Salzburg Schokolade
Mozartkugel Hersteller schlittert in Pleite

Historische Ansicht der "Mirabell" Produktion in Grödig. Nun steht ein Konkursverfahren an.
  • Historische Ansicht der "Mirabell" Produktion in Grödig. Nun steht ein Konkursverfahren an.
  • Foto: Salzburg Schokolade
  • hochgeladen von Gertraud Kleemayr

Die Salzburg Schokolade in Grödig hat am Montag den Insolvenzantrag eingebracht und heute wurde das Konkursverfahren eröffnet. Mehr als 140 Arbeitsplätze sind gefährdet.  

GRÖDIG. Die Grödiger Firma stellt seit mehr als 70 Jahren die bekannten Mirabell-Mozartkugeln und viele andere süße Köstlichkeiten her. Zum Produktsortiment gehören neben feinen Pralinenspezialitäten auch die österreichische Süßwaren-Ikone Bobby Riegel. Weitere bekannte Marken sind: Salzburg Confiserie, Maria Theresia Taler, Schokotaler.com (Webshop), Nordpol Spezialprodukte für Bäcker. Der Insolvenzantrag kam für die Mitarbeiter völlig unerwartet. Auch in der Gemeinde Grödig ist man überrascht. Bürgermeister Herbert Schober wurde gestern per Mail über den Antrag informiert. 

Von Seiten der Gemeinde möchte man helfen das Traditionsunternehmen zu retten und vor allem die 140 Arbeitsplätze zu erhalten. "Die steigenden Kommunalsteuern des Betriebes ließen nicht auf Probleme schließen", so Bürgermeister Herbert Schober. 

Fortführung erhofft

Ein gerichtlich eingesetzter Insolvenzverwalter wird entscheiden, wie es mit dem Unternehmen weitergeht. Laut ORF gibt die Geschäftsführung von Salzburg Schokolade in einer Mail an Kunden und Partner die Hoffnung auf eine Fortführung Ausdruck.  Vor sieben Jahren wurde das Unternehmen von einer Investorengruppe neu übernommen. 2016 wurden neue Marken eingeführt. Mit der Übernahme eines Süßwarenvertrieb setzte man vor drei Jahren auf verstärktes Wachstum.

Laut Kreditschutzverband von 1870 ist die in Tschechien/Plana ansässige 100prozentige Tochterfirma der Schuldnerin, die „Salzburg Schokolade CZ s.r.o.“, bis dato nicht von gegenständlichem Konkurs betroffen. Es sind rund 614 Gläubiger und 140 Dienstnehmer betroffen. Die Passiva belaufen sich auf rund
  27,29 Millionen Euro zum Liquidationswert, (davon unbesichert rund  17,69 Millionen Euro). Die vorhanden Aktiva liegen bei rund 23,35 Millionen Euro, 13,75 Millionen davon freies Vermögen. 

Insolvenzursache


Wie der KSV1870 erfahren hat, sind die Insolvenzursachen primär auf den Wegfall eines Großauftrages im Jahr 2016, sowie im Jahr 2020 auf einen signifikanten Umsatzrückgang bedingt durch die Corona Pandemie zurück zu führen. Die vorgelegte Fortbestandsprognose ergibt ein vorerst ein negatives Ergebnis. Die Sanierbarkeit des Schuldnerunternehmens wird indes gesondert zu prüfen sein.

Ab sofort können Gläubigerforderungen bis zum 24.01.2022 (gerichtliche Anmeldefrist) über den KSV1870 angemeldet werden. Mail: ins.salzburg@ksv.at

Zum Masseverwalter wurde Rechtsanwalt Dr. Johannes Hirtzberger, in 5020 Salzburg bestellt. Die Berichtstagsatzung wurde mit 13.12.2021 um 12:30 Uhr am LG Salzburg festgelegt und die Prüfungstagsatzung mit 07.02.2022 um 09:30 Uhr.

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