13.08.2016, 06:00 Uhr

Das Buch wird es immer geben

Manuela Schaufler und Waltraud Lafenthaler machen in der Oberndorfer ihr Hobby zum Beruf. (Foto: Evelyn Baier)

Die Bibliothek in Oberndorf kann seit 16 Jahren ihren Schnitt an Jahreslesern halten.

OBERNDORF (eve). Man glaubt es kaum – mehr als 12.000 Medien verbergen sich in der kleinen Bücherei Oberndorfs. Dahinter stecken zwei Frauen, die seit 21 Jahren den Laden schmeißen. Sie kennen den Geschmack ihrer Kunden und sind selbst eingefleischte Bücherwürmer. "Wir sind eine kleine und feine Bücherei, kennen unsere Kundschaft. Damit haben wir den Luxus unser Sortiment an die Vorlieben der Leser anzupassen" so Bibliotheksleiterin Waltraud Lafenthaler. Gemeinsam mit ihrer guten Freundin Manuela Schaufler teilt sie sich ihren Arbeitsbereich selbst ein. "Es ist Hobby und Arbeit zugleich" strahlt Lafenthaler.

Regionalkrimis als neue Heimatromane

Seit 16 Jahren können sie durchschnittlich 50.000 Ausleihen und 1.300 Lesern jährlich betreuen. "Die Kunst ist nicht den Schnitt zu erhöhen sondern zu halten." sagt die Bibliothekarin. Viele Stammkunden kommen seit der Gründung, manche die damals als Kind zum Lesen gekommen sind, bringen nun ihre eigenen Kinder mit. Lafenthaler ist überzeugt: "Auch wenn E-Books mehr werden, das Buch wird es immer geben". In der kleinen Bibliothek gibt es auch noch Kasetten, die sich großer Beliebtheit erfreuen.
Gerne gelesen werden bei den Lesern aus Oberndorf und Nachbar-Gemeinden neben Fantasy Romanen, die gerade junge Leseratten in ihren Bann ziehen, Ratgeber und Krimis. "Regionalkrimis haben den Heimatroman abgelöst" bemerkt Lafenthaler. Vermehrt junge Leser greifen aber mittlerweile immer öfter zum E-Reader. In der Mediathek bietet die Bibliothek E-Books an, die das Land Salzburg allen Bibliotheken in Salzburg gratis zur Verfügung stehen.
Rund 2.000 Medien kaufen Lafenthaler und Schaufler jedes Jahr neu und müssen sich dafür von genauso vielen alten Schmökerer trennen. "Irgendwann lernt man loszulassen. Wir haben leider nicht genug Platz um alle Bücher zu behalten" sagt Lafenthaler. Ausweichen können Leser im Sommer in den Lesegarten. Dort lädt auch ein großes Mensch ärgere dich nicht Spiel zum verweilen ein.

Telefonzelle wird zum Bücherschrank

Ein Projekt auf das die beiden besonders stolz sind ist die Bücherzelle. In Grödig gibt es sie bereits – eine alte Telefonzelle, die A1 Telekom zur Verfügung stellt und mit ein bisschen Liebe zur Schmökeroase umgebaut wird. Gemeinsam mit der Polytechnischen Schule Oberndorf, die sich um die Aufwertung, Abdichtung und künstlerische Gestaltung der ausrangierten Telefonbox kümmerten, wird die Bücherzelle voraussichtlich Ende September in Zigelheiden, am Weg zum Bahnhof aufgestellt. Die Bücherei übernimmt dabei die Erstbestückung und die Instandhaltung. "Es ist und wichtig, zu schauen was rein kommt. Jeder kann sich Bücher nehmen und neue hineinstellen. Wir müssen aber abwarten, wie es sich entwickelt" so Schaufler. Hauptsächlich für Kinder und Jugendliche soll der offene Bücherschrank sein. "Für die, die sonst nicht so leicht an Bilderbücher kommen" sagt Schaufler.
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