Mit Umfrage: ÖBB Tunnel Köstendorf
Ein Käfer soll Flachgautunnel verhindern

Johanna Sams von der Bürgerinitiative Lebenswerter Flachgau und Wilfried Rogler von Bürger helfen Bürger freuen sich über das Vorkommen des Schwarzen Grubenlaufkäfers.
  • Johanna Sams von der Bürgerinitiative Lebenswerter Flachgau und Wilfried Rogler von Bürger helfen Bürger freuen sich über das Vorkommen des Schwarzen Grubenlaufkäfers.
  • Foto: Gertraud Kleemayr
  • hochgeladen von Gertraud Kleemayr

Der Bau der sechzehn Kilometer lange Eisenbahn-Tunnel von Köstendorf in die Stadt steht unter keinem guten Stern.

KÖSTENDORF . Erst sorgte der Steinkrebs für das Aus der Deponie am Tannberg und nun hat man beim geplanten Tunnel-Einfahrtsbereich eine Population des seltenen und EU-weit geschützten Schwarzen Grubenlaufkäfers gefunden.

Neuplanung gefordert

Die Bürgerinitiative "Aktion lebenswerter Flachgau", die mit zwei Gutachten über den Käferfund aufwarten kann, fordert nun eine Nachdenkpause und stellt überhaupt diese Variante des Tunnels infrage. "Es wäre aufgrund der Engstelle beim Ederbauer sinnvoller, den Tunnel schon von dort weg zu bauen", so die Sprecherin der Initiative Johanna Sams, die ein Gesamtplanungskonzept von Attnang Puchheim weg vermisst. Auch Wilfried Rogler von der Aktion Bürger helfen Bürgern, der als Berater der Bürgerinitiative auftritt, verweist auf Planungen der EU, die für die Hochleistungsstrecke zwischen Paris und Budapest die direktere Strecke über Mühldorf vorgesehen hätte: "Die Salzburger Landesregierung will aber diese transnationale "Bahn-Autobahn" mitten durch die Stadt Salzburg. Dass dann gerade in der Nacht noch mehr laute Güterzüge durch dicht besiedelte Wohngebiete der Stadt donnern, ist der Politik offenbar egal."

Der Käfer ist da

Der Käfer ist auf alle Fälle da. Und er stellt laut Jonas Eberle, der im Bereich Evolutionäre Zoologie und Populationsgenomik an der Universität Salzburg forscht, eine sehr spezielle Habitatanforderung: "Es gibt deshalb im gesamten Land Salzburg nur sechs Nachweise des Käfer-Vorkommens, nun sind es sieben." Die ÖBB stellt fest, dass sie im Rahmen der Umweltverträglichkeitsprüfung umfangreiche Kartierungen der Tier- und Pflanzenwelt in Auftrag gegeben habe. "Dabei hat es zum Zeitpunkt der Erhebungen im gesamten Bauareal keine Hinweise auf den schwarzen Grubenlaufkäfer gegeben. Selbstverständlich werden wir den Käferfunden zeitnahe nachgehen und gegebenenfalls Anpassungen vornehmen", so Robert Mosser von den ÖBB.

Trinkwasser gefährdet

Durch den Bau des Tunnels ist aber nicht nur der Schwarze Grubenlaufkäfer gefährdet, sondern, so sagt der Geologie-Professor Georg Spaun, auch das Trinkwasser für 30.000 Menschen. Deshalb fordert die Bürgerinitiative weitere detaillierte Untersuchungen. Die ÖBB verweisen auf umfangreiche Erkundungsergebnisse zu den im Projektumfeld befindlichen Trinkwasserquellen und haben aus ihrer Sicht ein umweltverträgliches Projekt eingereicht.
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