Erfolg ist für jeden anders
Frauen und die Schwierigkeiten am Arbeitsmarkt

Manuela Seidl vom AMS Salzburg/Flachgau ist eine Team-Playerin.
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Warum Frauen manchmal einen schwierigeren Zugang zum Arbeitsmarkt haben, erklärt Manuela Seidl vom Arbeitsmarktservice (AMS) Salzburg.

FLACHGAU.

"Krisen treffen die Frauen meist mehr als die Männer, denn Teilzeitmitarbeiter sind oft Frauen und diese verlieren früher den Job",

beschreibt Manuela Seidl, Leiterin der AMS-Geschäftsstelle für den Flachgau und die Stadt Salzburg.

Weibliche Arbeitslosigkeit

Seidl erklärt, welche Punkte die Jobsuche für Frauen, aber auch Männer in denselben Situationen manchmal schwierig gestalten.

"Je höher die Bildung und weniger Unterbrechungen im Lebenslauf, desto leichter ist es eine Arbeitsstelle zu finden." Manuela Seidl

Allerdings findet man öfter bei Frauen genau diese Unterbrechungen, sei es wegen der Karenzzeit, Pflege von Angehörigen, Kinderzeiten oder der nicht für den Arbeitsmarkt angepassten Neuausbildung.

"Die Erwerbsbiografie von Männern ist meist lückenloser. Glücklicherweise wird es im Moment häufiger, dass auch Männer in Karenz gehen." Manuela Seidl

Bei Frauen kommen oft zu diesen Unterbrechungen auch noch Gesundheitseinschränkungen hinzu. So weist Seidl auf gesundheitsbelastende, oft von Frauen dominierte Berufe hin, wie etwa die Reinigung oder Pflege. Wenn aus dieser Tätigkeit gesundheitliche Einschränkung entstehen und dann noch das Alter und keine verwertbare Ausbildung dazu kommen, erschwert es für Frauen den Zugang zum Arbeitsmarkt. Jedoch kann man das Problem nicht immer darauf reduzieren.

Frauen in Führungspositionen

"Im öffentlichen Bereich ist der Anteil von Frauen in Führungspositionen höher als im privaten Sektor", erklärt Seidl. Natürlich ist dies nicht überall der Fall. Betrachtet man z.B. das AMS Salzburg, gibt es im Bundesland einen Schnitt von knapp 49 Prozent an Frauen in Führungspositionen. In der Geschäftsstelle Salzburg Stadt/Flachgau sind es sogar 54,55 Prozent.

"Erst in den letzten Jahren haben wir hier aufgeholt, denn 60 Prozent der Belegschaft sind weiblich." Manuela Seidl

Den Grund dafür sieht sie in einem Fokus- und Schwerpunktwechsel. Dem Personal – Männern wie Frauen – werden Weiterbildungen angeboten, um sie zu fördern, noch bevor sie selbst daran denken. "Man muss seinen Kollegen mehr zutrauen", erklärt Seidl und spricht aus persönlicher Erfahrung. Sie selbst hatte viel Unterstützung in ihrer Karriere – von der Teilzeitarbeit nach der Geburt der ersten Tochter bis hin zur Geschäftsstellenleitung 2016.

"Ich glaube, erfolgreich zu sein bedeutet für jeden etwas anderes und ist nicht zwingend mit einer Führungsposition verbunden. Wer das will, muss bereit sein Verantwortung für seine Mitarbeiter zu übernehmen und ihnen Vertrauen entgegen zu bringen."

Über sich selbst sagt sie: "Ich bin keine Einzelkämpferin und habe keinen Zwang, mich beweisen zu müssen. Ich freue mich mit meinem Team, wenn wir erfolgreich sind und wenn es allen Mitarbeitern gut geht." Zur Frage, ob Frauen anders arbeiten als Männer, meint sie:

"Ich habe das Gefühl, dass wir Frauen Aufträge oft anders verstehen. Wir gehen gerne sofort in die Planung über, während Männer meist einmal abwarten. Dies stimmt jedoch nicht immer. Aber wenn es zutrifft, wäre es vielleicht manchmal von Vorteil, davon zu lernen."

Dies spiegelt sich womöglich auch in der höheren Arbeitslosenzahl von Akademikerinnen gegenüber Männern wider. Seidl vermutet, dass Frauen vielleicht länger nach dem für sie passenden Job suchen, statt einfach etwas zu probieren.

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Autor:

Bettina Buchbauer aus Flachgau

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