EU-Wahl 2014: Salzburg hat insgesamt "pro-europäisch" gewählt

Sie zieht in das EU-Parlament ein: Die Salzburger Kandidatin der ÖVP, Claudia Schmidt.
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  • Sie zieht in das EU-Parlament ein: Die Salzburger Kandidatin der ÖVP, Claudia Schmidt.
  • Foto: Franz Neumayr
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SALZBURG (ap). Laut Hochrechnung bringt die EU-Wahl einigen Parteien in Salzburg Zugewinne. Begründet liegt diese Tatsache darin, dass die Liste Martin, die 2009 noch über 20 Prozent für sich verbuchte, diesmal nicht mehr zur Wahl stand.

ÖVP-Salzburg liegt fünf Prozent über dem Bundesergebnis

Die ÖVP legt 0,2 Prozent zu und kann mit 32,7 Prozent die meisten Salzburger für sich mobilisieren. „Als ÖVP können wir sehr zufrieden mit dem heutigen Wahlergebnis sein. Ich möchte unserem Spitzenkandidaten Othmar Karas und besonders unserer Salzburger Spitzenkandidatin Claudia Schmidt herzlich zu diesem Ergebnis gratulieren", freut sich LH Wilfried Haslauer in einer ersten Stellungnahme.

"Die Arbeit hat für mich begonnen"

Überglücklich zeigt sich Claudia Schmidt: „Nach über 10.000 Kilometern in knapp sechs Wochen und unzähligen Gesprächen in ganz Westösterreich bin ich unglaublich dankbar für das Vertrauen, das in uns und mich gesetzt wurde. Ich werde in aller Demut die nächsten fünf Jahre meine ganze Arbeitskraft den Gemeinden und Regionen widmen. Die Arbeit hat erst begonnen, ich will alles daran setzen, dass sich die Skepsis gegenüber dem Europäischen Parlament verringert", hat Schmidt Großes vor, bremst aber vorerst noch die Euphorie: "Ich möchte dem endgültigen Wahlergebnis nicht vorgreifen, aber unabhängig davon möchte ich mich bei allen Wählern, Helfern und Wegbegleitern bedanken. Ich werde alles daran setzen, um den Vertrauensvorschuss in meine Person zu rechtfertigen.“

SPÖ wieder auf Platz zwei

Nach dem Rückzug des Zweitplatzierten von 2009 – der Liste Martin – ist die SPÖ rund um die Salzburger Kandidatin Heidi Hirschbichler diesmal mit einem Plus von 2,3% und 21,4% Zustimmung auf Rang Zwei. „Wir haben landesweit rund 2,5 Prozent zulegen können. Stellt man dieses Ergebnis dem Bundestrend gegenüber, dann sieht man erst, wie außergewöhnlich dieser Zuwachs ist“, zeigt sich SPÖ-Chef Walter Steidl zufrieden nach Veröffentlichung der ersten Hochrechnungen. „Noch bemerkenswerter ist der Ausgang der Wahl im Bundesland, wenn man sich vergegenwärtigt, dass die ÖVP mit Claudia Schmidt auf einem sicheren Listenplatz kandidierte", schickt Steidl die Lorbeeren weiter in Richtung seiner Salzburger Spitzenkandidatin und deren Team.

"Die EU ist ein Moloch"

Ebenso Zugewinne lukriert die FPÖ mit + 7,8 % im Bundesland Salzburg. Damit können die Freiheitlichen 19,4 % erreichen. "Ich bedanke mich bei unseren Wählern. Das Ergebnis zeigt, dass wir mit unserem Thema Heimatliebe und dem Einsatz für einen höheren Stellenwert der nationalen Länder in der EU viele Salzburger angesprochen haben", so FPÖ-Landesparteiobmann Rupert Doppler, der sich betont EU-kritisch gibt: "Die EU in der jetzigen Form ist ein Moloch, das so nicht vertreten werden kann."

Mit "Chlorhendl" und "Freihandelsabkommen" punkten

Die GRÜNEN verbuchen mit 13,3% ein Plus von 2,6 Prozentpunkten und das beste EU-Ergebnis aller Zeiten auf Landesebene. "Unsere Themen liegen eben voll im Trend. Wir sind EU-positiv gestimmt und haben mit Ulrike Lunacek eine hervorragende Spitzenkandidatin", freut sich die grüne LH-Stv. Astrid Rössler.

Großes Plus steht in Pink, Schellhorn zieht es nach Wien

Ein großes Plus geht aber an NEOS. Die junge Partei startet auf Anhieb mit 6,5% durch. "Leider konnten wir zu wenig unsere Inhalte vermitteln und haben uns auf diversen Nebenschauplätzen in die Tiefe reißen lassen", so (Noch-)NEOS-Landessprecher Sepp Schellhorn. Mit realistischer Wahrscheinlichkeit wird er – nachdem Abgeordnete Angelika Mlinar ins EU-Parlament wechselt – deren Platz im österreichischen Parlament einnehmen.

Salzburgerin Werthmann nicht mehr im EU-Parlament

Mit einem Minus von 3,9 Prozent sinkt die Zustimmung für das BZÖ in Salzburg auf 0,4 Prozent. Damit und vor allem aufgrund des nationalen Ergebnisses wird auch die Spitzenkandidatin Angelika Werthmann – sie ist gebürtige Schwarzacherin und war bislang für die Liste Martin im EU-Parlament – nicht mehr in Strassburg Platz nehmen. "Angelika Werthmann hat für das BZÖ einen tadellosen Wahlkampf geführt. Generell hat das BZÖ aber derzeit das Problem, keine konkreten Inhalte zu vermitteln. Wir stehen irgendwie für alles, aber gleichzeitig für nichts", so BZÖ-Bundesobmann Gerald Grosz. Nach dem Rückzug der Spitzenkandidatin Ulrike Haider ist Angelika Werthmann für das BZÖ eingesprungen.

Salzburger, die für das EU-Parlament kandidieren

Hier geht's zur Berichterstattung von allen Salzburger Bezirken

Die Anzahl an Wahlberechtigten

In Salzburg sind insgesamt 395.256 Menschen wahlberechtigt. Damit ist die Zahl an Wahlberechtigten höher als 2009 - um 2907 Personen bzw. 0,7 Prozent.

Das Wahlergebnis 2009

ÖVP: 32,51 Prozent
Martin: 20,59 Prozent
SPÖ: 19,07 Prozent
FPÖ: 11,63 Prozent
Grüne: 10,67 Prozent
BZÖ: 4,28 Prozent
JuLis: 0,67 Prozent
KPÖ: 0,58 Prozent

Folgende Parteien traten zur Europa-Wahl 2014 an:

• ÖVP (Österreichische Volkspartei – Liste Othmar Karas)
• SPÖ (Sozialdemokratische Partei Österreichs)
• FPÖ (Freiheitliche Partei Österreichs – Die Freiheitlichen)
• Die Grünen - Die Grüne Alternative
• BZÖ (Bündnis Zukunft Österreich – Liste Mag. Werthmann)
• NEOS (Das Neue Österreich und Liberales Forum)
• REKOS (Die Reformkonservativen – Liste Ewald Stadler)
• ANDERS (Europa Anders - KPÖ, Piratenpartei, Wandel und Unabhängige)
• EUSTOP (EU-Austritt, Direkte Demokratie, Neutralität)

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