23.08.2016, 18:33 Uhr

Der Untersbergcode, das Geheimnis des Bergspiegels - ein Buch von Limpöck

Titelbild des Buches (Foto: Verlag tredition GmbH Hamburg)
Grödig: Untersberg | (kra) Rainer Limpöck, der sich "Alpenschamane" nennt, hat eine ganz besondere Beziehung zum Untersberg im Grenzgebiet Bayern Salzburg. In mehreren Büchern hat er bereits über diesen Berg, seine Erlebnisse mit ihm und auf ihm geschildert. Sein neuestes Buch beschäftigt sich mit schwierigem Inhalt.

Aus der Beschreibung des Buches auf der Verlagsseite

Als roter Faden führen die Sagen des Untersbergs mit ihrem wahren Kern durch die Anderswelt eines heiligen Berges, der sich durch besondere Erdenergien, Resonanzen, Anomalien und Wunder auszeichnet und immer wieder bemerkbar macht. Eine geheimnisvolle Natursprache scheint der Schlüssel zum eigenen Erkennen zu sein. Berge rufen, jeder Berg hat seine eigene individuelle Art des Rufens – und manche rufen eben sehr laut, so wie seit einigen Jahren der Untersberg im Berchtesgadener und Salzburger Land.

In der magischen Spiegelwelt jenes Berges setzte dort zuletzt eine Entwicklung ein, die auf gesellschaftlich-politische Veränderungen hinwies. Und jener heilige Berg inszenierte sich, präsentierte sich als ein Steinerner Prophet und hält uns einen Spiegel vor.

So wie es der Berg äußerst dramatisch am 21. August 1939 tat, am Vorabend des Zweiten Weltkriegs mit dem Nordlicht und einer Wolkenhand in Szene setzte oder mit der fantastischen Wettererscheinung am 23. Juni 2011 zum Beginn der Eurokrise.

Im Frühjahr 2015 machte die Schlagzeile vom blutenden Berg die Runde – und tatsächlich setzte in den Folgewochen eine „unerwartete“ Völkerwanderung ein, eine Flüchtlingskrise von unbekanntem Ausmaß, in der der Berg als Landmarke für Schleuser und Schlepper fungierte, in der die Grenze zu seinen Füßen eine neue Bedeutung bekam und zum Katastrophen- und Krisengebiet wurde.

Ich habe das Buch gelesen:

Gute Ansätze zum Nachdenken, manches ist schwer zu verstehen, Satz gewöhnungsbedürftig

Als Leser dieses Buches sollte man Grundkenntnisse des Schamanismus besitzen, die bisherigen Bücher von Limpöck zu kennen wäre auch nicht schlecht und man sollte offen sein gegenüber Phänomenen, die sich nicht gleich irgendwie erklären lassen.

Im Wesentlichen konzentriert sich Limpöck in diesem Buch auf Ereignisse rund um und im Untersberg, die 2014 und 2015 passierten. Die Zahl Sieben spielt dabei eine bedeutende Rolle und so scheint es auch kein Zufall zu sein, dass Limpöck just auf Seite 70 mit Erklärungsversuchen seines Buchtitels beginnt: „…etwas für uns Unverständliches, Unbegreifliches …“ Ja, damit könnte ich auch den Inhalt dieses Buches charakterisieren.

Limpöck, der Alpenschamane, versucht die Erscheinungen der letzten Zeit zu deuten: Wie hängt die spektakuläre Bergung des in der Höhle „Riesending“ Verunglückten mit dem Untersberg zusammen, in einer anderen Höhle taucht ein mysteriöses Schwert taucht, eine „blutende“ Madonnenstatue, eine „rot blutende“ Wunde am Berg und andere geheimnisvolle Vorgänge hinterfragt Limpöck. Eine weitere Untersberg-Spezialistin, die Limpöck zur Wort kommen lässt, bringt den interessanten Aspekt ins Spiel, dass der Untersberg eigentlich weiblich sei, wenn man ihn aus dem Blickwinkel Frau Percht und „Mutter Erde“ betrachtet.

Zu den sicherlich merkwürdigsten Ereignissen zählt jener tödliche Unfall auf der Straße nach Maria Ettenberg. In einem Spielfilm, der dort gedreht wurde, durchbohrt ein Holzpfahl einen Autofahrer. Ein halbes Jahr nach den Dreharbeiten passiert exakt an der Stelle der Filmszene ein solcher Unfall real – mit einem Todesopfer. Als Resonanzfeld bezeichnet Limpöck dies.

Ab Mitte des Buches hatte ich beim Lesen zwei Empfindungen

Limpöck gerät in Aufregung über die Zukunft aufgrund der Ereignisse am und um dem Untersberg, die Limpöck, so habe ich es empfunden, als negative Zeichen deutet. Die zweite Empfindung war, dass das Verstehen des Geschriebenen immer schwieriger wird. Fast möchte ich sagen, dass Verwirrung in den folgenden Kapiteln herrscht. Zwei Personen lässt Limpöck über die (mögliche) Dechiffrierung des Untersbergcodes jeweils über mehrere Seiten zu Wort kommen. Manches davon ist mir verständlich, vieles aber wohl individuelle Deutungsversuche.

Bilder der Erden- und Sternenlicht-Devas

Die Bilder der Erden- und Sternenlicht-Devas dürften Spiegelungen von Bildhälften sein: wenn man die Felsformationen auf der linken und rechten Seite genau betrachten, sind sie ident, also gespiegelt. Ich mag da jetzt nicht das Wort der Täuschung in den Mund nehmen, aber eigenartig ist das schon, solche offensichtlich nicht ganz real aufgenommene Bilder zu zeigen. Und doch machen die so sichtbar gewordenen Steinwesen nachdenklich: Ist im Untersberg doch mehr als „nur“ Gestein?

Sagen vom Untersberg und deren Deutung von weiteren Personen, die Limpöck dazu eingeladen hat, sind weitere Kapitel in diesem Buch. Überhaupt nicht mehr kann ich den geomantischen Plänen und Erläuterungen eines W. Vogl über den „Genius Loci Salzburg und Untersberg“ folgen. Auf 16 Seiten teilt er Erklärungen und Zahlenmaterial aus seiner Sicht mit.

Heilungen, Rettungen und Schicksale sind wiederkehrende Themen, die durchaus interessante Aspekte zeigen. Personen, die sich hoffnungslos im Nebel verstiegen haben, erscheinen rettende „Menschen“, die ebenso spurlos wieder verschwinden, wie sie aufgetaucht waren. Zeitdimensionen, die Mittagsscharte und andere von Limpöck in früheren Büchern bereits beschriebene Phänomene kommen immer wieder vor.

Im Eigenverlag hergestellt, man merkt es dem Buch an

Das Buch hat Limpöck im Eigenverlag hergestellt und scheint wohl keinen Einfluss auf das Erscheinungsbild des Buches gehabt zu haben. Große Schriftart ist an und für sich etwas Gutes beim Lesen. Allerdings sind die Ränder außen zu schmal und innen verschwindet der Text in der Bindung, weil dort überhaupt kein Rand ist. Darüber hinaus ist die Absatzgestaltung sehr gewöhnungsbedürftig. Mal sind zwei Leerzeilen, dann wieder nur eine, aber meist gar keine und auch keine Absatzeinrückung. Alle Umstände zusammen, die wohl dem Verlag zuzurechnen sind, machten das Lesen für mich manchmal anstrengend. Die Bilder (schwarzweiß und farbig) sind von unterschiedlicher Qualität, man erkennt aber, was gezeigt werden möchte.

Und so empfinde ich das Buch etwas planlos und schwierig

Mein Gefühl ist, dass Limpöck vieles loswerden wollte in diesem Buch, was in jüngster Vergangenheit passierte, aber selbst nicht recht weiß, wie er es deuten sollte. Und so empfinde ich das Buch etwas planlos und schwierig.

Information

Der Untersbergcode
Das Geheimnis des Bergspiegels
Rainer Limpöck
2016 in tredition Hamburg
ISBN 978-3-7345-2707-4
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