EU-Wahlen
Als Europäer wählen gehen

Gritlind Kettl und Franziska Dürr wählen die EU.
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EU-Expertin Gritlind Kettl offenbarte in Köstendorf anlässlich der bevorstehenden EU-Wahlen einen Blick hinter die Kulissen der europäischen Machtzentralen.

KÖSTENDORF (kle). Kommendes Wochenende stehen Wahlen an. Dabei haben alle Wahlberechtigten die Gelegenheit, die Zukunft der Europäischen Union mitzugestalten.

Zum Urnengang anregen

Gritlind Kettl war selbst jahrelang für Österreich in Brüssel tätig und ist jetzt zuständig für die EU-Bürgerservicestelle "Europe Direct" des Landes. In dieser Funktion war sie in letzter Zeit zur Aufklärung in Schulen unterwegs. "Vor fünf Jahren sind die Jugendlichen kaum wählen gegangen", erklärt Kettl. Die Wahlbeteiligung lag hier nur bei 14 Prozent. Das soll diesmal anders werden. Dank ihrer Aufklärungsarbeit sind die jungen Menschen interessiert. Sie begeistern sich in erster Linie für die Umwelt und den Klimaschutz.

Auswirkungen des Brexit

Für Österreich wird der Brexit kein Riesenproblem werden, Österreich bekommt damit sogar einen EU-Abgeordneten mehr. "Die großen Verlierer sind die Briten. 900 Pfund pro Jahr kostet der Austritt jeden britischen Haushalt", so Kettl. Von der Abwertung des Pfunds bis hin zum verlorenen Binnenmarkt werden sie die Auswirkungen zu spüren bekommen. "Bis zum 31. Oktober ist hoffentlich alles über die Bühne gegangen", so Kettl, die betont, dass der Brexit auch bewirke, dass die restlichen 27 Länder mehr zusammenstehen als vorher.

Grenzkontrollen zu Bayern

Man darf gespannt sein, ob die "Schengen-Aussetzung" im November noch einmal verlängert wird. "Die EU-Kommission muss der Verlängerung zustimmen", so Kettl, die in den Kontrollen mehr eine politische Maßnahme sieht, die rechtlich aber fragwürdig ist.

Verhandlungen Türkei

Die Türken erfüllen die politischen Anforderungen für einen Beitritt in die EU nicht. Demokratie und Rechtsstaatlichkeit, institutionelle Stabilität, Wahrung der Menschenrechte und Schutz von Minderheiten sind nicht gewährleistet. Damit ist der Weg in die Union versperrt. Trotzdem schlägt die EU die Tür nicht zu. Auch Polen und Ungarn sind in dieser Hinsicht unter Zugzwang. "Hier hat die EU immer wieder kreative Lösungen parat", so Kettl, die auf die aliquoten Budgetkürzungen verweist.

Gritlind Kettl und Franziska Dürr wählen die EU.
EU-Gemeinderat von Köstendorf, Matthias Altmann und Bibliothekarin Franziska Dürr luden EU-Expertin Gritlind Kettl zum Informationsabend über die EU.

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