Seekirchen sucht Lösungen

Günther Penetzdorfer (links) und Kurt Egger.
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SEEKIRCHEN (jrh). "Der Verkehr beschäftigt uns Seekirchner täglich", weiß Organisator Kurt Egger und ergänzt: "Deshalb habe ich zu diesem Vortrag und zur anschließenden Diskussion eingeladen." Mit dem ehemaligen ÖBB-Manager und Verkehrsexperten Günther Penetzdorfer wurde die Veranstaltung im Gasthof zur Post gestartet. Anschließend berichtete Gerhard Rainer, Gründer des Vereins "Mobilcard Krenglbach", von seinem gelungenen Carsharing-Projekt in Oberösterreich. Die abschließende Diskussion war dann von einem Thema geprägt – dem baldigen Fahrplanwechsel für den Zug.

"Öffi-Angebot verbessern"

Verkehrsexperte Günther Penetzdorfer sprach in seinem Vortrag davon, dass die Menschen "bequem und imagegetrieben" seien und deshalb oft das Auto als Fortbewegungsmittel bevorzugten. Er prangerte diese Tatsache jedoch nicht an, sondern nahm die Verantwortlichen für den öffentlichen Verkehr in die Pflicht. Diese müssten das Angebot verbessern, um mehr Menschen zum "Öffi-Umstieg" zu bewegen. "Fünf Millionen Euro jährliche Betriebskosten mehr würden schon ausreichen, um eine regelmäßige Taktung – also zumindest einen täglichen Halb-Stunden-Takt von sechs Uhr bis Mitternacht – von sechs Bahn- und zehn Buslinien im Flachgau zu erreichen", rechnet Penetzdorfer vor.

"Mobilitätsgarantie geschaffen"

Im Anschluss erzählte "Mobilcard Krenglbach"-Gründer Gerhard Rainer über die Anfänge seines gemeinnützigen Vereins: "Eine gute Idee braucht oft auch einen langen Atem, um andere von dem Projekt zu überzeugen." Durch die Verbindung zwischen E-Car-Sharing und Ortsbus habe der Verein eine Art "Mobilitätsgarantie" für die Bewohner der Gemeinde Krenglbach geschaffen, so Rainer. Unter den rund 50 Besuchern war auch Rudolf Tinsobin, der seit 21. Oktober Obmann des Seekirchner Car-Sharing-Vereins ist und sich am "vorbildhaften" Projekt "Mobilcard Krenglbach" ein Beispiel nehmen möchte.

Verärgerung bei den Bürgern

In der anschließenden Diskussion äußerten einige Seekirchner ihren Unmut über den neuen Zugfahrplan – der ab zehnten Dezember gültig sein wird. Dieser sei für viele eine Zumutung, findet ein Bürger gleich zu Beginn der Diskussion klare Worte. Verkehrsexperte Günther Penetzdorfer versteht die Verärgerung: "Für Seekirchen ist der neue Fahrplan eine Verschlechterung." Auch Vizebürgermeister Walter Gigerl findet, dass Seekirchen bei der Fahrplanänderung "durch die Finger schaut" und hat deshalb noch am selben Abend eine Unterschriftenaktion gestartet. Dadurch sollen beim nächsten "Fahrplanwechsel" Verbesserungen erwirkt werden. "Für heuer ist der Zug leider schon abgefahren", so Gigerl.

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