Jeder Zweite hätte gern mehr Zeit für seine Kinder

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Breite Ablehnung von Betreuung von Kindern unter drei Jahren und von Vollzeitjobs für beide (oder den alleinerziehenden) Elternteil(e).

Die Landesregierung hechelt gerade dem Ausbau der Kinderbetreuung für die unter 3-Jährigen hinterher. Zwischen der SPÖ und der ressortzuständigen ÖVP-Landesrätin Tina Widmann ist zuletzt ein Streit darüber ausgebrochen, denn Widmann vertritt die Ansicht, dass viele Mütter lieber die ersten drei Lebensjahre ihrer Kinder zu Hause verbringen wollen. Damit hat sie – wie eine aktuelle Umfrage im Auftrag der Bezirksblätter zeigt – nicht ganz unrecht.

Bis 2014 will der Bund 55 Millionen Euro als Anschubfinanzierung an die Länder verteilen. Wer wieviel bekommt, ist noch unklar, fix ist nur: Die Länder müssen die Summen verdoppeln und drei Viertel des Geldes muss für die Schaffung von Plätzen für unter Dreijährige verwendet werden.

Laut Barcelona-Ziel sollte die Betreuungsquote in dieser Altersgruppe schon seit dem Vorjahr bei einem Drittel liegen, aber österreichweit sind erst 14 Prozent erreicht. In Salzburg sind immerhin bereits 17,6 Prozent der unter Dreijährigen in Betreuung.

83% finden, betreute Kinder sollen drei Jahre oder älter sein
Ginge es nach den Vorstellungen der Salzburger, dann wäre aber nur ein viel kleinerer Teil der unter Dreijährigen in Betreuung, denn: Nicht einmal jeder achte Salzburger (12 Prozent) vertritt die Meinung, man sollte schon unter Dreijährige in Kinderbetreuungseinrichtungen geben. Und wiederum jeder zweite aus dieser Gruppe (also sechs Prozent der Befragten insgesamt) nennt „zwei Jahre“ als frühestes Einstiegsalter für Kinderbetreuung, nur drei Prozent nennen „ein Jahr“ als frühestes Betreuungsalter. 41 Prozent sind der Meinung, man sollte Kinder frühestens mit drei Jahren in Betreuung geben, weitere 28 Prozent finden sogar, Kinder müssten mindestens vier Jahre lang zu Hause betreut werden. Weitere zehn Prozent entscheiden sich hier für „mindes-tens fünf Jahre alt“, vier Prozent für „mindestens sechs Jahre alt“.

76% glauben, Ganztagesjob der Eltern schadet unter Sechsjährigen
Dem Thema Kinderbetreuung stehen die Salzburger aber auch noch im späteren Kindesalter sehr reserviert gegenüber. So sind drei Viertel (76 Prozent) der Salzburger überzeugt davon, dass es der Entwicklung eines Kindes unter sechs Jahren schadet, wenn der alleinerziehende oder beide Elternteile ganztags arbeiten. Nicht einmal jeder Fünfte (19 Prozent) glaubt, dass das keine negativen Auswirkungen auf die Entwicklung des Kindes hat. Diese Einstellung ist bei den jungen Salzburgern (unter 35 Jahren) sogar noch stärker ausgeprägt: 87 Prozent von ihnen glauben, dass eine Ganztagsberufstätigkeit von Alleinerziehern oder beiden Elternteilen dem Kind schadet, nur zwölf Prozent glauben das nicht. Derselben Meinung sind übrigens auch Eltern minderjähriger Kinder.

Ein Drittel sieht echte Wahlfreiheit für Alleinerzieher
Dass Eltern – vor allem die immer größer werdende Zahl von Alleinerziehern – überhaupt eine echte Wahl haben, arbeiten zu gehen oder zu Hause zu bleiben, das glaubt aber nur rund jeder Dritte (34 Prozent). Annähernd zwei Drittel (62 Prozent) sind gegenteiliger Ansicht.

Ideal: Vater arbeitet ganz-, Mutter halbtags oder gar nicht
Als ideales Aufteilungsmodell von Arbeit, Kinderbetreuung und Haushalt mit einem oder mehreren Kindern unter sechs Jahren schweben den Salzburgern im Wesentlichen zwei Möglichkeiten vor: Ein Elternteil arbeitet ganztags, der andere nur halbtags (42 Prozent) – was vor allem bei SPÖ-Wählern gut ankommt (47 Prozent); oder: Ein Elternteil arbeitet ganztags, der andere ist zu Hause (39 Prozent) – vor allem unter ÖVP-Wählern ist das die bevorzugte Variante (43 Prozent). Nur vier Prozent sind der Ansicht, es könnten ruhig beide Elternteile ganztags arbeiten. Keinen großen Zuspruch erfährt das Modell von zwei halbtags arbeitenden Elternteilen – das finden nur zehn Prozent der Befragten erstrebenswert.

Interessantes Detail: Bei der Aufteilung in einen ganztags und einen halbtags arbeitenden oder einen zu Hause bleibenden Elternteil finden immerhin 46 Prozent der Befragten, es sei prinzipiell egal, ob der Vater oder die Mutter ganztags arbeiten gehe. Freilich: Noch mehr, nämlich 52 Prozent, finden, der Vater sollte das übernehmen – und da gibt es auch keinen Unterschied zwischen SPÖ-und ÖVP-Sympathisanten.

Autor:

Stefanie Schenker aus Salzburg-Stadt

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