schreier-Straße 18, A-5020 Salzburg, Tel.: 0662 8042-4224 melden.

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