Ein Rookie als Meister

Gleich in seiner ersten Rennsaison hat Jakob Schober die Konkurrenz hinter sich gelassen und sich den Meistertitel in der BMW-325-Challenge gesichert.
  • Gleich in seiner ersten Rennsaison hat Jakob Schober die Konkurrenz hinter sich gelassen und sich den Meistertitel in der BMW-325-Challenge gesichert.
  • Foto: Laura Wass
  • hochgeladen von Manuel Bukovics

Die erste Rennsaison in der BMW-325-Challenge ist Geschichte. Den Titel hast du dir bereits am Red-Bull-Ring vorzeitig gesichert. Hast du mit diesem Erfolg gerechnet?
Eigentlich gar nicht. Dass ich um den Titel mitfahre, war Wunschdenken. Gedacht habe ich mir, dass ein Top-fünf-Platz realistisch sein könnte und – sofern alles klappt – vielleicht sogar Top-drei. In der Serie war ich heuer der einzige Rookie, also Anfänger. Mein Teamkollege Max Zupanic ist zwar jünger als ich, ist aber voriges Jahr schon gestartet. Deshalb war die Überraschung bei mir um so größer. 16 Rennen, 16 Podestplätze – das ist schon geil!

Hast du in der Steiermark schon feiern können?
Schon ein bisschen, aber ich wollte mich voll und ganz auf das Fahren vorbereiten. Wir haben am Samstag, nachdem der Titel fix war, kurz angestoßen, aber am Sonntag war ja noch ein Rennen. Das muss professionell ablaufen. Richtig gefeiert habe ich erst am Salzburgring.

Was waren in dieser Saison deine Highlights?
Mit Sicherheit die Rennen am Salzburgring. Vor allem das erste, das ich gleich gewonnen habe, war super. Auf der Tribüne sind viele Zuschauer gesessen und dann gleich ein Heimsieg – besser geht es nicht. Danach ist das Telefon förmlich explodiert. Familie, Freunde, Sponsoren, Partner, Medien – ich habe nicht gewusst, dass es so einfach geht, Interesse zu wecken.
Ebenfalls sehr cool war das Rennen, in dem ich abgeschossen worden bin und mich am nächsten Tag vom letzten Startplatz auf den zweiten Rang vorgekämpft habe. Größter Schritt für die Meisterschaft war aber sicher der Doppelsieg am Slowakiaring. In der Steiermark habe ich das dann wiederholt – aber unter sehr schrägen Umständen und mithilfe diverser Zeitstrafen. Die BMW 325 Challenge war definitiv die richtige Entscheidung für mich.

Du bist in allen Rennen immer durchgekommen, dein Teamkollege Max Zupanic ist mehrmals ausgefallen. War da einfach Glück im Spiel?
Glück und Pech machen im Rennsport natürlich viel aus – und Glück habe ich in dieser Saison auch viel gehabt. Darüber hinaus habe ich versucht, mit meinem Auto vorsichtig umzugehen – sei es beim Schalten oder auch in Zweikämpfen. Wie viel kann man riskieren? Die Fahrzeuge sind immerhin 30 Jahre alt, was die Karosserie betrifft. Man muss einfach aufpassen. Die BMW-Challenge ist noch kein Profisport, es wäre nicht leistbar, das Auto jedes Rennwochenende komplett neu herzurichten. Hier ist es besser, ein paar Tausendstel zu verschenken, als die Teile zu sehr zu verschleißen. Außerdem ist der Rennsport ja nicht ganz ungefährlich. Mein Trumpf in dieser Saison war intelligentes Fahren.

Die 325-Challenge soll vor allem jungen Menschen den Einstieg in den Motorsport erleichtern und immer mehr zur Kaderschmiede werden. Wie geht es für dich weiter?
Ich muss sagen, dass die BMW-325-Challenge eine super Serie ist, die ich nicht missen will. Die Autos sind cool und der beste Fahrer setzt sich durch. Es ist ein gutes Sprungbrett, das ich auch nützen will. Aktuell sind wir schon voll dabei und testen andere Klassen und Serien, um auf die nächste Stufe zu kommen. Ich schnuppere schon in den Profisport hinein, versuche das aber jetzt Schritt für Schritt mit einem Plan, der Sinn ergibt. Auch hier muss es intelligent angegangen werden, damit es langfristig sinnvoll ist. Auch mein Studium will ich vor der kommenden Saison noch abschließen.

Im Mai hast du noch erwähnt, dass du dir nicht sicher bist, wo du wirklich hin willst, aber ein Tourenwagen-Werkscockpit als Wunsch angesprochen. Hat sich daran etwas geändert?

Eigentlich ist dieses Ziel noch da. Mein Traum ist es ja, im Motorsport weiterzumachen – und das auf hohem Niveau. Ein Werkscockpit in einem Tourenwagen und ein damit verbundener Start in LeMans wäre mein absoluter Wunsch. Aber ich werde nichts Unrealistisches versuchen, um dort hinkommen zu können.

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