Die Welt der Gifte
Mehr Wissen über giftige Tiere, Pflanzen und Exponate

Giftige Hornottern im Terrarium in der „Welt der Gifte" in Bergheim.
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  • Giftige Hornottern im Terrarium in der „Welt der Gifte" in Bergheim.
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Seit 6. Juni 2020 befindet sich in Bergheim bei Salzburg der giftigste und kleinste Zoo Österreichs namens „Die Welt der Gifte". Der im Hauptberuf als amtlicher Tierarzt tätige Nils Kley kümmert sich hier mit vollster Überzeugung und großer Hingabe um Schlangen, Skorpione und andere giftige Tierarten. Die Tiere entstammen meist amtlichen Beschlagnahmungen sowie Abgaben von Privatpersonen, Auffangstationen, Züchtern oder anderen Zoos. Der Besuch in der Welt der Gifte ist nicht gefährlich, aber enorm spannend.

BERGHEIM. Man findet verschiedenste Tiere und Dinge, die weniger oder sehr giftig sind, in der „Welt der Gifte" in Bergheim. Dazu gehören unter anderem lebende Gifttiere wie die Basiliskenklapperschlange aus Westmexiko, der australische Inlandtaipan, bekannt als giftigste Schlange der Welt, heimische und exotische Vipern, Speikobras, Skorpione, Giftspinnen und riesige Kröten. Aber auch Giftpflanzen und unbelebte Exponate wie Arzneimittel und Kosmetika, giftige Mineralien und Gebrauchsgegenstände sowie bei falscher Zubereitung toxische Lebensmittel finden sich im stetig wachsenden Inventar der Ausstellung. „Je nach Herkunft kann Reis beispielsweise erhöhte Werte des giftigen Halbmetalls Arsen aufweisen. Daher sollte man insbesondere asiatischen Reis im Rahmen der Zubereitung ordentlich auswaschen", erklärt Nils Kley, Inhaber der Welt der Gifte in Bergheim. Giftiges begegnet einem in vielfältiger Gestalt in der „Welt der Gifte in Bergheim. 

Über Inhaber Nils Kley

Nils Kley mit einer der giftigen Schlangen in der „Welt der Gifte" in Bergheim. Er ist Tierarzt und weiß genau wie er mit den Tieren umgehen muss.
  • Nils Kley mit einer der giftigen Schlangen in der „Welt der Gifte" in Bergheim. Er ist Tierarzt und weiß genau wie er mit den Tieren umgehen muss.
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Der in Mattsee wohnende und in Traunstein arbeitende Dr. Nils Kley ist im Hauptberuf amtlicher Tierarzt und führt die Welt der Gifte in Bergheim im Nebenerwerb. Nach erstmaliger Gründung der „Welt der Gifte“ 2017 in Norddeutschland entschloss er sich 2019/2020 zusammen mit seiner Gattin Sandra Kley, die Welt der Gifte nach Bergheim umzusiedeln und neu zu eröffnen. Kleys tiermedizinischer Interessensschwerpunkt sind Reptilien und Fledermäuse. Zum Erlangen der notwendigen Sachkunde zur amtlichen Erlaubnis der Gifttierhaltung hat er mehrere  Fortbildungskurse im In- und Ausland absolviert. Inzwischen bildet er selbst als offizieller Sachverständiger der Deutschen Gesellschaft für Herpetologie und Terraristik (DGHT) Vertreter der öffentlichen Sicherheitskräfte, Tierpfleger und interessierte Privatpersonen im sicheren Umgang mit Gifttieren aus.

Von Schlangen, über Kichererbsen bis zum Absinth

Unter den Blättern befindet sich ein Pfeilgiftfrosch. Zu bewundern in der „Welt der Gifte in Bergheim".
  • Unter den Blättern befindet sich ein Pfeilgiftfrosch. Zu bewundern in der „Welt der Gifte in Bergheim".
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Es gibt nicht nur giftige Frösche, Schlangen und Skorpione in der Welt der Gifte. Man staunt nicht schlecht, wenn man erfährt was alles für den Menschen in gewissen Dosen giftig sein kann wie etwa Zimt. „Die Dosis macht das Gift", betont Dr. Kley mehrmals im Gespräch mit den Bezirksblättern Flachgau. Rhababerblätter als Salat, rohe Kichererbsen oder Muskatnüsse können bei falscher Zubereitung oder übermäßigem Verzehr giftig sein. Ein weiteres Produkt, das man nicht in einer Ausstellung zum Thema Gifte vermuten würde, ist eine Flasche Absinth:. „Die Kräuter, aus denen Absinth gewonnen, enthalten Thujone. Diese pflanzliche Nervengifte waren mit ein Grund, warum der Genuss von Absinth in manchen Ländern lange Zeit verboten war", führt Nils Kley weiter aus. Die heute kommerziell erhältlichen Absinthsorten sind hingegen diesbezüglich ungefährlich.

Mit Respekt und Hausverstand

Hinsichtlich der gegenwärtigen Häufung von Vorfällen mit Schlangen in Österreich vermutet Kley verschiedene Ursachen. Zum einen käme es durch das zunehmende Vordringen der Menschen in den natürlichen Lebensraum der Schlangen, unter anderem durch die wachsende Popularität von Outdoorsportarten, zur häufigeren Konfrontation von Mensch und heimischen Schlangen. Zum anderen hätten sich im Laufe der Corona-Lockdowns viele Menschen Haustiere, darunter auch exotische Schlangen, angeschafft die sie jetzt nicht mehr wollen. „Alles im allen bestände aber laut Kley kein Grund zur Panik. Er rät dazu, Schlangen, wie auch anderen Wildtieren, mit Respekt und Hausverstand zu begegnen.

Wunsch nach Vergrößerung

Auf die Frage durch die Bezirksblätter Flachgau, was er sich für die Zukunft wünschen würde, erwidert Kley, dass er aufgrund der wachsenden Popularität gern mit seiner „Welt der Gifte“ in ein größeres Gebäude in Salzburg und Umgebung umziehen würde, um den Tieren und Besuchern mehr Platz bieten zu können. Denkbare Neuerungen wären dabei Aquarien mit giftigen Meerestieren und ein Giftgarten mit heimischen Giftpflanzen. Den Tieren in der Welt der Gifte geht es jedenfalls sichtlich sehr gut und auch die Gabunviper, die schwerste Giftschlange der Welt, freut sich über die fachmännische Betreuung durch Nils Kley.

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