09.03.2017, 16:06 Uhr

Der Chorsänger als „Rampensau“

Singen als Therapie - Die Gesangsklasse von Cornelia Prestel zeigte ihr Können im Emailwerk.

SEEKIRCHEN (big). Ob Ärzte, Bauern oder Ex-Bürgermeister – die singenden „Schützlinge“ von Cornelia Prestel haben eines gemeinsam: die Liebe zur Musik. Davon konnte sich das Publikum kürzlich bei einem Konzert im Emailwerk überzeugen. Entstanden ist die Gesangsklasse mit der ehemaligen Opernsängerin vor rund vier Jahren.

Lebenserfahrung zählt

„Es gibt kein Angebot für ältere Menschen. Das Musikum Salzburg bildet nur junge Sänger aus, ab 25 Jahren ist hier Schluss“, erzählt Prestel, die sich in ihrer Pension gerne den ambitionierten Hobby-Sängern widmet. Alle Teilnehmer der „Prestel-Gesangsklasse“ haben langjährige Chor-Erfahrung. Aber hier erleben sie etwas Neues: „In meiner Klasse sollen sie an ein anderes Repertoire herankommen als beim Gruppengesang. Außerdem dürfen sie bei ihren Soli – im Gegensatz zum Chor – endlich auffallen und die Rampensau rauslassen“, erklärt Prestel lachend.

Singen auf hohem Niveau

„Die Musik von Franz Schubert ist für mich eine unglaubliche Chance. Ich fühle mich geehrt sie einzustudieren“, erzählt Andrea Bitschnau-Friedl, die ihre musikalische Karriere im Salzburger Mädchenchor gestartet und dann viel Jazz gesungen hat. „Jetzt komme ich wieder zurück zur Klassik. Ich stehe nicht das erste Mal auf einer Bühne, aber Leadsänger sein ist doch etwas ganz anderes.“

Singen als Therapie

Allen Teilnehmern ist anzumerken wie wichtig das Singen für sie ist. Vor allem Josef Krois, Ex-Bürgermeister von Köstendorf, hat es durch eine schwere Zeit geholfen. „Ich habe mit den Gesangsstunden begonnen, als meine Frau gestorben ist. Es ist sehr befreiend für die Seele.“
Das kann auch die singende Krankenschwester Monika Kersch bestätigen: „Eine Psychotherapie könnte nicht besser sein. Beim Singen liegt der Fokus auf einem selbst, es gibt mir sehr viel Energie für den Alltag.“

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